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Weihnachtsmarkt: Ärger um abgelehntes Konzept

Stralsund Weihnachtsmarkt: Ärger um abgelehntes Konzept

Die Absage an einen Bewerber zur Ausrichtung des Stralsunder Weihnachtsmarktes (OZ vom 16. Februar) löst heftige Reaktionen aus. Die Pundt Entertainment Group aus Stralsund (irrtümlich war sie in dem OZ-Artikel durch einen Buchstabenfehler nach Beverly Hills verlegt worden) hat zivil- und verwaltungsrechtliche Schritte angekündigt.

Stralsund. Firmenchef Stephan Pundt erklärte, dass sich seine Firma keineswegs um die Ausrichtung des Weihnachtsmarktes beworben hätte, sondern ein langjähriger Geschäftspartner, die Firma Meyer aus Bremerhaven.

Allerdings stamme das Konzept für den Markt aus seiner Feder. „Gemeinsam mit der Familie Meyer haben wir sehr schöne Weihnachtsmärkte in Großstädten wie Gelsenkirchen oder Bochum (Ortsteil Wattenscheid) realisiert und wurden dort von der Presse auch mit Lob überschüttet.“

Pundt stellt klar, dass das Vorhaben für Stralsund 2013 lediglich den Alten Mark betraf. Vorgesehen waren danach ein Hüttendorf mit verschiedenen Händlern und Gastronomen, ein Kinderkarussell und ein Riesenrad. Zu kaufen sollte es Christbaumschmuck, Krippen-

ställe und -figuren, Mistelzweige, Holzschnitzereien und ähnliche Produkte geben. Wörtlich heißt es in dem Papier: „Es wird ein einheitliches Erscheinungsbild angestrebt, das dem historischen Ambiente des Alten Marktes und somit auch einem nostalgischen Weihnachtsmarkt entspricht.“ Das werde mit einer schrittweisen Einführung einer allgemeinen Hüttenpflicht einher gehen.

Der Kunsthandwerkermarkt im Rathauskeller und der Rummel auf dem Neuen Markt sollten nach Aussagen von Stephan Pundt in der Regie des Stadtmarketingvereins, der Agentur Basic Events und der Meisel und Peters GbR bleiben.

Thomas Meyer, Geschäftsführer der Firma aus Bremerhaven, die sich um die Ausrichtung des Treibens auf dem Alten Markt für die Adventszeit in diesem Jahr beworben hatte, ist vor allem darüber empört, dass er von der Absage aus der Presse erfahren musste. „Zumal auch schriftlich zugesichert wurde, im Vorfeld über die Sitzung zu informieren, so dass man dem Entscheidungsprozess hätte beiwohnen können. Laut Pressebericht war der Stadtmarketingverein, vertreten durch Herrn Peter Boie, schließlich auch vor Ort.“

Im Zusammenhang mit der Behauptung, dass die im Konzept enthaltenen Vorschläge bereits realisiert seien, schreibt Meyer: „Ich bin beim kommenden Weihnachtsmarkt 2013 sehr gespannt auf den prall gefüllten Alten Markt mit 40 Holzhütten und dem Riesenrad und den vielen unterschiedlichen Händlern, die dann dort ja stehen müssten.“

Er und auch Pundt werfen den Entscheidungsträgern vor, das Konzept „scheinbar nicht aufmerksam genug“ gelesen zu haben. Zumal die Firma Meyer nach eigenen Angaben selbst 40 000 Euro in das Vorhaben investieren und zudem eine Niederlassung „mit Büros und großem Hallenkomplex“ in Stralsund gründen wollte.

Stephan Pundt ist darüber hinaus auch sauer, weil er sich um seine Ideen betrogen fühlt. Bereits vor vier Jahren hab er in der Arbeitsgruppe Weihnachtsmarkt im Stadtmarketingverein zahlreiche Probleme aufgedeckt: „Einer der vielen Kritikpunkte war, dass der Betrieb einer Eisbahn, wie es in den Jahren zuvor der Fall war, aus finanziellen Aspekten sehr kritisch zu sehen ist, da sie mit etwa 60 000 Euro Kosten ein komplettes Veranstaltungsbudget verschlingt und damit keinerlei Spielraum für sonstige Veränderungen lässt, die, seien wir doch mal ehrlich, in Stralsund bitter nötig wären.“ Das Papier sei ignoriert, die Eisbahn auf dem Neuen Markt errichtet worden. In der Arbeitsgruppe habe man wegen des Defizits sehr überrascht getan. Dann sei die Eisbahn gestrichen worden.

Die Mitglieder des Bürgerschaftsausschusses für Bildung, Kultur und Sport sprachen sich vor vier Wochen deutlich gegen die Bewerbung der Firma Meyer mit dem Konzept der Pundt Entertainment Group (beide Namen wurden während der Beratung nicht genannt) aus. Damit folgten sie einer Empfehlung des Kulturbüros und des Stadtmarketingvereins. Begründet wurde die Entscheidung mit der Aussage, dass das Konzept von der Situation des Stralsunder Weihnachtsmarktes im Jahr 2009/10 ausgehe und nichts Neues biete. Die Vorschläge seien bereits vom Stadtmarketingverein und von der Stralsunder Agentur Basic Events umgesetzt worden. Deshalb gebe es keinen Grund zur Veränderung.

Jens-Peter Woldt

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