Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Ribnitz-Damgarten Wenn Wuffi eine Wohnung sucht
Vorpommern Ribnitz-Damgarten Wenn Wuffi eine Wohnung sucht
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:05 13.02.2018
Viele Vermieter möchten keine Hunde in ihren Wohnungen. Quelle: Foto: Luliubo/shutterstock
Anzeige
Ribnitz-Damgarten

Helga Steppan war fast schon am Verzweifeln. Die Rentnerin wohnt in der Wohnanlage in der Rostocker Straße 1 in Ribnitz-Damgarten. Bekanntlich muss diese teilweise abgerissen werden. Der südliche Gebäude-Teil, in dem Steppan wohnt, zwar nicht. Allerdings muss dieser saniert werden. Deshalb muss sie bis Mitte des Jahres ausziehen. Und so musste eine neue Wohnung her. Das Problem: Steppans süße Zwergschnauzer-Dame „Lissy“ ist bei Vermietern offenbar nicht so beliebt. „Ich hatte eine Wohnung gefunden, die ich mir anschauen wollte. Als ich sagte, dass ich einen kleinen Hund habe, wurde mir gesagt, dass ich die Wohnung nicht bekomme“, sagt Steppan. Dabei würden in dem Haus, in dem sie eine Wohnung mieten wollte, sogar andere Hundebesitzer wohnen. Über ein Maklerbüro fand Steppan glücklicherweise doch eine neue Wohnung für sich und ihre „Lissy“. Doch offenbar ist es nicht so einfach, für Wuffi eine Wohnung zu finden. Doch warum?

Die Gebäudewirtschaft Ribnitz-Damgarten schließt laut Christiane Sinnig-Wagner, Leiterin der Wohnungsverwaltung, Neuvermietungen an Hundebesitzer in den eigenen Wohnungen derzeit aus. „In letzter Zeit sind die Anfragen von Hundebesitzern stark gestiegen“, sagt Sinnig-Wagner. Gerade in den Neubaublöcken sei eine Vermietung aber schwierig. „Wir können nicht zulassen, dass in einem Block jede Familie einen Hund hat, die möglicherweise am Tag auch noch allein in der Wohnung sind.“ Vor allem die Ruhestörung durch bellende Hunde sei ein Problem.

Viele Mieter würden sich jedoch im Nachhinein ohne Antrag und Zustimmung der Gebäudewirtschaft Hunde anschaffen. Doch nur wenn Klagen von anderen Anwohnern eingehen, werde die Gebäudewirtschaft tätig. „Wenn wir gegen jeden Mieter, der unerlaubt einen Hund hat, vorgehen, wären die Prozesskosten viel zu hoch“, sagt Christiane Sinnig-Wagner.

Anders sieht es bei den Wohnungen aus, die die Gebäudewirtschaft verwaltet, die ihr aber nicht gehören. „Dann entscheidet der Vermieter“, so Sinnig-Wagner.

Bei der Wohnungsgenossenschaft (WG) „Am Bodden“ ist die Hundehaltung laut Petra Rackow, Vorstandvorsitzende der WG, unter bestimmten Bedingungen möglich. In den Hausordnungen sei zwar festgeschrieben, dass Hunde in der Regel nicht gestattet sind. „Das hat sich aber aufgeweicht“, sagt Rackow.

Unter bestimmten Voraussetzungen sei ein Hund in der Wohnung deshalb möglich. So wird zum einen ein Zusatzvertrag zum Mietvertrag abgeschlossen, der die Hundehaltung regelt. Demnach müssen Hundehalter nachweisen, dass sie die Hundesteuer zahlen. Zudem müssen die Hunde haftpflichtversichert sein. Hunde sind in den Treppenhäusern, auf den Wegen zu den Gebäuden oder auf Innenhöfen grundsätzlich an die Leine zu nehmen, auf Spielplätzen seien sie generell verboten. Verursachte Verunreinigungen seien sofort zu beseitigen. Wer gegen diese Regelungen verstößt, kann im Rahmen einer Ordnungswidrigkeit mit einer Geldbuße in Höhe von 5000 Euro belangt werden.

Es sei für Hundebesitzer grundsätzlich schwieriger, eine Wohnung zu finden, sagt Kai-Uwe Glause, Geschäftsführer beim Mieterverein in Rostock, der unter anderem auch Beratungen in Ribnitz-Damgarten anbietet. Rechtlich hätten Wohnungssuchende mit Hund auch kaum eine Möglichkeit, da es – wie auch für Mietinteressenten ohne Hund – keinen generellen Anspruch auf eine bestimmte Wohnung gibt. Der Vermieter kann selbst entscheiden, wer seine Wohnung bekommt. „Rechtlich kompliziert wird es, wenn der Vermieter Hunde grundsätzlich ausschließt und das auch publik macht“, sagt Glause. Im Sinne des Gleichbehandlungsgesetzes dürften Hundebesitzer nicht von vornherein ausgeschlossen werden, etwa durch einen Hinweis in der Wohnungsanzeige.

Wer bereits eine Wohnung hat und sich einen Hund anschaffen möchte, hat seit einigen Jahren bessere Chancen. Der Bundesgerichtshof entschied 2013, dass die Haltung von Tieren im Mietvertrag nicht grundsätzlich verboten werden könne. „Es muss stets im Einzelfall geprüft werden“, sagt Glause. Gründe für eine Ablehnung wären beispielsweise eine drohende Lärmbelästigung anderer Bewohner eines Mehrparteienhauses oder eine bekannte Hundehaarallergie.

Robert Niemeyer

Am Rande der Futsal- Verbandsmeisterschaft am vergangenen Sonnabend zogen die „Losfeen“ Martin Pillukat (SV 93 Niepars) und Harald Kuhn (Velgaster SV) die Paarungen ...

13.02.2018

Da war mehr drin! Die Volleyballer des SV Warnemünde mussten sich am Sonnabend im Kellerduell der 2.Volleyball-Bundesliga Nord mit 2:3 (23:25, 25:18, 18:25, 25:19, ...

13.02.2018

Schöner Erfolg für die D-Junioren des SV Barth: Beim Hallenfußballturnier des Rostocker FC setzte sich das Team aus der Vinetastadt ungeschlagen durch und gewann den Pokal.

13.02.2018
Anzeige