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Wenn aus Schülern Retter werden

Dettmannsdorf-Kölzow Wenn aus Schülern Retter werden

Siebt- bis Neuntklässler in Dettmannsdorf werden in Notfällen als Schulsanitäter aktiv.

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Alles nur �bung: Die Schulsanit�ter legen den elfj�hrigen Kilian auf eine Trage und bringen ihn in den Sanit�tsraum der Schule.

Dettmannsdorf-Kölzow. Vier Jugendliche eilen mit der Krankentrage zur Sportanlage der Evangelischen Schule Dettmannsdorf. Der elfjährige Kilian hat sich dort beim Umhertollen während der Pause verletzt. Vorsichtig legen die jungen Schulsanitäter den Fünftklässler auf die Trage, umwickeln ihn mit Isolierfolie und schnallen ihn fest, um ihn dann zum Sanitätsraum der Schule zu transportieren. Glücklicherweise ist all das nur eine Übung des Schulsanitätsdienstes. Kilian wird gleich wieder entlassen und darf zurück zu seinen Klassenkameraden.

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In der Ausbildung zum Schulsanit�ter haben die Jugendlichen der Evangelischen Schule Dettmannsdorf unter anderem gelernt, wie der Blutdruck gemessen wird. Fotos (2): Volker Stephan

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Die Rettungsassistentin Madleine Liebert-Lange vom Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) in Stralsund beobachtet die Handgriffe der Mädchen und Jungen genau, um ihnen im Anschluss einige Hinweise zu geben.

Sie leitet seit Beginn der Zusammenarbeit zwischen der Schule und dem ASB vor einem Dreivierteljahr die zweiwöchentlichen Ausbildungsstunden. Ziel ist es, die fünf Jugendlichen aus den Klassen 7 bis 9 für eine Versorgung erkrankter oder verletzter Mitschüler fit zu machen, bis der Rettungsdienst eintrifft, erklärt sie. „Die Schulsanitäter konnten ihre Fähigkeiten schon mehrmals unter Beweis stellen und die Lehrer waren froh über diese Unterstützung.“

Voraussetzungen für den Einsatz sind ein sechzehnstündiger Grundkurs und ein dreißigstündiger Lehrgang für den Schulsanitätsdienst. Im Anschluss erhalten die Teilnehmer ein Zertifikat des ASB, das keine Mitgliedschaft in der Organisation voraussetzt. Damit erfüllen die Jugendlichen auch schon eine Voraussetzung für ihren späteren Führerschein — sogar für Lkw.„Es gab wirklich den Fall, dass sich ein Schüler beim Fußball verletzt hatte“, berichtete Malte (15). „Mit der Trage brachten wir ihn in den Sanitätsraum, legten ihn auf die Liege und riefen den Rettungswagen.“

Die Jugendlichen haben während ihrer Ausbildung gelernt, Wunden zu versorgen und Verbände anzulegen, Prellungen zu kühlen, Frakturen zu erkennen und ruhigzustellen, den Blutdruck zu messen oder Personen mit Bewusstseinsstörungen in die stabile Seitenlage zu bringen, zählte die Rettungsassistentin auf. Sie wüssten sogar, wie man Diabetikern und Asthmatikern bei gesundheitlichen Problemen helfen kann. Das Hauptaugenmerk des Schulsanitätsdienstes liege jedoch auf den Sportverletzungen.

„In unserem Sanitätsraum ist alles Notwendige für eine Erstversorgung vorhanden“, informierte Lea (13) und zählte auf: „Liege, Trage, Verbandsschrank mit Inhalt, Notfallrucksack, Desinfektionsmittel und Handschuhe.“

Malte und Lea können sich sogar vorstellen, später den Beruf des Rettungsassistenten zu erlernen. „Noch ist es ein Lehrberuf“, erklärte ihnen die Betreuerin, „doch das Profil der Ausbildung wird sich in Zukunft wandeln. Schon jetzt würde ich raten, sich im Vorfeld um eine Ausbildungsstelle als Krankenschwester/Krankenpfleger zu bemühen.“ Jonas (13) wollte sich noch nicht festlegen: „Ich mache hier vor allem mit, weil es mir Spaß macht. Angst vor Blut habe ich nicht.“ Die 14-jährige Angelina will vor allem eins — anderen helfen. „Sie ist sehr engagiert und fürsorglich“, lobte die ASB-Ausbilderin das Mädchen.

Defibrillator fehlt noch
Der Sanitätsraum der Evangelischen Schule Dettmannsdorf ist schon jetzt sehr gut ausgestattet. Eines fehlt allerdings noch: ein Notfall-Defibrillator. Die jungen Schulsanitäter hoffen nun auf eine Spende, damit das lebensrettende Gerät angeschafft werden kann. „Nach erfolgter Einweisung dürften ihn die Jugendlichen im Notfall selbstständig einsetzen“, versichert die Rettungsassistentin des Arbeiter-Samariter-Bundes, Madleine Liebert-Lange, die die Jugendlichen zu Schulsanitätern ausbildet.
Die Schulsanitäter konnten ihre Fähigkeiten mehrmals unter Beweis stellen.“Rettungsassistentin

Madleine Liebert-Lange

Volker Stephan

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