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Ribnitz-Damgarten Wiecker weichen von Konfrontationskurs ab
Vorpommern Ribnitz-Damgarten Wiecker weichen von Konfrontationskurs ab
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00:00 07.03.2013
zum Wiedereintritt des Wiecker Kurbetriebs in den Tourismusverband. Quelle: Frank Söllner
Wieck

Wegen dieses Tagesordnungspunktes waren auch einige Einwohner Borns und Prerows in die Darßer Arche gekommen. Sie fühlten sich in ihrer Auffassung bestätigt und hofften auf einen Durchbruch bei der zumeist ablehnenden Haltung gegenüber des Tourismusverbandes in den anderen Darßgemeinden.

In einem leidenschaftlichen Vortrag warb der zweite stellvertretende Bürgermeister Diethart Kröpelin (CDU) für einen Wiedereintritt des Wiecker Kurbetriebs in den Tourismusverband. Das Marketing allein zu stemmen, „ist für Wieck oder die Darßgemeinden etliche Nummern zu groß“. Erinnerungen an Aal-Dieter oder Käse-Werner vom Hamburger Markt kamen auf, als Diethart Kröpelin eine Publikation nach der anderen aus einer Tasche zauberte, um das breite Spektrum zu untermauern, das der Tourismusverband mit seinen Marketingmaßnahmen beackere. Die größeren Orte und Städte im alten Kreis Nordvorpommern seien ebenso Mitglied in dem Verband wie Hotels, Zimmervermittlungen oder Handwerksbetriebe. Die Darßgemeinden brächten zwar sehr ansprechende Publikationen heraus, doch kritisierte Diethart Kröpelin eine seiner Einschätzung nach bevorzugte Präsenz der RegenbogenCamps. Klaus Schütt (Freie Wähler) erinnerte an Erfahrungen der Vergangenheit. „Schlechte Gefühle“ bereite ihm die Zusammenarbeit mit dem Borner Bürgermeister.

Der Wiecker Bürgermeister Bernd Evers (60, Freie Wähler) trat erneut für eine einheitliche Mitgliedschaft der Darßgemeinden ein. Voraussetzung sei, dass zuvor geklärt werden müsse, welche Aufgaben Born, Prerow und Wieck gemeinsam übernehmen wollten. Das könne in Form eines Zweckverbandes geschehen. Vor allem sah Evers Handlungsbedarf innerhalb des Tourismusverbandes. Die Region habe in den vergangenen 20 Jahren mehr als zehn Millionen Euro an den Verband gezahlt, das Ergebnis sei aber unbefriedigend. Die Halbinsel rangiere in einem Bekanntheits-Ranking unter ferner liefen darum sei die Zahl von Urlaubern, die erstmals anreisten, verschwindend gering.

Jutta Ehlert (Freie Wähler) zog eine Parallele zur einst von den Darßgemeinden gegründeten Tourismusbetrieb. „Übrig geblieben ist ein Scherbenhaufen.“

Sie bröckelt
Dass Wiecker immer wieder für Überraschungen gut sind, haben sie mit dem Beschluss zum Wiedereintritt der Kur- und Tourist GmbH in den Tourismusverband unter Beweis gestellt. Morgenluft werden jetzt die Befürworter einer Mitgliedschaft in den Nachbargemeinden wittern. Zumindest zeigt sich mit dem Votum, dass die vielbeschworene Einigkeit auf dem Darß gegen ein Mittun im Tourismusverband für die Region bröckelt.

Timo Richter

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