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Ribnitz-Damgarten Wild West in Barth?
Vorpommern Ribnitz-Damgarten Wild West in Barth?
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00:13 09.05.2018
Katze „Schmusi“ (r.) tröstet den notoperierten Kater mit dem Namen „Kater“. FOTOS (2): VOLKER STEPHAN

Wild West in Barth? Offenbar hat jemand in Barth nichts Besseres zu tun, als mit einer Schusswaffe umherzuschießen. Die Mitarbeiter der Hahn Gemüsebau GmbH im Nelkenweg jedenfalls sind entsetzt. Ein Unbekannter hat Ende der vergangenen Woche versucht, das Betriebsmaskottchen „Kater“ mit einem gezielten Schuss auf das Herz zu töten. Der fast zweijährige Kater konnte nur durch eine Notoperation gerettet werden. Geschäftsführer Wolfgang Hahn hat noch am gleichen Tag eine Strafanzeige wegen des Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz und wegen des Verdachts auf illegalen Waffenbesitz gestellt.

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Kein Spaß: Unbekannter schießt mit Kleinkaliberwaffe auf Katzen

Bereits am Donnerstag war der Kater mit dem Namen „Kater“, der sich gewöhnlich mit zwei weiteren Katzen im Bereich Werkstatt-Verwaltungsgebäude aufhält, entgegen seiner sonstigen Gepflogenheiten ganztägig verschwunden. Am Donnerstagmorgen gegen 6 Uhr erblickte ihn Wolfgang Hahn, erkannte auf die Entfernung jedoch nicht die Verletzung. Die wurde erst Stunden später durch Produktionsleiterin Elfi Lausch bemerkt. „Um 9.30 Uhr wollte ich den auf einem Stuhl liegenden, apathisch wirkenden Kater streicheln und bemerkte das viele Blut, teils geronnen und teils frisch. Das Tier sah schlimm aus.“ Wenig später lag der Liebling der Mitarbeiter bereits auf dem OP-Tisch. Das Projektil – laut Meinung der Tierärzte aus einer Kleinkaliberwaffe stammend – war von oben in den Rücken eingedrungen, nur drei Millimeter am Herz vorbeigegangen und schließlich durch den Bauch ausgetreten.

Das Projektil wurde bislang nicht gefunden. Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen aufgenommen. Vom Täter jedoch fehlt jede Spur. Wolfgang Hahn hat mittlerweile für Hinweise, die zur Feststellung des Schützen führen, eine Belohnung in Höhe von 1000 Euro ausgesetzt. Hinweise werden vertraulich behandelt und können direkt bei Gemüsebau Hahn, ☎ 038231/6710 oder an die Polizei Barth, ☎ 038231/ 6720 gerichtet werden. Wolfgang Hahn möchte, dass der Schütze ermittelt wird. Zum einen wäre ihm der Gedanke, dass eventuell jemand mit einer illegalen Waffe herumläuft und herumknallt, unerträglich, zum anderen befürchtet er die Möglichkeit weiterer Angriffe auf Katzen. „Die Belohnung mag ja manchen als unangemessen hoch für ein Katzenleben erscheinen, aber mir geht es ums Prinzip und die abschreckende Wirkung. So etwas darf es nicht geben.“

Doch wer schießt auf Katzen? Der nächste Zaun ist etwa 250 Meter entfernt und grenzt an den Wald des früheren Fliegerhorstgeländes. Sollte „Kater“ dort etwa in die Lebendfalle eines Jägers getappt sein, der dem vermeintlichen Streuner und Räuber dann mit einem Schuss den Garaus machen wollte?

Die eintägige Abwesenheit und der senkrecht von oben abgegebene Schuss würden diese Theorie erhärten, doch Amtsvorsteher Christian Haß, selbst Jäger aus der angrenzenden Gemeinde Divitz-Spoldershagen, zweifelt daran: „Weiter als 200 Meter vom nächsten Gehöft dürfen Katzen zwar gejagt werden, doch ich wüsste nicht, dass sich hier jemand damit abgibt. Warum auch, es gibt in dieser Gegend keine Fasane mehr, deren Nester von streunenden Katzen geplündert werden könnten.“

Mittlerweile ist „Kater“ auf dem Weg der Besserung. Laut Elfi Lausch haben am Montag sogar die Tierärzte über seine Fortschritte gestaunt. Trotzdem ist das Tier noch sehr schwach und leidet sichtbar unter seinen Schmerzen.

„Unsere Katzen haben es bei uns gut“, versichert Hahn. „Sie können ihren Unterschlupf in der Werkstatt jederzeit über eine Katzenklappe erreichen und dürfen uns auch mal im Verwaltungsgebäude besuchen. Nur zu den Gewächshäusern haben sie keinen Zutritt.“ Das Katzentrio erhalte täglich Futter und werde tierärztlich betreut. Außerdem seien alle geimpft und kastriert beziehungsweise sterilisiert. Auch aus diesem Grund habe sich „Kater“ nie weit von seinem Stammplatz entfernt.

Volker Stephan

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