Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Ribnitz-Damgarten Willkommen: „Bucki II“ ist jetzt in der Ostsee unterwegs
Vorpommern Ribnitz-Damgarten Willkommen: „Bucki II“ ist jetzt in der Ostsee unterwegs
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:28 10.02.2018
Ein Buckelwal springt aus dem Wasser. Quelle: OZ-Archiv
Anzeige
Dierhagen

Da hat der kleine Buckelwal ja nochmal Glück gehabt: Der Meeressäuger ist nun wieder frei in der Ostsee unterwegs, nachdem er einem Fischer vor Dierhagen (Vorpommern-Rügen) ins Netz gegangen war. Der Fischer hatte den Wal kurzentschlossen aus einem Stellnetz befreit. Dazu hatte er ein Video, das den Wal beim Auf- und Abtauchen nach der Befreiung aus dem Netz zeigte, an das Deutsche Meeresmuseum in Stralsund geschickt. Der Fischer will unerkannt bleiben, heißt es.

Zur Galerie
Der Buckelwal war offenbar vor Dierhagen auf der Jagd nach Fischen. Der Meeressäuger hatte sich in einem Stellnetz verfangen. Ein Fischer wird für Befreiung des Tieres gefeiert. Vor der Küste von MV werden immer wieder Buckelwale gesichtet.

„Der junge Buckelwal könnte auf der Jagd nach Fischen gewesen sein, als er in die Ostsee hineingeschwommen ist“, erklärt Michael Dähne, Kurator für Meeressäuger am Meeresmuseum. Das Tier ist acht bis neun Meter lang. Vor einer Woche sei ein Buckelwal ja schon nördlich der dänischen Insel Fünen beobachtet worden. Es könnte dasselbe Tier sein, vermutet Dähne.

Andere Fischer ziehen ihren Hut vor ihrem hilfsbereiten Kollegen. „Wenn man einen Wal retten kann, dann rettet man ihn auch“, sagt Norbert Kahlfuss aus Sassnitz, Vorstandsmitglied des Landesverbandes der Kutter- und Küstenfischer MV. Dass ein solcher Meeressäuger in einem Fischernetz hängen bleibe, davon habe er noch nie gehört. Das Tier könnte sich mit seiner mit Seepocken bewachsenen Haut in dem Netz verfangen haben.

Das vermutet auch Michael Dähne. Ob der junge, noch nicht geschlechtsreife Wal in der Ostsee überleben wird, könne nicht vorhergesagt werden. Jedoch: Seit der Buckelwal „Bucki“ 2008 wochenlang vor der Küste von MV gesichtet worden war, „wissen wir, dass Buckelwale aus der Ostsee auch wieder herauskommen“, sagt Dähne. Auf den Namen „Bucki“ war der zwölf Meter lange Meeressäuger im Sommer 2008 von OZ-Lesern getauft worden. Erstmals gesichtet hatten ihn Rüganer am 25. Juli 2008 vor Kap Arkona. Nur wenige Tage später schwamm „Bucki“ direkt vor dem Strand von Baabe hin- und her. Mehrere Wochen war der Wal immer wieder vor der Küste aufgetaucht. In dieser Zeit konnten die Forscher viele Informationen über „Bucki“ sammeln. Für das Tier hatte die Irrfahrt vor der Küste von MV schließlich doch noch ein glückliches Ende: In den letzten Augusttagen 2008 gelangte der Buckelwal durch den dänischen Öresund, Kattegat, Skagerrak und Nordsee bis in den Atlantik hinaus.

„2016 hatten wir den bis jetzt letzten Buckelwal in der Ostsee gesichtet“, berichtet Michael Dähne. Am 5. September war das Tier im Greifswalder Bodden mit einem sieben Meter langen Segelboot zusammengestoßen. Für den Segler aus Stralsund, der schon über den Atlantik gesegelt war, war es das spektakulärste Erlebnis. „Dieser Buckelwal hatte sich auch in einem Fischernetz verfangen, in polnischen Gewässern“, erklärt Dähne. Stellnetze etwa seien wegen des Materials und ihrer Beschaffenheit für Buckelwale sehr schwer zu bemerken.Dass sich so ein großer Wal wie der „Bucki“ in die Ostsee verirrt, ist nach Aussage von Meeresbiologen äußerst selten. Der letzte ähnliche in Deutschland dokumentierte Fall lag 2008 bereits fast 30 Jahre zurück: Am 24. August 1978 war ein zehn Meter langer Buckelwal vor Rügen gesichtet worden. Dieser Meeressäuger war damals auf den Namen „Ossi“ getauft worden.

Weitere Nachweise von Buckelwalen vor der deutschen Küste hat es in den Jahren 1766, 2003 und 2014/2015 gegeben. Vor drei Jahren war eine Mutter mit Kalb beobachtet worden. Die beiden Tiere hatten nach Einschätzung dänischer Forscher in der Ostsee überwintert. „Wahrscheinlich gibt es sogar mehr Buckelwale in der Ostsee als bisher bekannt“, vermutet Michael Dähne. Die eigentlich in Ozeanen beheimateten Buckelwale können bis zu 15 Meter groß werden. Ihre Nahrung finden die Meeressäuger in einer Wassertiefe von bis zu 50 Metern, daher können sie auch in eher flacheren Gewässern wie der Ostsee gut überleben. Buckelwale ernähren sich von Krill, kleinen Krebstieren sowie von Schwarmfischen.

Wal-Sichtungen melden: Telefon: 03831/2650210, E-Mail: sichtungen@meeresmuseum.de, App: OstSeeTiere

Schmidtbauer Bernhard

Für Timo Morgenroth (38) ist Gesundheit kein Geheimrezept

10.02.2018

Bürgermeister: Mehraufwand ist geringer als gedacht

10.02.2018

Ständiger Kontakt mit Patienten sorgt für Abhärtung

10.02.2018
Anzeige