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Ribnitz-Damgarten Homepage der Stadt bleibt für Kleinvermieter tabu
Vorpommern Ribnitz-Damgarten Homepage der Stadt bleibt für Kleinvermieter tabu
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00:55 23.08.2014

Ist die Verwaltung personell und finanziell in der Lage, Ferienwohnungen von Kleinanbietern über die Homepage der Stadt zu vermarkten? Das sei momentan nicht zu schaffen, fasste Vorsitzender Manfred Widuckel (CDU/FDP) das Ergebnis der Diskussion im Bau- und Wirtschaftsausschuss zusammen. Der hatte sich auf Antrag der Stadtvertreterin Rita Falkert (Bürgerbündnis) am Donnerstag mit dem Verfahren der Veröffentlichung von Ferienwohnungen auf dem Internetportal der Stadtverwaltung befasst.

Die Mehrheit des Ausschusses war den Argumenten der Stadtverwaltung gefolgt. Damit bleibt es dabei: Gewerbliche Vermieter — derzeit sind es insgesamt 36 — werden wie gehabt in der Hompage der Stadt aufgeführt, Kleinvermieter nicht. Letztere werden auf das Online-Buchungssystem „wild-east“ verwiesen. Dieses Buchungssystem sei sehr erfolgreich, da könne sich jeder Vermieter anmelden, sagte Tourismusamtsleiterin Heike Karnatz in der Sitzung. Alle Anbieter von Ferienwohnungen, die eine Vermarktung über wild-east wünschen, werden in das Buchungssystem der Stadt eingepflegt. Damit sind diese über den Button „Hier gleich online buchen“ über den Internetauftritt der Stadt direkt buchbar.

Um die Einpflege der Ferienwohnungen in „wild-east“ kümmern sich die Mitarbeiter der Touristinformation, erläuterte Heike Karnatz weiter. Dafür werde eine einmalige Gebühr in Höhe von 20 Euro pro Ferienwohnung erhoben. Bei erfolgreicher Buchung erhalte die Stadt höchstens zehn Prozent Provision vom Mietpreis. Die Provision trage der Vermieter. Die anfallende Verwaltungsgebühr von fünf Euro sei vom Gast zu bezahlen. Natürlich habe jeder private Vermieter das Recht, auch andere Buchungssysteme zu nutzen, sagte Heike Karnatz.

Das tun die ersten auch bereits, nämlich bei zimmer-finder.com. Der Ribnitz-Damgartener Stephan Jastrzynski hat dieses neue Online-Portal gegründet. „Dort können alle, ohne Ausnahme, ihre Unterkünfte eintragen lassen. Es fallen keine Gebühren an, die Webseite wird sich durch Werbung tragen“, sagt Jastrzynski gegenüber der OZ.

„Als Kleinvermieter von Ferienwohnungen bin ich enttäuscht vom Ergebnis der Bauausschusssitzung. Die Verwaltung begründet die fehlende Unterstützung damit, dass sie es personell nicht schaffen könne.

Die Politik schloss sich mehrheitlich den Ausführungen an. Dagegen war für uns Kleinvermieter das Ergebnis der Online-Umfrage der OZ erfreulich. Fast die Hälfte der Leser will, dass die Kleinvermieter in der Homepage aufgeführt werden“, machte Rita Falkert gestern deutlich. Es komme bei ihr langsam der Verdacht hoch, dass diese Kleinvermieter in der Stadt unerwünscht seien, fährt sie fort.

Rita Falkert erinnert daran, dass auch Kleinvermieter Leistungen für den Tourismus in der Stadt anbieten würden. Für sie sei dies ein Nebenerwerb, der auch versteuert werde. „In der Nebensaison kommen gezielt Anfragen aus der Nachbarschaft, die Familienangehörige oder Freunde unterbringen möchten“, sagte Falkert. Jeder Gast, der in der Stadt verweile, lasse rund 30 Euro hier. Der Aufwand der Stadt für rund 40 Kleinvermieter würde sich schon lohnen.

Die Stadt sollte die Kleinvermieter von Ferien- wohnungen nicht hängen lassen.“Rita Falkert, Stadtvertreterin



Edwin Sternkiker

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