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Ribnitz-Damgarten Unternehmer locken Azubis mit lukrativen Zusatzangeboten
Vorpommern Ribnitz-Damgarten Unternehmer locken Azubis mit lukrativen Zusatzangeboten
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00:00 01.04.2014

Der Wettbewerb auf dem Lehrstellenmarkt wächst. Angesichts der knapper werdenden Nachwuchskräfte versuchen daher Unternehmen vermehrt Auszubildende mit Zusatzangeboten in ihre Unternehmen zu locken — auch hier in der Region.

So gehöre es inzwischen für viele Arbeitgeber auf Fischland-Darß-Zingst dazu, ihren Auszubildenden bei Bedarf eine Unterkunft zu stellen, bestätigt Mandy Jüngling, Pressesprecherin der Stralsunder Arbeitsagentur. Aber auch mit Verpflegungszuschuss, gestellter Arbeitskleidung Betriebsfahrten und natürlich Übernahmeaussicht versuchten die Betriebe zu punkten. Das deckt sich mit den Beobachtungen von Angela Budzisch. „Die Unternehmen sind bemüht, ihre Branche durch die Ausbildungs-Angebote so attraktiv wie möglich zu gestalten“, sagt die Fachbereichsleiterin für Aus- und Weiterbildung an der Industrie- und Handelskammer zu Rostock. Zum Beispiel mit den genannten Zusatzangeboten.

Kein Wunder: Durch den demografischen Wandel und den allgemeinen Fachkräftemangel wird es immer wichtiger für die Arbeitgeber, die talentierten Bewerber in der Region zu halten oder überhaupt erst hierher zu locken. Außerdem ziehen viele junge Menschen inzwischen das Studium vor. Die Folge: In den letzten drei Jahren ging die Zahl der bei den IHK in Schwerin, Rostock und Neubrandenburg abgeschlossenen Ausbildungsverträge deutlich zurück — um knapp fünf Prozent von 5457 im Jahr 2012 auf nur noch 5181 im vergangenen Jahr. Demzufolge bleiben viele Lehrstellen offen, auch weil den Bewerbern häufig die Qualifikationen fehlen.

Also versuchen die Betriebe durch besonders gute Bedingungen gegenzusteuern. Als bemerkenswert im Bereich der Ausbildung schätzt Budzisch das Romantik Hotel Namenlos in Ahrenshoop ein. Hier würde den Auszubildenden neben Vollverpflegung und einer preiswerten Unterkunft auch die Möglichkeit zum Austausch mit dem Nachwuchs in anderen Romantik-Hotels geboten. Außerdem gäbe es die Option Zusatz- und Doppelqualifikationen zu machen.

Für gute Ausbildungsbedingungen ist der Arbeitsagentur zufolge auch die Kur- und Tourismus GmbH in Zingst bekannt. Hier legt man neben Angeboten wie Unterkunft und Verpflegungszuschüssen ebenfalls auf Weiterbildungsangebote Wert. Diese Chancen würden bereits während des Bewerbungsgesprächs in Aussicht gestellt, erzählt Anette Krüger, die im Betrieb derzeit elf Lehrlinge betreut. Einer, der von dieser Einstellung profitieren konnte, ist Tom Sievert. Der 23-Jährige hat in Zingst bei der Kur- und Tourismus GmbH eine dreijährige Ausbildung zum Kaufmann für Tourismus und Freizeit abgeschlossen. Jetzt arbeitet er in der Kulturabteilung und nebenbei unterstützt ihn der Betrieb bei einem Fernstudium der Betriebswirtschaftslehre. Es sei zwar anstrengend, sich nach der Arbeit noch hinzusetzen, aber so könne er dann wahrscheinlich mit Mitte 20 Studium, Ausbildung und drei Jahre Berufserfahrung vorweisen, erzählt er stolz. Von dem neuen Wissen profitiere nicht nur er, sondern auch der Betrieb, sagt der Zingster. Er selbst, glaubt, dass es kaum besser ginge. Budzisch von der IHK Rostock gibt ihm recht. „Je mehr die Auszubildenden vermittelt bekommen, desto besser können sie sich verkaufen. Und ihre Kenntnisse sind letztendlich in der ganzen Welt gefragt.“



Elisabeth Woldt

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