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Wirbel um Wohnmobile am Wasser

Ribnitz-Damgarten/Neuendorf Wirbel um Wohnmobile am Wasser

Bernsteinstadt kämpft gegen Dauerparker. Anwohner in Neuendorf kritisieren illegale Entsorgung.

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Beliebt bei Wohnmobilfahrern: Die Stellflächen in Neuendorf am Hafen.

Quelle: Fotos: Paula Mittermayer, Virginie Wolfram

Ribnitz-Damgarten. Dauerparker am Ribnitzer Hafen sind seit Jahren ein Streitthema in der Stadt. Eigentlich sollen Wohnmobile dort nur für maximal einen Tag und ein Nacht parken. Da hält sich im Sommer aber kaum einer dran, weiß Polizeihauptmeister Heimo Dittert von der Wasserschutzpolizei in Ribnitz-Damgarten.

„Im vergangenen Jahr stand dort auch auf der Wiese alles voll mit Wohnmobilen. Viele haben auch gleich ihren Dreck da entsorgt. Rekord war einer, der dort sechs Wochen parkte“, berichtet Dittert, der seit Jahren den „wilden Campingplatz am Hafen“ moniert. Auch beim Landkreis Vorpommern-Rügen ist den Zuständigen die Situation am Ribnitzer Hafen ein Dorn im Auge.

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Auch die Stellplätze im Ribnitzer Hafen werden viel genutzt.

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Jetzt hat die Stadt Ribnitz-Damgarten auf die Beschwerde des Kreises reagiert. Um den Wohnmobil- Reisenden eine Ausweich-Möglichkeit zu geben, für kurze Stopps in der Bernsteinstadt zu verweilen, wird der hintere Bereich der Gänsewiese — bislang als Festwiese genutzt — nun offizieller Wohnmobilstellplatz. Dafür stimmten die Stadtvertreter jüngst einer Änderung des Bebauungsplans zu. „Ein Wohnmobilstellplatz unterscheidet sich grundlegend von einem regulären Campingplatz“, heißt es in der Beschlussvorlage. Auch auf der Gänsewiese dürfen die Wohnmobile jedoch nach Willen der Stadt nur zwei bis drei Nächte bleiben.

Aus Sicht der Wasserschutzpolizei in Ribnitz-Damgarten hat sich die Lage an der Marina im Vergleich zum vergangenen Jahr bereits deutlich verbessert. Das Ordnungsamt achte jetzt mehr auf die parkenden Wohnmobile, so Dittert.

Auch in Neuendorf gibt es Probleme mit Wohnmobilen. Dort sorgt das All-Inclusive-Angebot auf dem Campingplatz am Hafen für Unverständnis bei Anwohnern. Die Camper zahlen dort zehn Euro und bekommen Strom, Wasser und Abwasser inklusive. Dass Problem: Auf dem Platz wird aus Sicht der Anwohner nicht genügend kontrolliert. Immer wieder würden Wohnmobilfahrer dort ihr Abwasser entsorgen ohne zu bezahlen, erklärte ein Anwohner auf der jüngsten Versammlung zum Thema Fusion. „Ich glaube, dass das eine Fehleinschätzung ist“, meint der Saaler Bürgermeister Wolfgang Pierson (CDU). Nur weil ein Fahrzeug nach der Entsorgung den Platz verlasse, hieße das nicht, dass die Besitzer nicht die Pauschale gezahlt hätten. „Viele fahren einkaufen und kommen wieder“, erklärt er. Dennoch habe die Gemeinde auf die Anregung der Anwohner reagiert und ein Schloss an die Abwasserentsorgungsanlage angebracht. „Jetzt kann nur noch zwischen 9 und 15 Uhr Abwasser entsorgt werden“, berichtet der Bürgermeister. In diesem Zeitraum werde auch abkassiert. Neben dem Hafenmeister seien zwei Gemeindearbeiter dafür zuständig.

Ein Schritt in die richtige Richtung, findet ein Anwohner, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen möchte. „Wir wollten die Gemeinde ja auch nur auf die Probleme aufmerksam machen.“ Auch über eine zweite Anregung wolle Wolfgang Pierson demnächst mit den Gemeindevertretern diskutieren: Ob die All-Inklusive-Pauschale zu niedrig ist. „Aber man muss ausloten, wo die Grenze ist. Es darf auch nicht zu teuer sein.“

 

Anika Hoepken und Virginie Wolfram

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