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Ribnitz-Damgarten Wo Pflanzen Fleisch fressen und Frösche blau sind
Vorpommern Ribnitz-Damgarten Wo Pflanzen Fleisch fressen und Frösche blau sind
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17:08 30.08.2018
Unter den Teilnehmern der geführten Wanderungen durch das Ribnitzer Große Moor befinden sich häufig auch Kinder und Jugendliche. Quelle: Heiko Werth
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Ribnitz-Damgarten-Neuheide

Über Mangel an Arbeit kann Holger Tessendorf, der seit 2012 im Infozentrum „Wald und Moor“ Neuheide (Vorpommern-Rügen) tätig ist, nicht klagen. Seit dem Frühjahr ist er täglich mit Wandergruppen unterwegs. Besonders gut angenommen wurden auch in diesem Jahr wieder die von April bis Oktober jeweils mittwochs stattfindenden naturkundlichen Führungen durch das Ribnitzer Große Moor. Sie sind sozusagen das „Premium-Angebot“. Bei diesen Wanderungen kann man, je nach Jahreszeit, dem Blauen Moorfrosch begegnen, Kraniche beobachten oder fleischfressende Pflanzen sehen. Startpunkt für die Wanderungen ist das Infozentrum „Wald und Moor“.  Auf der siebeneinhalb Kilometer langen Strecke hat es in diesem Jahr besonders viel zu bestaunen gegeben. Denn der Wintereinbruch zu Ostern mit dem vielen Schnee hat dazu geführt, dass nach dem Abtauen des Schnees die Torfseen und Gräben randvoll gefüllt waren mit Wasser. Tessendorf: „Für das Moor war das ideal und hat dazu geführt, dass unter anderem das Wollgras so prächtig gedieh wie in den letzten fünf Jahren nicht mehr. Auch Sumpfporst und Sonnentau wuchsen in diesem Jahr besonders gut.“ Nach der darauf folgenden langen Trockenperiode brauche das Moor jetzt allerdings wieder dringend Wassernachschub. Jeden Freitag werden außerdem zwei Führungen mit Start in Graal-Müritz angeboten. Jeweils montags wird zur Fahrradtour ab der Kurverwaltung Dierhagen eingeladen.

Infozentrum ist täglich geöffnet

Neben den regulären Führungen kommen in der Saison noch Wanderungen nach Vereinbarung hinzu. Da ist von Schulklassen und Reisegesellschaften über Jagdgenossenschaften und Teckel-Club bis hin zum Versicherungsunternehmen und katholischem Kirchenchor alles vertreten. „Der Kirchenchor kam aus Leipzig. Seine Mitglieder legten sich auf dem Rückweg gesanglich mächtig ins Zeug“, erzählt Tessendorf mit einem Schmunzeln. Das Interesse an den naturkundlichen Führungen ist so groß, dass er sie allein nicht mehr bewältigen könnte. Deshalb ist er dankbar, dass ihn Norbert Pusback bereits seit Jahren jeweils von Mai bis Oktober unterstützt. Beide pieken übrigens gern mal mit einem langen Stock ins schwingende Torfmoos eines Torfstiches, um den Besuchern, die sie durchs Ribnitzer Große Moor führen, zu zeigen, wie tief das sein kann. Nämlich zwei Meter. Und noch tiefer. Wenn der Stock völlig verschwunden ist, macht das großen Eindruck. Nicht nur die naturkundlichen Führungen würden gut angenommen, auch das Infozentrum sei ein beliebter Anlaufpunkt für einheimische und auswärtige Gäste, freut sich Tessendorf. Das Infozentrum ist täglich von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Von Mai bis Oktober sind hier drei Mitarbeiter des Vereins zur Förderung der Arbeit und Qualifizierung Ribnitz-Damgarten tätig. „Ohne sie würde ich in der Saison Infozentrum und Führungen nicht unter einen Hut kriegen. Sie halten mir den Rücken frei für die Wanderungen“, sagt Tessendorf. Das Informations- und Schulungszentrum „Wald und Moor“ Neuheide wurde am 1. Mai 2001 eröffnet. Seither wurde es von rund 170 000 Gäste aus ganz Deutschland und den europäischen Nachbarländern besucht. Es ist mit seinen rund 100 Quadratmetern Ausstellungsfläche nicht besonders groß. Aber was man über die Entwicklung des Ribnitzer Großen Moores sowie über den Lebensraum Wald wissen sollte, das wird den Besuchern hier sehr anschaulich vermittelt.

Bisher konnten rund 10 000 Besucher begrüßt werden

Bei den Wanderungen und im Infozentrum habe man in diesem Jahr bisher zusammengenommen rund 10 000 Besucher zählen können. Dabei werde es nicht bleiben, schätzt Tessendorf ein. Denn auch der September und Oktober seien sehr beliebt bei den Besuchern. Zwar werden seit 2012 als saisonverlängerndes Angebot auch Wanderungen von November bis April nach Anmeldung angeboten, dennoch werde es in der kalten Jahreszeit um einiges ruhiger, sagt Tessendorf. Das heiße aber nicht, dass man auf „Winterschlaf-Modus“ umschalte. Die kalte Jahreszeit werde genutzt, um andere dringend notwendige Arbeiten zu erledigen. So seien die Inhalte der Internetseite zu aktualisieren. Der Winter sei auch die Zeit, in der er an der Digitalisierung der Infotafeln des Naturlehrpfades und des Infozentrums arbeite, so Tessendorf. Sie sei notwendig, um die alten Tafeln nach und nach erneuern zu können. Die stammen noch aus der Mitte der 1990er Jahre und wurden noch analog erstellt. Die neuen Tafeln, von denen die ersten bereits zu sehen sind, werden auf digitaler Basis gefertigt.Immer zu tun gebe es auch in der Ausstellung des Infozentrums. Den Januar nutzt er, um an den Grundschulen der Stadt bei den Viertklässlern das Interesse an der Natur vor der eigenen Haustür und den Naturschutz zu wecken

Edwin Sternkiker

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