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Ribnitz-Damgarten Wo fleißige Fische Füße küssen
Vorpommern Ribnitz-Damgarten Wo fleißige Fische Füße küssen
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00:00 11.08.2018
Kundin Manuela Scheffler (l.) genießt die Mini-Reflexzonenmassage, die Andrea Saatmann in ihrem Hotel anbietet. Quelle: Fotos: Dana Frohbös
Ahrenshoop

Die Idee kam ihr im Schlaf, sagt Andrea Saatmann, die in Ahrenshoop das Aparthotel Saatmann betreibt. „Ich hatte da diesen Raum frei und wollte irgendwas damit machen“, sagt die 41-Jährige, „etwas anbieten, was es hier nicht gibt. Aber Sanddornmarmelade wollte ich nicht verkaufen und Postkarten haben wir hier ja auch genug“. Die Idee mit den Knabberfischen kam dann ganz spontan. Doch ganz einfach war die Umsetzung nicht.

In Ahrenshoop kann man sich einer ganz speziellen Behandlung unterziehen

Erst einmal ist sie nach Berlin gereist, um sich so ein Fisch Spa aus der Nähe anzusehen. „Dann stand sofort fest, dass ich das machen will“, sagt Andrea Saatmann. Sie kaufte sich ein Buch über Aquarien und besuchte ein Seminar. „Das ging zwei Tage“, sagt sie. Die meiste Arbeit erwartete sie dann aber noch zu Hause. 500 Fragen wollten auswendig gelernt werden. Davon seien dann nur 95 in der Prüfung drangekommen, von denen 90 richtig beantwortet werden mussten, sagt die 41-Jährige. Vier Wochen hatte die Hotelbesitzerin Zeit, sich durch den Lernstoff zu wühlen. Dann stand die Prüfung an – und sie bestand. Zusätzlich musste noch eine mündliche Prüfung bei einem Tierarzt abgelegt werden. Seither ist Andrea Saatmann nicht nur Hotelbetreiberin, sondern auch Süßwasseraquarianerin nach Paragraph 11 des Tierschutzgesetzes und hält insgesamt 60 asiatische Saugbarben in zwei Becken.

„Ich bin das erste Mal hier“, sagt Manuela Scheffler, die bei Andrea Saatmann eine Anwendung gebucht hat. Zu Beginn werden die Füße der Ribnitzerin ausführlich gereinigt. „Nur gesunde Füße dürfen ins Becken“, sagt Andrea Saatmann, „man darf keine offenen Wunden haben und auch keinen Haut- oder Nagelpilz“. Dann werden die Füße ins Becken getaucht und die Mini-Reflexsonenmassage beginnt. „Die Fische knabbern mit ihren Lippen die Hautpartikel ab“, sagt Andrea Saatmann. Dabei stößen sie auch ein Sekret aus und man habe danach sehr weiche Haut, sagt sie.

Die Tiere mit dem lateinischen Namen Garra Rufa stammen aus der Kangal Region in der östlichen Türkei und leben in sehr kargen und warmen Gewässern, die kaum Pflanzenbewuchs zulassen. Diesen Nährstoffmangel gleichen die Fische dadurch aus, dass sie andere Lebewesen „putzen“. Die abgestorbenen Hautzellen liefern ihnen dabei wichtige Nährstoffe und Proteine. Den Namen für das neue Lädchen hatte Andrea Saatmann schnell gefunden. „Wir sind hier ja auf dem Fischland und die Fische küssen die Füße.“ Fischlandkuss war geboren.

Für Manuela Scheffler ist es erst die zweite Knabberfisch-Behandlung, erst einmal zuvor hat sie es ausprobiert. „Das war im Urlaub auf Teneriffa“, sagt sie und ist auch jetzt wieder begeistert. „Es kitzelt ein bisschen, fühlt sich aber sehr schön an“.

Nach der Behandlung bekommen die Fische mindestens eine Stunde Pause. „In dieser Stunde wird das Wasser fünf Mal gefiltert und die Tiere können sich ausruhen“, sagt Andrea Saatmann. Einmal pro Woche werden die Wasserwerte überprüft. Dank der Ausbildung darf sie das selber machen. „Und wenn ich mal im Urlaub bin, übernimmt das der Hausmeister, der ist nämlich auch Aquarianer“.

Dana Frohbös

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