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„Woher soll ich wissen, wann Hanse Sail ist?“

Rostock „Woher soll ich wissen, wann Hanse Sail ist?“

Zwei Rostocker Studenten betreiben mit viel Ironie die Facebook-Seite „Dinge, die ein Rostocker nicht sagt“.

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Die Betreiber der Seite: Christoph Pallmann (r.) und Tom Brennecke (beide 19).

Rostock. „Die Musik im Olymp und Hades hat genau die richtige Lautstärke.“ Bei dieser Aussage wird sich der eine oder andere Rostocker wundern. Nicht ohne Grund: Wer jemals an dem Laden vorbei geschlendert ist, weiß, dass der Bass beinahe bis zum Kröpeliner Tor zu hören ist. Genau das ist das Konzept der Facebook-Seite „Dinge, die ein Rostocker nicht sagt“: Ironie.

„Ursprünglich haben wir uns über den Trend lustig gemacht“, sagt Christoph Pallmann, einer der Betreiber der Seite. Gemeint ist das aus dem Boden schießen solcher Angebote wie: „Dinge, die ein Student nicht sagt“, „Dinge, die ein Betrunkener nicht sagt“ oder „Things Münchner don‘t say“. Doch dann haben die beiden Studenten Christoph Pallmann und Tom Brennecke (beide 19) gemerkt: So etwas gibt es in Rostock noch nicht. Jeder, dem etwas einfällt, kann nun der Seite eine Nachricht mit einem Vorschlag schreiben. Die lustigsten und kontroversesten Aussagen werden veröffentlicht.

„Lustig ist es, wenn Freunde Vorschläge einsenden, die nicht wissen, dass ich die Seite betreibe“, sagt Brennecke lachend. Das Ziel der beiden sei es vor allem, eine lustige und unpolitische Plattform zu stellen, die „gesellschaftskritisch angehaucht“ ist. So kommt es nicht selten zu Diskussionen über die Beiträge. Für viel Entrüstung sorgte so der Spruch: „Ich habe mich schon vor ihrem Sinken für die ,Georg Büchner‘ interessiert“. Aber eine Stärkung des Gemeinschaftsgefühls sei aus einigen Kommentaren zu lesen, so der leidenschaftliche Fußballer Pallmann. Besonders überrascht seien die beiden Studenten über Statistiken der Seite. Demnach sind die Hauptnutzer zwischen 26 und 30 Jahre alt. Zehn Prozent der Leser seien zwischen 40 und 50. „Wir dachten, unsere Leserschaft sei jünger“, sagt Brennecke.

Mit momentan 5777 „Likes“ sei die Seite gut besucht. Das Identifikationspotenzial ist hoch, stellen die Betreiber fest. Dabei werden viele Lacher erzeugt. „Woher soll ich wissen, wann Hanse Sail ist?“, spielt auf die enorme Werbung für das maritime Volksfest an. Beim Lesen einiger Kommentare fällt Hobby-Gitarrist Brennecke auf: „Die Ironie muss natürlich verstanden werden.“

Nebenbei jobben die Studenten bei „Joey‘s Pizza“, als Schiedsrichter beim Fußball und in einem Eiscafé.

 

Karolin Hebben

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