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Wohin mit dem Wildschweinfleisch?

Ribnitz-Damgarten/Schwerin Wohin mit dem Wildschweinfleisch?

Die Zahl der Abschüsse steigt, während die Ankaufpreise für die Jäger fallen. Viele Wildhändler im Nordosten wie Helmut Jens aus Ribnitz-Damgarten sind unzufrieden: Die Vermarktung des Fleisches stockt.

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Seit Dezember gibt es in MV eine Abschussprämie für Wildschweine, damit mehr gejagt werden.

Quelle: Stefan Sauer/dpa

Ribnitz-Damgarten/Schwerin. In MV werden seit Dezember mehr Wildschweine gejagt. Genaue Zahlen liegen noch nicht vor, aber Experten gehen davon aus, dass die sogenannte „Bürzelprämie“ von 25 Euro tatsächlich zu mehr Abschüssen führt. Die Frage ist jedoch: Wohin mit dem Fleisch? Schon vor Einführung der Prämie waren die Preise im Sinkflug. Jetzt nach den Feiertagen bricht auch noch saisonbedingt die Nachfrage ein. Die Wildhändler in MV fühlen sich im Stich gelassen.

Hier gibt es Wildschweinfleisch:

Wildhandel (Auswahl):- Wildhandel Jenß, Ribnitz-Damgarten- Wildhandel Kajahn, Gustow (Rügen)- Müritz-Wild, Waren- Wildhandel Lenz, Woldegk- Wildbret MV, Süderholz- Wildmanufaktur, DobbertinWild vom Förster:Hofläden Forstämter Bad Doberan, Pudagla, Schildfeld und Torgelow

Zukaufen im Ausland

Helmut Jenß, der als Wildmeister Jenß in Ribnitz-Damgarten (Kreis Vorpommern-Rügen) Wild verkauft, ist enttäuscht: „Man hätte frühzeitig mit uns sprechen und alle Beteiligten an einen Tisch holen sollen.“ Er habe für das Weihnachtsgeschäft kein Wildschweinfleisch aus MV bekommen. „Wir mussten im Ausland zukaufen.“ Dabei könne doch der regionale Handel die jetzt anfallenden Mengen effektiv verarbeiten, etwa indem er daraus Wurst macht.

Ankaufspreis auf ein Drittel gefallen

Thomas Holst vom Fachbereich Vermarktung im Landesforst MV räumt ein: „Die Vermarktung des Fleisches ist ein großes Problem, das wir bisher nicht lösen können.“ In Deutschland gebe es ein Überangebot, da mehr geschossen werden, um die Afrikanische Schweinepest fernzuhalten. Zudem machen ausländische Billigimporte den einheimischen Händlern Konkurrenz: „Wir haben daher die Entscheidung getroffen, ebenfalls mit dem Preis runterzugehen“, sagt Holst. Statt 1,50 Euro bekomme der Jäger im Landesforst jetzt nur noch 50 Cent pro Kilo.

Axel Büssem

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