Volltextsuche über das Angebot:

14 ° / 8 ° Regenschauer

Navigation:
Wohnungsbau im Alleingang

Wohnugsbauzingst Wohnungsbau im Alleingang

Warum der Zingster Bürgermeister Andreas Kuhn Bauherr wird.

Voriger Artikel
Gemeinde baut preiswerte Wohnungen
Nächster Artikel
Star-Geiger eröffnet Kammermusiktage

Wie es nach Abriss der alten NVA-Garagen aussehen könnte, zeigt Andreas Kuhn.

Quelle: Timo Richter

Zingst Die Gemeinde will in das Wohnungsgeschäft einsteigen. Dazu wird in der kommenden Woche ein Grundsatzbeschluss gefasst. Bürgermeister Andreas Kuhn (48, CDU) erläutert die Beweggründe.

OSTSEE-ZEITUNG: Bezahlbare Wohnungen fehlen zwischen Boltenhagen und Usedom, was will Zingst nun besser machen?

Andreas Kuhn: Wir sind ein Arbeitgeberort, können aber kaum Wohnraum für die Beschäftigten bieten, den die bezahlen können. Zusammen mit den Gemeindevertretern wollen wir nun einen neuen Weg einschlagen und selbst bauen.

OZ: Ganz neu ist die Idee aber nicht.

Kuhn: Wir haben uns schon vor geraumer Zeit Gedanken gemacht. Ein Grundstück ist da. Große Wohnungsunternehmen wie die Wiro oder die Wohnungsgenossenschaft Marienehe, beide aus Rostock, zeigten zwar Interesse. Am Ende kam aber ein für die Kommune nicht akzeptabler Mietpreis heraus. Da wurden durch die Bank knapp zehn Euro Kaltmiete pro Quadratmeter aufgerufen.

OZ: Da wurde wohl auf Gewinn spekuliert.

Kuhn: Das größte Problem für alle angefragten Unternehmen war, dass die ehemaligen NVA-Garagen und das Areal der einstigen Oberförsterei nur als Erbpacht weggegeben werden, trotz der vergleichsweise günstigen Konditionen.

OZ: Und das führte zu einem Sinneswandel in der Gemeinde?

Kuhn: Das Areal gehört der Kommune. Nun werden wir selbst aktiv und bauen auf dem knapp 5000 Quadratmeter großen Grundstück 55 Ein- bis Drei-Zimmer-Wohnungen. Das ist das Ergebnis eines intensiven Gesprächs zwischen Gemeindevertretung und Bürgermeister.

OZ: Kann sich die Gemeinde das denn überhaupt leisten?

Kuhn: Unser solide durchfinanzierter Haushalt gibt den Abriss der alten Garagen und der Forstverwaltung her. Für den Wohnungsbau benötigen wir einen Kredit. Ich rechne mit Kosten in Höhe von etwa 5,6 Millionen Euro. Wir bringen das Grundstück mit ein, bezahlen die Vorbereitungen aus eigener Tasche, da wird es — denke ich — günstige Konditionen geben.

OZ: Und der Kredit wird dann über hohe Mieten refinanziert?

Kuhn: Ich will eine maximale Kaltmiete von sechs bis sieben Euro pro Quadratmeter erreichen. Das ist nicht günstig, aber noch bezahlbar. Weil wir das Projekt als Kommune selbst durchziehen, haben wir zudem die größtmögliche Sicherheit, dass auch das entsteht,was wir wollen.

OZ: Wie sieht das weitere Vorgehen aus?

Kuhn: Noch stehen wir ganz am Anfang. Ich gehe von einem einstimmigen Grundsatzbeschluss aus. Aufgrund der Größe des Vorhabens werden Planungsleistungen ausgeschrieben, wahrscheinlich sogar europaweit. Außerdem benötigen wir einen kleinen Bebauungsplan für das Areal. Ich hoffe, dass diese Arbeiten noch in diesem Jahr erledigt werden können. Dann soll 2014 gebaut werden. Wenn alles glatt läuft, inklusive Wetter, können die ersten Mieter Weihnachten 2014 einziehen. Eher realistisch ist aber eine Fertigstellung im Jahr 2015.

OZ: Wer darf eigentlich in die neuen Wohnungen einziehen, gibt es schon eine Warteliste?

Kuhn: Erste Anfragen liegen vor. Wer die Wohnungen bekommt, darüber müssen wir uns noch Gedanken machen. Ich könnte mir vorstellen, dass eine Vergabe der Wohnungen sinnvollerweise gut im Sozialausschuss aufgehoben wäre. Als Grundlage brauchen wir aber noch eine Vergaberichtlinie, die abgestimmt werden muss.

OZ: Rechnen Sie mit einem Einwohnerzuwachs?

Kuhn: Das wird, hoffe ich, eintreten. Wahrscheinlich kommt es auch zu einer Umzugswelle innerhalb des Ortes, nämlich von den inzwischen nicht mehr ansehnlichen Blöcken in der Jordanstraße in die neuen Wohnungen. Dann wird aber Wohnraum an anderer Stelle wieder frei. Der Ort wird also in jedem Fall von unserem Vorhaben profitieren. Nicht umsonst sind wir zwischenzeitlich wie Barth zu einem Grundzentrum geworden.

Kommune investiert
5,6Millionen Euro will die Kommune in den Bau von bezahlbaren Mietwohnungen stecken.

55Wohnungen sollen auf dem Areal der einstigen NVA-Garagen und der einstigen Forstverwaltung entstehen.

6-7Euro Kaltmiete pro Quadratmeter sollen die kommunalen Wohnungen einmal kosten.

Timo Richter

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Zingst
Kommunaler Bauherr: Andreas Kuhn, der Bürgermeister von Zingst, hält die ersten Pläne für 55 neue Wohnungen hoch.

Das nordvorpommersche Zingst will für 5,6 Millionen Euro bis 2015 insgesamt 55 Quartiere errichten, die günstige Mieten bieten.

Kostenpflichtiger Inhalt mehr
Mehr aus Ribnitz-Damgarten
Von Redakteur Thorsten Richter

Verlagshaus Ribnitz-Damgarten

Lange Straße 43/45
18311 Ribnitz-Damgarten

Öffnungszeiten:  
Montag bis Donnerstag
10.00 bis 17.00 Uhr

Leiterin Lokalredaktion: Robert Niemeyer
Telefon: 0 38 21 / 88 86 39
E-Mail: ribnitz-damgarten@ostsee-zeitung.de

Beilagen
Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
RSS-Feeds

Wissen, was in Rostock und der Welt los ist

Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Leserbriefe, Meinung, Teaser der den User auf die Seite "Leserbriefe" führen soll image/svg+xml Image Teaser „Leserbriefe“ 2015-09-23 de Meinung Ihre Leserbriefe Über unser Kontaktformular können Sie uns gern Lob, Kritik, Ideen oder andere Anmerkungen zu aktuellen Themen aus Ihrer Region, MV und der Welt zusenden. Wir freuen uns auf Ihre Meinung. Hier geht es zum Formular.