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Ribnitz-Damgarten Würzburgerin gewinnt Literaturpreis
Vorpommern Ribnitz-Damgarten Würzburgerin gewinnt Literaturpreis
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00:00 29.10.2014
Ulrike Schäfer ist Hauptgewinnerin des Frauen-Literaturpreises 2014. Quelle: Fotos: Susanne Retzlaff
Marlow

„Toll!“ hat ein Jurymitglieder über den Text Nr. 104 gekritzelt und so die handschriftlichen Randnotizen der anderen Jurorinnen zusammengefasst. „Nele“ nannte die Autorin die Geschichte, mit der sie sich um den vom Kulturverein Lisa in Neu-Guthendorf initiierten Frauen-Literaturpreis 2014 beworben hat.

„So einen Wettbewerb speziell für Frauen gab es noch nicht“, wundert sich die Gründerin und Vorsitzende Anja Röhl ein wenig über ihre Vorreiterrolle. Vielleicht kam deswegen die Post gleich „waschkörbeweise“ und brachte Texte unter dem Motto „Jenseits von Kitsch und Krimi“ von Frauen aus dem gesamten deutschsprachigen Raum nach Neu-Guthendorf. Bis zu 30 Seiten lang waren die 280 Werke, die eine fünfköpfige Fachjury, ohne die Autorinnen zu kennen, nach einem Punktesystem bewertete. Keine leichte Aufgabe für Anja Röhl (Autorin, Germanistin), Katinka Friese (Leiterin Literaturhaus Rostock), Petra Vierecke (Autorin, Lektorin aus Hamburg), Angelika Gebauer (feministische Werbungskritik, Rostock) und Christin Denker (Germanistin, Frauenberatung Hamburg), die sich durch ein breites Spektrum eindrucksvoller Frauenthemen lasen und dabei auf sehr hohes literarisches Niveau stießen.

Darüber freute sich Anja Röhl anlässlich der Verleihung des ersten Preises im Bücherdorf Gresenhorst. Für Hauptgewinnerin Ulrike Schäfer aus Würzburg ist es seit 2013 bereits der vierte Preis, dazu gratulierte auch Marlows Bürgermeister Norbert Schöler.

Für die Anerkennung und den dreiwöchigen Aufenthalt im Kunsthaus Neu-Guthendorf, der mit dem Preis verbunden ist, revanchierte sich die Autorin mit der Lesung ihrer Kurzgeschichte „Nele“. Leise, fast melodiös beschreibt sie in eindringlichen Bildern einen schmerzlichen Prozess des erwachsen Werdens, als stürbe daran immer auch ein Kind. Die Geschichte von der Autorin zu hören, hätte eine ganz andere Qualität, als sie selbst zu lesen, stellte Jurymitglied Katinka Friese beeindruckt fest. „Mit diesem Text habe ich etwas Neues gewagt“, gesteht die 49-jährige Preisträgerin erleichtert über die positive Resonanz auf „Nele“, die ihr bereits half, einen Verlag für ihre Erzählungen zu finden. Der Band soll im September 2015 bei Klöpfer & Meyer erscheinen. Ganz so lange muss man hier in der Region nicht warten. Die Autorin macht bereits Termine für Lesungen während ihres Aufenthaltes im Sommer.

Der zweite Preis (einwöchiger Aufenthalt im Kunsthaus Lisa) ging an Andrea Temme in Berlin für „Rundgefunkt“, ein Textausschnitt über eine Kindheit mit Fremdsendern in der DDR. Zwei dritte Preise (je ein Wochenende im Kunsthaus) vergab die Jury an Ursula Sinemus, Lüneburg, für einen Ausschnitt aus dem Roman „Das Leben gehört den Lebenden“, der eine Vater-Tochter-Beziehung behandelt, sowie Cornelia Koepsell aus Augsburg für die eigenwillige Beschreibung des verpassten Lebens einer „Blaumeise“. Am 8. November werden sie mit einer gemeinsamen Lesung im Rathaus Marlow geehrt.

Preisträgerin
„Ich habe schon als Kind allen erzählt, dass ich Schriftstellerin werden will“, erzählt Ulrike Schäfer, 1965 in München geboren. Die Eltern waren von diesem Berufswunsch nicht begeistert, ein Studium der Germanistik und Philosophie in Würzburg schien zumindest ein Kompromiss. Analytisches Interesse an Textenstrukturen ließen sie ein Informatik-Studium ergänzen, die Uni-Dozentin wechselte in die Software-Branche. Dann merkte sie: „Etwas fehlt, etwas Entscheidendes, das Schreiben.“



Ihre erste Geschichte veröffentlicht sie mit Anfang 40 in einer Literaturzeitschrift, wurde immer ambitionierter. Inzwischen sind es „immer mehr Fetzen“, die zu Geschichten zusammenwachsen. Ulrike Schäfer ist verheiratet, hat keine Kinder und lebt seit dem Studium im fränkischen Würzburg.



Susanne Retzlaff

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