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Wunderwasser lockte wieder viele Gäste nach Kenz

Kenz Wunderwasser lockte wieder viele Gäste nach Kenz

Fünftes Brunnenfest im einstigen Wallfahrtsort bot zahlreiche Attraktionen.

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Martina und Michael Weihs zapfen sich das Wunderwasser ab.

Quelle: S. Retzlaff

Kenz. Petrus leistete seinen Beitrag zum 5. Kenzer Brunnenfest, er schickte einen kurzen Schauer zur Begrüßung, hielt sich dann aber zurück. Alle zwei Jahre feiert das Dorf den Neubau des 1763 entstandenen Brunnenhauses über seiner Wunderquelle. Zum ersten Mal 2005, als das Gebäude eingeweiht wurde, das nach alten Zeichnungen errichtet worden war.

Bereits im Mittelalter bedeutendes Ziel von Wallfahrern, die ein wundersames Marienbildnis besuchten, herrschte im beginnenden 18. Jahrhundert Hochbetrieb im Kurort Kenz. Feine Herrschaften überzeugten sich von Heilkraft und Qualität des alkalienreichen, innerlich wie äußerlich anzuwendenen Mineralwassers. 1806 kam sogar die polnische Königin mit 64 Pferden und ihren ganzen Hofstaat um in Kenz zu kuren.

Ohne Pferde, aber mit einer Menge Flaschen im Gepäck, reisten Martina und Michael Weihs von der Insel Rügen an. Sie kommen schon seit Jahren um von der Kenzer Quelle zu trinken: „Vor allem, weil es schmeckt, bekömmlich ist, viele Mineralien enthält und wir uns gut fühlen, wenn wir das Kenzer Wunderwasser trinken.“

Das kann auch der achtjährige Heinrich bestätigen und greift zum Pumpenschwengel: „Heute wird wieder etwas von dem Zeugs getrunken. Davon wird man groß und stark“, sagt er und seinem Vater Harald Reinecke ein. Der Bürgermeister freut sich, dass das ganze Dorf zum Brunnenfest zusammenkommt und alle zum Gelingen beitragen. Der Heimatverein Kenz-Küstrow hat Kaffee gekocht und rund 20 Torten und Kuchen gebacken, zählt die Vorsitzende Roswitha Grätz auf, der Reinerlös werde auf die Vereine der Gemeinde aufgeteilt.

Rustikale Attraktionen wie die Stroh-Hüpfburg, ein ganz ruhiger Rappe zum Reiten und Kuh Elsa, die sich problemlos melken ließ. Heinrich, der dreijährige Lenny, der wie sein Vater Bauer werden will, und Gisela Schinkel staunten nicht schlecht, dass Elsa frisches Kenzer Wasser gab. Bei der Kinderrallye der Kirche, Gemeinde und Vereine freuen sich über die gute Zusammenarbeit, löst der Nachwuchs spannende Aufgaben und lernt dabei ganz viel über Kenz, seine Kirche und die Geschichte, erklärt Pastor Kai Völker. Wer von Sakristei über Brunnenhaus, Kastanienallee und Blick in den Bottich alle Aufgaben bearbeitet hat, bekam die große Kenz-Kenner Medaille am Bande mit Urkunde.

Vor der letzten Aufgabe des Brunnenfestes, dem Tanz in die Nacht, galt es jedoch, den Tonnenkönig zu ermitteln. In einem zügigen Wettkampf auf dem Drahtesel wurde Martin Habermann (Kenz) Boden-, Thomas Sehse (Kenz) Stäben- und Mathias Harms (Küstrow) Tonnenkönig.

 

Susanne Retzlaff

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