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Zoff um Gemeinschaftsländereien erreicht Historiker

Wustrow Zoff um Gemeinschaftsländereien erreicht Historiker

Gegensätzliche Auffassungen zu einer Weide-Ordnung von 1851 vertreten zwei Wustrower Hobby-Historiker. Das Papier soll Basis sein, wonach Wustrow verpflichtet ist, ein Drittel der Erlöse aus den Gemeinschaftsländereien an Ahrenshoop abzutreten.

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Um die Auszahlung eines Drittels der Reinerlöse aus den Gemeinschaftsländereien südlich von Wustrow an Ahrenshoop ist Streit entbrannt.

Quelle: Olaf Hackethal

Wustrow. Der Streit um die Aufteilung der Erlöse aus den Gemeinschaftsländereien wird nicht allein auf juristischer Ebene geführt, sondern hat nun auch die Historiker erreicht. Gunther Lübbe und Günther Weihmann, zwei anerkannte Hobby-Historiker in Wustrow, vertreten ganz unterschiedliche Auffassungen. Hintergrund ist die Einstellung von Zahlungen Wustrows an Ahrenshoop.

Künstlerort profitierte

Bislang profitierte der Künstlerort von jährlich rund 60 000 Euro, die einem Drittel der Erlöse aus Vermietung und Verpachtung der Gemeinschaftsländereien entsprechen. Für Wustrow vertritt Staranwalt Peter-Michael Diestel die Einschätzung, dass für die bis dato erfolgten anteiligen Gewinnauszahlungen keinerlei Rechtsgrundlage existiere.

Juristischer Beistand geholt

In Ahrenshoop wird das anders gesehen und auf eine Weide-Ordnung aus dem Jahr 1851 verwiesen, wonach die Aufteilung der Gewinne aus den Ländereien festgeschrieben worden sei. Auch dort wurde juristischer Beistand geholt.

„Die Sache ist sonnenklar“

Der Auffassung Ahrenshoops folgt Gunther Lübbe und zitiert aus der von Friedrich Franz gezeichneten Weide-Ordnung: Der Rest wird beim Jahesschlusse den Gemeinde-Cassen gegen Quittung übergeben und zwar pro rata, zu 2/3tel an Wustrow, zu 1/3tel an Alt-Niehagen. Für Lübbe ist die Sache damit „sonnenklar“. Die Gemeinschaftsländereien umfassen die südlich vor Wustrow liegende Weidefläche bis zur Stadtwiesengrenze Ribnitz.

Große Flächen entnommen

Diese „Communionsweide“ beinhaltet die südlich vor Wustrow liegende Weidefläche bis zur Stadtwiesengrenze Ribnitz, so Lübbe. Die Grenze verläuft von der Düne a, sogenannten Kittelhüttwäldchen vorbei und dann schräg auf Barnstorf zu. Infolge des Deichbaus nach der schweren Sturmflut 1872, die Errichtung der Nebelstation und den Bau der heutigen L 21 wurden große Flächen entnommen. Seit Anfang der 1970er-Jahre gebe es die Ferienhausbebauung auf einem weiteren Teil, der inzwischen bis zum Surf-Center reiche.

Bürgermeister einigten sich

Nach der Wende bemühten sich die Bürgermeister der beiden beteiligten Kommunen um ein zeitgemäßes Verhältnis und legten der Vermögenszuordnungsstelle der Oberfinanzdirektion Rostock einen Protokollentwurf über die Zuordnung von ehemals volkseigenen Vermögensgegenständen vor. Demnach sollten die Erlöse der Gemeinschaftsländereien nach einer unstrittigen Zuordnung zugunsten Wustrows nach altem Schlüssel aufgeteilt werden. Auf einen Widerruf haben der damalige Wustrower Bürgermeister Christian Peters sowie sein Ahrenshooper Amtskollege Hans Götze verzichtet, beiderseits unterzeichnet im letzten Quartal 1995.

„Weide-Ordnung ist kein Vertrag“

Günther Weihmann dagegen stuft das Papier aus dem Jahr 1851 anders ein. „Aus meinem Rechtsverständnis heraus betrachte ich die Weide-Ordnung nicht als Vertrag, sondern als das, als was es der Großherzog betitelt hat“, nämlich als Regulativ. Es haben keinen Vertrag zwischen den Gemeinden gegeben, konstatiert Weihmann. „Es war eine Hoheitliche, Landesherrliche Verfügung seiner Königlichen Hoheit, des Großherzogs von Mecklenburg/Schwerin für die in der Weide-Ordnung benannten Gemeinden.“

Steigende Einnahmen will Wustrow nicht teilen

Angesichts höherer Einnahmen aus Erbbaupachtverträgen sowie erwarteten Millionen aus dem Verkauf von Ökopunkten – Teile der renaturierten Fischlandwiese zählen zu den Gemeinschaftsländereien – will der Wustrower Bürgermeister Daniel Schossow (SPD) nicht länger mit der Nachbarkommune teilen, jedenfalls nicht ohne eine handfeste rechtliche Grundlage. Während der Recherchen Diestels ist ein Beschluss der Wustrower Gemeindevertreter aus dem Jahr 1997 aufgetaucht, wonach einer Zahlung eines Drittels der Reinerlöse widersprochen wird (die OZ berichtete).

Vorgehen kritisiert

Der Ahrenshooper Bürgermeister Hans Götze (Einzelbewerber) hatte das Vorgehen Schossows kritisiert und eine interne Klärung favorisiert. So sei ihm die Einsichtnahme in den Wustrower Beschluss verwehrt worden.

Richter Timo

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