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Ribnitz-Damgarten Familie lebt in Ribnitz-Damgarten zu zehnt auf 70 Quadratmetern
Vorpommern Ribnitz-Damgarten Familie lebt in Ribnitz-Damgarten zu zehnt auf 70 Quadratmetern
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21:20 15.04.2019
Vasyl Mironiuk (l.) und Svetlana Mironiuk (4.v.l.) und ihre Kinder (zwei waren bei der Aufnahme des Bildes in der Schule) wünschen sich eine größere Wohnung. Holger Hurtig (r.) vom Folklore-Ensemble „Richard Wossidlo“ unterstützt die Familie. Quelle: Robert Niemeyer
Ribnitz-Damgarten

Da wird es morgens eng auf dem Weg zum Bad. Irgendwie scheint es zu funktionieren, doch an ein wirklich entspanntes Familienleben ist für die ukrainische Familie Mironiuk nicht zu denken. 2015 kamen Vasyl und Svetlana Mironiuk mit fünf Kindern nach Deutschland, um Asyl zu suchen. In Damgarten bekamen sie eine Wohnung. Aus den fünf Kindern wurden im Verlauf der vergangenen vier Jahre acht. Und mittlerweile ist die Wohnung, die sich ohnehin nicht im besten Zustand befindet, viel zu klein für die Großfamilie. Doch die Versuche, in Ribnitz-Damgarten eine größere Wohnung zu bekommen, scheiterten bislang.

„Es ist manchmal sehr unruhig, vor allem, wenn die Kinder streiten“, sagt die 35-jährige Svetlana Mironiuk. Vor etwas mehr als drei Wochen bekam sie ihr jüngstes Kind, das älteste Kind ist 18 Jahre alt. Das Baby sowie zwei weitere Kinder schlafen im Schlafzimmer der Eltern. Ein Kind findet im Wohnzimmer auf der Couch Platz. Ein einem weiteren, knapp zehn Quadratmeter kleinem Zimmer schlafen vier Kinder.

„Die Bedingungen sind unmenschlich“

„Es wäre wirklich besser, wenn wir zwei Zimmer mehr hätten“, sagt Vasyl Mironiuk (44). „Die Bedingungen sind unmenschlich“, sagt auch Holger Hurtig, Leiter des Folklore-Ensembles „Richard Wossidlo“, der die Familie unterstützt. Einige der Kinder sind Mitglied des Ensembles, auch Vasyl Mironiuk hat drei Jahre dort getanzt.

Doch offenbar führt kein Weg in neue vier Wände in der Bernsteinstadt. Anträge auf Zuteilung eine größere Wohnung seien von der Ausländerbehörde beim Landkreis Vorpommern-Rügen abgelehnt worden. „Ich habe auch gesagt, dass ich selbst eine größere Wohnung finde. Aber ich darf keine Wohnung suchen“, sagt Vasyl Mironiuk, der als Zeitungszusteller arbeitet.

„Ablehnung des Antrages ist höchstwahrscheinlich“

Das Asylverfahren der Familie läuft noch. Die Mironiuks gelten damit nicht als anerkannte Flüchtlinge. Mit diesem Status könnte die Familie frei über ihren Wohnsitz entscheiden. Als Asylbewerber wird ihnen eine Unterkunft gestellt. So heißt es auf Nachfrage bei der Kreisverwaltung Vorpommern-Rügens: „Die Familie hat einen Antrag auf dezentrale Unterbringung in einer eigenen angemietet Wohnung beantragt. Die Bescheiderteilung darüber steht noch aus. Hier wird es aber höchstwahrscheinlich zu einer Ablehnung des Antrages kommen.“

Laut Gesetz sollen Asylbewerber grundsätzlich zentral in Gemeinschaftsunterkünften untergebracht werden. Deshalb gebe es keinen Rechtsanspruch auf eine eigene, dezentrale Wohnung. Nur in begründeten Einzelfällen sei eine eigene Wohnung außerhalb einer Gemeinschaftsunterkunft möglich. Aus medizinischen Gründen könnte beispielsweise eine dezentrale Unterbringung erforderlich sein.

Alternative wegen weiter Wege abgelehnt

Eine weitere Möglichkeit: Die Familie habe ein derart hohes Einkommen aus einem mindestens drei Monate andauernden, unbefristeten Arbeitsverhältnis oder ein entsprechendes Vermögen, um den gesamten Lebensunterhalt selbst bestreiten zu können, inklusive Miete. „Solche gewichtigen Gründe liegen bei der Familie nicht vor“, heißt es in der Stellungnahme vom Landkreis.

Mehr Platz sei laut Landkreis allerdings vorhanden, nur nicht in Ribnitz-Damgarten. „Der Landkreis hat der Familie mehrfach angeboten, letztmalig am 3. April, in der Gemeinschaftsunterkunft in Körkwitz zu wohnen. Dort steht ein Bungalow mit circa 123 Quadratmetern zur Verfügung.“ Doch das lehnt die Familie ab, vor allem weil die Wege zu weit seien.

Landkreis hat nur 44 dezentrale Wohnungen

Nur Vasyl Mironiuk kann Auto fahren. Der Schulweg sei weniger das Problem. Einige der Kinder seien jedoch in Vereinen aktiv, etwa beim Judo, in der Musikschule oder im Tanzensemble und müssen entsprechend zu den Übungsstunden gebracht und abgeholt werden. Innerhalb des Stadtgebietes sei das Pensum zu bewältigen „Die Abläufe funktionieren“, sagt Vasyl Mironiuk. Mit einer Unterbringung in dem ehemaligen Ferienpark in Körkwitz außerhalb der Stadt sei es schwierig, die Aktivitäten der Kinder aufrechtzuerhalten.

Grundsätzlich ist der Landkreis gesetzlich nur verpflichtet, Gemeinschaftsunterkünfte für Asylbewerber vorzuhalten. Dezentrale Wohnungen seien nur aufgrund der hohen Zahl der Flüchtlinge, die 2015 und 2016 nach Deutschland und damit auch in die Region Ribnitz-Damgarten kamen, angemietet, da Gemeinschaftsunterkünfte nicht so schnell zur Verfügung gestanden hätten. Nachdem die Flüchtlingszahlen zurückgegangen sind, wurden massiv dezentrale Wohnungen gekündigt. Derzeit hat der Landkreis im Kreisgebiet nur noch 44 dezentrale Wohnungen angemietet.

Robert Niemeyer

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