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Ribnitz-Damgarten Zukunft der Kleiderkammer ist ungewiss
Vorpommern Ribnitz-Damgarten Zukunft der Kleiderkammer ist ungewiss
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08:02 13.06.2017
Karoline Preisler in den neuen Räumen der Kleiderkammer. Ab sofort wird geprüft, ob Bedürftige noch auf die Spenden angewiesen sind. Quelle: Foto: Privat
Barth

Kaputte Kühlschränke und Elektro-Herde. Oder Möbel, die reif für den Sperrmüll sind. Vor der Kleiderkammer des Barther Nachbarschaftstreffs sammelten sich in den vergangenen Monaten Dinge an, die niemand mehr gebrauchen kann. Viele Barther, die die Kleiderkammer mit einer Müllhalde verwechselten, kamen nachts. Sie entrümpelten sich im Schatten der Dunkelheit, enluden ihre Autos und Anhänger und stellten den Unrat einfach vor der Tür des Treffs ab. Hilfe für Bedürftige leisteten sie damit nicht. „Das einzige was der Nachbarschaftstreff von den fragwürdigen Schrott-Spenden hat, sind Entsorgungskosten im fünfstelligen Bereich“, sagt Karoline Preisler, Initiatorin des Treffs. Kosten, die zum Teil privat finanziert werden müssen, da der Verein über keinerlei Einkünfte verfügt.

Doch damit ist jetzt hoffentlich Schluss. Die Kleiderkammer ist in die erste Etage umgezogen. Karoline Preisler hofft: „Dass wir jetzt nicht mehr die Entrümpelungs-Station Barths sind, weil wir in den ersten Stock gezogen sind.“ Weg aus den ebenerdigen Räumen, die es den Schrott-Spendern besonders leicht gemacht haben, ihre „Spenden“ klammheimlich vor der Tür abzustellen.

Doch das soll nicht der einzige Vorteil der neuen Räumlichkeiten sein. Heller und freundlicher ist das Ambiente nun und sorgt bei den Mitarbeitern für bessere Laune. Bedürftige können sich hier nach wie vor nützliche Dinge des Alltags abholen – vom kleinen Löffel und Handtüchern bis hin zu Möbeln und Elektrogeräten.

Doch ist der Bedarf überhaupt noch vorhanden? Besitzen die meisten Flüchtlinge, die das Angebot im vergangenen Jahr besonders dringend benötigten, nicht mittlerweile all diese alltäglichen Dinge? Um dieser Frage auf den Grund zu gehen, gründeten sie eine Arbeitsgruppe. Die ehrenamtlichen Mitarbeiter führen ab sofort ein Ein- und Ausgangsbuch.Was geben Spender ab? Wonach fragen die Hilfesuchenden besonders oft und kann die Kleiderkammer damit dienen? Schon jetzt ist Karoline Preisler klar, der Bedarf hat sich verändert. Die Lage der Bedürftigen ist mittlerweile etwas entspannter und die Spendenbereitschaft nach wie vor groß. Bis vor einigen Monaten sei die Kleiderkammer hauptsächlich von Familien aufgesucht worden. Nun sind es jedoch die jungen Erwachsenen, die Hilfe benötigen.

„Bedarf und Angebot passen jedenfalls nicht mehr zusammen. Nach Geschirr oder Kleidung für die ältere Generation wird beispielsweise kaum noch gefragt. Auch Klamotten in der Größe 44/46 haben wir zu Genüge. Dafür suchen die Menschen nun umso dringender nach Jugend- und Kinderkleidung.“

Im November werten die Ehrenamtler ihre Aufzeichnungen dann aus und entscheiden: Brauchen die Barther ihre Kleiderkammer im kommenden Jahr überhaupt noch, oder kann sie ihre Türen für immer schließen?

„Der Nachbarschaftstreff wird aber in jedem Fall weiter geführt“, sagt Karoline Preisler, die plant, ein Begegnungs-Café in dem Gebäude in der Louis-Fürnberg-Straße einzurichten – ein Treffpunkt für Menschen, die einfach mal einen Kaffee trinken, ein Wort wechseln oder eine Umarmung benötigen. „Mittlerweile haben wir umgebaut und Räume dazu bekommen. Auch unsere Dachterrasse ist pünktlich zum Sommer fertig geworden.“

Carolin Riemer

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