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Rügen 18-Jährige hat Sexualdelikt in Göhren erfunden
Vorpommern Rügen 18-Jährige hat Sexualdelikt in Göhren erfunden
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00:01 14.06.2017
Die Gaststätte „Zum Lotsen“ gibt es mit dem Rüganer Klaus Möller in Göhren schon über 25 Jahre. Quelle: Foto: Archiv

Das von einer 18-Jährigen geschilderte Sexualdelikt am Wochenende in Göhren (die OZ berichtete) war von ihr frei erfunden worden. Das gestand die junge Frau den Ermittlern der Anklamer Kriminalpolizei während der Befragung am Montag. Der Grund für die falsche Anzeige ist laut Polizei „im persönlichen Bereich“ der aus Sellin stammenden Frau zu suchen. Nach Informationen der OSTSEE-ZEITUNG soll Liebeskummer die Ursache gewesen sein. Angeblich habe die 18-Jährige mit der Aktion um Aufmerksamkeit gebuhlt.

Nach den ersten Angaben der jungen Frau sei sie in der Nacht zu Sonntag beim Rauchen vor der Gaststätte „Zum Lotsen“ von einem jungen Mann unsittlich berührt worden. Der angebliche Vorfall gewann vor allem deshalb an Brisanz, da erst vor wenigen Wochen einige hundert Meter von der Gaststätte entfernt eine 56-Jährige vergewaltigt worden sein soll.

„Ich bin gleich sehr skeptisch gewesen, als ich von dem angeblichen Vorfall gehört habe“, sagt der „Zum Lotsen“-Besitzer Klaus Möller. „Für mich und auch für Göhren entsteht dadurch ein sehr schlechtes Image. Man bekommt ja den Eindruck, dass hier die Vergewaltiger ein- und ausgehen.“ Er würde sich wünschen, dass den potentiellen Gästen der Insel andere Signale gesendet werden. So macht Möller darauf aufmerksam, dass es sehr ungewöhnlich sei, dass auf Rügen Frauen oder Mädchen belästigt oder gar vergewaltigt werden.

Schon als die Nachricht über die vermutliche Vergewaltigung der 56-Jährigen die Runde machte, habe es sorgenvolle Anrufe aus entlegenen Ecken Deutschlands gegeben, aus denen die Sorge um die eigene Sicherheit gesprochen habe, sagt Möller weiter.

Dass anfangs von einer 17-Jährigen die Rede war, hatte mit den der Polizei vorliegenden Informationen zu tun. Allerdings konnte beim Alter des Mädchens ebenfalls Klaus Möller zur Aufklärung beitragen: „Sie hat ihren 18. Geburtstag gerade vor kurzem bei mir in der Gaststätte gefeiert.“

Sorge um die Atmosphäre in den Ostseebädern der Insel macht sich jetzt auch die Polizei. „Für das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung, der Kurgäste und der Touristen in Göhren war die Möglichkeit eines erneuten Sexualdeliktes alles andere als zuträglich“, heißt es in einer offiziellen Mitteilung. „Die Beamten ermitteln nun wegen des Verdachts des Vortäuschens einer Straftat. Dieses ist mit einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren oder einer Geldstrafe bedroht.“

Ermittelt hatten Beamte der Kriminalpolizeiinspektion Anklam, speziell des Fachkommissariats für Tötungs- und Sexualdelikte.

Jens-Uwe Berndt

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