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Rügen 700 Hektar weniger für Windräder
Vorpommern Rügen 700 Hektar weniger für Windräder
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00:00 27.09.2018
Angehörige der Bürgerinitiative „Große Friedländer Wiese“ und der Partei „Freier Horizont“ hielten Mahnwache vor der Entscheidung. Quelle: Foto: Eob
Vorpommern

Zwischenerfolg für die Gegner von Windkraftanlagen: Der Planungsverband Vorpommern hat während seiner Sitzung am Dienstag in Greifswald 700 Hektar Eignungsfläche aus seinen Plänen gestrichen. Damit dürfen Windräder in Vorpommern-Rügen und Vorpommern-Greifswald künftig nur noch auf einer Fläche von 5200 Hektar errichtet werden. Ganz konkret wurden sechs der zuletzt 53 Eignungsgebiete gestrichen. Das sind die Windeignungsgebiete Süderholz/A20, Wendisch Baggendorf, Wittenhagen (Vorpommern-Rügen) und Wolgast, Wilhelmsburg und Battinsthal (Vorpommern-Greifswald).

In Vorpommern wurden sechs Eignungsgebiete gestrichen. Neue Areale für Windkraft können vor allem im Osten und im Binnenland entstehen.

Doch das Votum ist nicht endgültig. Es folgt eine weitere Anhörung vom 20. November bis zum 23. Januar. Dann könnten weitere Gebiete zu Fall gebracht werden, denn der Protest ist anhaltend groß. Zu der Versammlung kamen etwa 100 Bürger. Mitglieder der Bürgerinitiativen gegen Windparks bei Gingst auf Rügen, Hugoldsdorf nahe Tribsees, Bismarck nahe der polnischen Grenze und im Bereich der Großen Friedländer Wiese machten in kurzen Stellungnahmen ihrem Ärger Luft. „Wir wohnen in einer mehrfach für ihre Schönheit ausgezeichneten ländlichen Gegend“, argumentierte die Sprecherin der Gingster Initiative Gerlinde Bieker. Hier führe eine Vogelschutzroute vorbei und im angrenzenden Pannevitzer Forst niste ein Seeadler. Thomas Seibert (BI Blinde Trebel) kritisierte unter anderem die fehlende Einbeziehung der Bürger Drechows und Katzenows, obwohl wir „darauf gucken müssen“. Seibert bezweifelte denn auch unter Beifall, dass überhaupt eine CO

2-Einsparung durch den Ausbau der Windenergie erfolge.

Gegen einzelne Windeignungsgebiete wurden in der letzten Anhörung 4257 Argumente in 1079 Stellungnahmen vorgebracht. Besonders häufig ging es um Naturschutzbelange.

Für das aktuell vorgelegte Papier mit den sechs gestrichenen Windparks sprachen sich 16 der anwesenden Mitglieder der zuständigen Versammlung des Planungsverbandes Vorpommern aus, acht votierten dagegen, darunter der künftige Landrat von Vorpommern-Greifswald, Michael Sack (CDU). Ein Mitglied enthielt sich.

Nach Angaben des Vorsitzenden der Verbandsversammlung, Vorpommern-Rügens Landrat Ralf Drescher (CDU), darf der Kreis den Bau von Windrädern nicht generell verbieten. Laut Rechtsprechung müsse vielmehr genügend Raum für den Bau von Anlagen gegeben werden. Mit der Festlegung von Eignungsgebieten auf der Grundlage festgesetzter Kriterien wolle der Planungsverband dafür sorgen, dass der Bau der Anlagen auf bestimmte Bereiche beschränkt bleibt und kein Wildwuchs entsteht.

Die 2010 in Vorpommern festgeschriebenen Eignungsgebiete erklärte das Bundesverwaltungsgericht 2015 für ungültig. Das Interesse der Investoren für den Bau der Anlagen ist groß, und sie können momentan Genehmigungen auch dort erhalten, wo sich keines der künftigen Eignungsgebiete befindet. Bleibt es bei der jetzigen Variante, wäre das auf 0,74 Prozent der Fläche der beiden Kreise möglich.

Mit 40 Gebieten in Vorpommern-Greifswald gegenüber sieben in Vorpommern-Rügen ist der Osten deutlich stärker betroffen. Im früheren Kreis Ribnitz-Damgarten gibt es keine geplante Fläche für den Bau von Windrädern. Auch die unmittelbare Küste, die Urlaubsregionen Usedom und Fischland-Darß-Zingst bleiben landseitig frei. Auf Rügen gibt es mit Gingst ein Eignungsgebiet. Laut der zuständigen Dezernentin im Amt für Raumordnung und Landesplanung, Lydia Neugebauer, werde in Vorpommern damit weniger Fläche ausgewiesen als in vielen anderen Regionen. Die Planung befinde sich am unteren Rand dessen, was „substanziell Raum verschaffen“ bedeutet. Sie gehe aber davon aus, dass die vorgelegte Planung ausgewogen sei. Nach der erneuten Anhörung und der Auseinandersetzung damit wird 2019 erneut über die Planung abgestimmt.

Die aktuell 47 Eignungsgebiete für Windenergie

Vorpommern-Rügen:

Gingst

Hugoldsdorf

Franzburg

Papenhagen

Rakow

Süderholz/Poggendorf

Tribsees Vorpommern-Greifswald:

Dersekow

Düvier (Loitz)

Dargelin

Behrenhoff

Dambeck-Züssow

Karlsburg

Lüssow

Rubkow

Bentzin-Jarmen

Kruckow

Kruckow-Alt Tellin

Völschow

Neetzow

Blesewitz

Iven West

Spantekow

Boldekow/Borntin

Boldekow

Neu Kosenow

Ducherow-Altwigshag.

Neuendorf A

Wussentin

Neuenkirchen

Lübs/Friedländer Große Wiese

Torgelow

Jatznick

Groß Luckow/Klein Luckow

Groß Luckow

Rollwitz

Fahrenwalde

Bergholz-Rossow

Löcknitz-Ramin

Ramin

Glasow-Krackow

Grambow

Grambow-Krackow

Krackow-Nadrensee

Penkun/Grünz

Penkun

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