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Rügen Straßensperrung: AfD sorgt mit Protest für Aufsehen
Vorpommern Rügen Straßensperrung: AfD sorgt mit Protest für Aufsehen
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17:39 27.07.2018
Der AfD-Kreisverband Vorpommern-Rügen stoppt kurzzeitig den Verkehr auf der B 196 und will damit auf die Problematik durch die zahlreichen Straßensperrungen auf Rügen aufmerksam machen. Quelle: Dana Frohbös
Bergen

Am Donnerstagmorgen hat der AfD-Kreisverband Vorpommern-Rügen mit einer Protestaktion auf die vielen Straßensperrungen auf der Insel aufmerksam gemacht. Hierzu blockierten die Mitglieder die B 196 auf Höhe des VW-Autohauses für etwa fünf Minuten.

Die B 96 ist an dem Straßenabschnitt zwischen der Kubbelkower und der Gingster Kreuzung bereits seit 16. Juli dicht und wird voraussichtlich noch bis zum 11. August gesperrt sein.

AfD machte Umleitungsstrecke für gesperrte B 96 dicht

„Das ist eher ein symbolischer Akt“, sagt der Versammlungsleiter Thomas Naulin (AfD), der auch die Idee zur Aktion hatte, „wir wollen die Autofahrer ja nicht verärgern, sondern nur aufmerksam machen.“ Erst in der letzten Woche beantragte die AfD die Versammlung bei den Behörden. „Wir wollten schnellstmöglich mit dem geringstem Aufwand etwas bewirken“, sagt Pressesprecher Dario Seifert. Die Genehmigung kam schnell - allerdings wurden aus den gewünschten zehn fünf Minuten. 15 Parteianhänger waren schließlich mit dabei. In ihren Warnwesten stellten sie sich auf die Straße, blockierten den Verkehr und machten mit Plakaten und Flyern auf das Verkehrschaos aufmerksam. Zwei Teilnehmer sprachen mit den Autofahrern und verteilten Getränke.

Landkreis: Sperrung der B 96 war alternativlos

Anlass für die Versammlung ist die Sperrung der B 96 auf Höhe Bergen. Die ist nötig, damit der neue Kreisverkehr an der Kreuzung Kubbelkow an die neue B 96 angeschlossen werden kan. Daher wird nun der gesamte Verkehr von und nach Sassnitz über die Ringstraße umgeleitet. Statt einer Bundesstraße müssen also sechs Ampelkreuzungen überwunden werden - und das mitten in der touristischen Hochsaison.

B 96-Sperrung für AfD nicht rechtens

Für die AfD ist dies nicht hinnehmbar. Die Sperrung erfolge ihrer Meinung nach sogar entgegen aller Regeln und Erlasse. „Ein Verbot, touristisch wichtige Straßen in der Hauptsaison für Bauarbeiten zu sperren, gibt es nicht“, sagt hingegen Renate Jährling vom Landkreis, „dafür aber ein Gebot, das Ganze so störungsfrei wie möglich abzuwickeln.“ Um dieses Gebot einzuhalten, wurden umfangreiche Abstimmungen getroffen. „Wichtig ist auch, auf den Schülerverkehr zu achten“, sagt Jährling. Denn der darf nicht beeinträchtigt werden und findet in der Urlaubszeit eben nicht statt, weswegen die Sperrung in die Ferien gelegt wurde.

Dennoch, die AfD fordert eine sofortige Beendigung des Chaos. „Auf der Ringstraße ist ja keine Luft mehr zum Atmen“, sagt Thomas Naulin, der in Bergen wohnt. Die aktuelle Sperrung habe das Fass zum Überlaufen gebracht, sagt er. „Ich habe das Gefühl, dass die Verantwortlichen überhaupt keine Ahnung haben, was das für Auswirkungen hat“, sagt Naulin. Unter diesen leidet auch René Kruschewski. „Von Parchtitz fahre ich sonst 15 Minuten nach Bergen, zurzeit muss ich allerdings 30 bis 40 Minuten einplanen“, sagt das AfD-Mitglied.

Protestaktion dauerte vier Minuten

Auch der Landtagsabgeordnete Ralph Weber (AfD) war bei der Aktion dabei und sprach mitten auf der Straße zu den Anwesenden. „Fehlplanungen noch und nöcher hängen Vorpommern weiter ab“, sagt er. Bereits nach vier Minuten beenden die Protestler ihre Aktion.

Versammlung wurde unter Auflagen genehmigt

Eine solche Versammlung mitten auf einer Bundesstraße ist recht ungewöhnlich. „Um zu gucken, ob das rechtens ist, müssen wir tief ins Grundgesetz schauen“, sagt Bergens Polizeichef Mario Ullrich, „und da steht, dass das Versammlungsrecht ein sehr, sehr hohes Gut ist und sogar wichtiger ist, als die allgemeine Bewegungsfreiheit“. Unter Auflagen konnte sie daher genehmigt werden.

Dana Frohbös

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