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Rügen Alles begann mit einer Anzeige
Vorpommern Rügen Alles begann mit einer Anzeige
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00:01 18.03.2016

Gottes Pfade sind verschlungen und manche vereinen sich erst auf der Insel Rügen. Als der 1955 in Wien als Sohn persischer Eltern geborene Architekt, Künstler und Hochschullehrer Yadegar Asisi, dessen Vater der Schah von Persien als kommunistischen Offizier hatte hinrichten lassen, aus familiären Gründen 1990 nach Götemitz kam, verliebte er sich erst in Juliane Voigt und dann in den Ort — oder umgekehrt. Die kulturaffine Autorin eines jüngst erschienenen Bandes zum hundertsten Geburtstag des Stralsunder Theaters wollte „Die Insel auf Rügen“ zum Kunstort machen. So erwarb Asisi, der mit seinen monumentalen 360-Grad-Panoramabildern in den sogenannten „Panometern“ — einer Wortschöpfung aus Panorama und Gasometer — in Leipzig, Dresden und Berlin bekannt wurde, die Immobilie umgehend.

„Als Herr Asisi dann neue Pächter für sein Hotel suchte, war ich beauftragt, die Anzeige zu verfassen“, erzählt Sybille Seel. Die gelernte Bibliothekarin hatte vor gut zehn Jahren eine Stelle als Sekretärin im Kreuzberger Büro (Berlin) des Architekten angetreten und fand sich im Profil der Anzeige wieder: „Nicht zu jung und gastronomisch erfahren sollten die Betreiber sein und über Buchhaltungskenntnisse verfügen. Ich fragte meinen Mann, ob er sich das vorstellen könne und er zögerte keinen Moment, einzuwilligen“, freut sich das Paar noch heute über die Entscheidung.

Jürgen Seel arbeitete früher als Meister für geologische Bohrungen und hatte sich später zum Wein-Fachmann ausgebildet. So zogen die Mitt-Fünfziger aus Berlin-Friedrichshain auf „Die Insel auf Rügen“. „Nachdem Herr Asisi das Hotel übernommen hatte, war es im Wortsinn auferstanden aus Ruinen“, weiß Sibylle Seel noch. Die sportliche Frau hatte in der alten Heimat exzessiv Tae Bo betrieben, eine Fitness-Sportart, die Elemente aus Karate, Taekwondo oder Kickboxen mit Aerobic verbindet und in sogenannten „Workouts“ zu schneller Musik ausgeübt wird. Dazu kommt sie heute nicht mehr. „Dafür ist unsere Elli aktives Mitglied der Besuchshundestaffel, die Patienten im Gingster Pflegeheim Trost spendet und ich singe im Volkschor Rambin.“

Nach der ersten Hochzeit eines einheimisches Paares hätten die Familienfeste zugenommen. „Mittlerweile buchen uns wochenweise auch Yoga- und Tango-Gruppen aus Berlin und Halle für Lehrgänge. Die streuen dann Baby-Puder auf die Holzbohlen der Scheune, damit die Tangoschritte geschmeidig bleiben“, hat Sibylle Seel gelernt. Uwe Driest

OZ

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