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Rügen Als vor 150 Jahren das Badeleben in Sellin begann
Vorpommern Rügen Als vor 150 Jahren das Badeleben in Sellin begann
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00:05 12.07.2016

Es ist eine spannende Zeitreise von 1866 bis Mai 1945. Und eine unterhaltsame Lektüre mit einer Fülle von Geschichten und vor allem über 300 zeitgenössischen Abbildungen, die Einblicke in das Leben von einst geben. Sie zeigen, wie sich Sellin vor 150 Jahren vom kleinen beschaulichen Fischerdörfchen zum pulsierenden Badeort veränderte. „Badeleben im Wandel der Zeit“ heißt die Jubiläumsausgabe der Gemeinde Sellin aus Anlass der ersten Erwähnung eines Badereisenden in Sellin, die jetzt erschienen ist (Rügendruck, Gestaltung Pocha/Burwitz). Gerhard Parchow hat ein halbes Jahr lang akribisch alles zusammengetragen, was jetzt die 208 Seiten des Buches füllt. „Die Absicht war, die Entwicklung des Badelebens erlebbar zu machen, beginnend beim ersten Badereisenden “, so der Selliner Ortschronist.

Es war im Sommer 1866, als der Schriftsteller Arnold Wellmer aus dem lauten Großstadtgewimmel von Berlin zu einer Badereise nach Rügen aufbrach. Seine Erlebnisse veröffentlichte er im Januar 1867 in der damals gern gelesenen Familienzeitschrift „Daheim“. Über das Fischerdörfchen Sellin, in dem damals 29 Häuser standen und 217 Einwohner lebten, schrieb er, es sei „ein fast traumhaft stilles, grünes Nestchen.“ Wenn er abends den grünen Strandweg entlang schlenderte, riefen sich die Fischerjungen zu: „Dei Barrherr kümmt!“ Der selbsternannte „Badeherr“ war in Sellin der einzige Badegast und Hochdeutsche sowieso.

„In ihren Reiseberichten schilderten die ersten Gäste ihre Erlebnisse und was sie in Sellin vorfanden“, so Parchow. Sie waren fasziniert vom hohen Ufer, den ausgedehnten Granitzwaldungen und vor allem von der Kombination von Ostsee und Selliner See.

Der damalige „grüne Steg“ vom See zum Strand ist die heutige Wilhelmstraße. Oberhalb der Mönchguter Landstraße (heute Seestraße), an der sich der Selliner Gasthof befand, war neben ein paar Fischerkaten noch Natur pur. Doch die Entwicklung nahm ihren Lauf. Die einheimischen Fischer waren die ersten, die Land verkaufen konnten oder selbst bauten, wie das Waldhotel (Selliner Hof), das 1889 eröffnete. 1895 ließ Fürst Wilhelm I. zu Putbus die Wilhelmstraße anlegen, die zur Hauptachse im Ort wurde – mit der Pracht der Bäderarchitektur.

„Ein Mann mit Visionen und einer, der die Entwicklung Sellins zum Ostseebad wie kein anderer geprägt hat, war der Amts- und Gemeindevorsteher Hermann Holtz“, weiß Gerhard Parchow. Dies belegen auch zahlreiche Zeitungsberichte aus den 20er und 30er Jahren, die im Buch zu finden sind.

Mit den Kapiteln „Badeleben“ und „Seebrücke“ wird die Ausgabe schließlich zum richtigen Fotobuch, das das vergnügliche Treiben an der Ostsee mit Strandhochzeiten und Wasserrodelbahn dokumentiert. Für Gerhard Parchow der wichtigste Abschnitt aber ist der Ortsspaziergang von Haus zu Haus mit teilweise seltenen Aufnahmen.

Das Buch zum Jubiläum soll gleichzeitig der Beginn einer Schriftenreihe sein. Denn die nächsten Feierlichkeiten stehen in zwei Jahren an. Dann feiert der Selliner Ortsteil Altensien seine erste urkundliche Erwähnung von 1318. Und weil Moritzdorf viele Jahre zu Altensien gehörte, wird dieser Ortsteil auch mit Eingang beim historischen Rückblick finden, so Parchow.

Gerit Herold

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