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Rügen Altefähr: So könnte das neue Leben als Ortsteil aussehen
Vorpommern Rügen Altefähr: So könnte das neue Leben als Ortsteil aussehen
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19:54 23.11.2017
Der Blick auf Stralsund von Altefähr aus. Quelle: Christian Rödel
Altefähr/Stralsund

Nach der Nachricht, dass Altefähr sich mit dem Gedanken trägt, eine Fusion mit der Hansestadt Stralsund einzugehen, kristallisieren sich jetzt erste Konsequenzen für die Einwohner heraus. Größere Schulauswahl, bessere Straßen aber auch höhere Steuersätze – das wären einige der Auswirkungen, die auf die Altefährer zukommen könnten. „Wenn es denn tatsächlich zu einer Eingemeindung komt“, betont Rainer Schultz. „Ich denke, einen Bürgerentscheid zu dem Thema wird es auch noch geben. In der Vergangenheit gab es so einen Entscheid bereits und er ist damals für Rügen ausgefallen.“

Für den Fall einer Fusion gibt es viele Veränderungen. Eltern hätten zukünftig die Möglichkeit, auch Schulen in Stralsund für ihre Kinder auszuwählen, bisher war das nur mit einer Genehmigung der regulär zuständigen Garzer Schule möglich“, erklärt Rainer Schultz, leitender Verwaltungsbeamter des Amts West-Rügen. „Gerade für Mütter und Väter, die in Stralsund arbeiten, wäre das mit Sicherheit praktischer.“ Auch auf Hausbesitzer kommen im Falle einer Fusion Veränderungen zu. „Der Grundsteuersatz B, der für Eigenheime gilt, liegt in Altefähr bei 450 Prozent, in Stralsund bei 545 Prozent“, informiert Schultz. „ Für einen durchschnittliches Häuschen auf einem 500 Quadratmeter Grundstück betrüge die Grundsteuer 195,75 Euro im Jahr und würde sich künftig um 41,33 Euro auf 237,08 Euro erhöhen.“

Möglicherweise würden auch die Beiträge für Wasser und Abwasser steigen. „Im Falle einer Eingemeindung würde Altefähr dann zum Gebiet der Regionale Wasser- und Abwassergesellschaft Stralsund (REWA) gehören“, erklärt Reinhard Litty vom Zweckverband Wasserversorgung und Abwasserbehandlung Rügen (ZWAR). „Das Wasserwerk im Ort müsste die REWA dann beispielsweise von uns kaufen, oder durch uns betreiben lassen.“ Die Entsorgung der Abwässer von Altefähr und dem Nachbarort Rambin erfolgt derzeit auf einer Kläranlage in Breesen bei Rambin. „Hier müsste Stralsund dann ein Nutzungsentgeld entrichten“, meint Litty. „Eine Leitung über den Sund kommt wohl nicht in Frage.“ Für die teilweise maroden Straßen Altefährs könnte die Eingemeindung von Vorteil sein. „Nach Aussagen des Bürgermeisters sieht sich die Gemeinde nicht mehr in der Lage, die vorhandene Infrastruktur, wie etwa Straßen, aufrechtzuerhalten oder auszubauen“, erklärt Rainer Schultz. „Im Falle einer Eingemeindung müsste die Stadt Stralsund dafür aufkommen.“

 In Stralsund freut man sich über das Werben Altefährs und macht Tempo. „Ich freue mich über den Beschluss der Gemeinde Altefähr, einen Zusammenschluss mit der Hansestadt Stralsund anzustreben und die Chancen dafür auszuloten. Nach diesem positiven Signal bin ich zuversichtlich, dass mir unsere Stralsunder Bürgerschaft am 7. Dezember ein ähnliches Mandat erteilen wird“, sagt der Stralsunder Obrbürgermeister Alexander Badrow (CDU). „Erst danach können Details besprochen werden.“ Dazu würde es eine Arbeitsgruppe aus Vertretern von beiden Sundufern geben, die dann den eigentlichen ,Ehevertrag’ erarbeitet. „Dieser Gebietsänderungsvertrag sollte in gegenseitigem Interesse und auf Augenhöhe verhandelt werden. Dazu habe ich schon viele gute Ideen“, sagt Badrow.

Auch Schultz betont, wie wichtig dieses Vertragswerk ist. „In dem könnte zum Beispiel festgelegt werden, dass Altefähr eine Ortsteilversammlung oder einen Ortsteilvorsteher bekommt“, sagt er. „Die bisherige demokratische Teilhabe der Einwohner wird aber durch das Wegfallen der Gemeindevertretung definitiv geschwächt. Durch weniger Mandate pro Einwohner in der neuen Stadtvertretung Stralsund würde sich sich der Einfluss der Einwohner von Altefähr deutlich verringert.“

Anne Friederike Ziebarth

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