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Rügen Göhren plant einen Kur- und Heilwald am Südstrand
Vorpommern Rügen Göhren plant einen Kur- und Heilwald am Südstrand
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08:18 24.01.2019
Göhrener Südstrand: Blick von der Schwedenbrücke hinüber zum Lobber Hövt und weiter bis zum Südperd. Quelle: Dieter Lindemann/OZ-Archiv
Göhren

Der Göhrener Südstrand soll zum Gesundheitszentrum werden. Die Entwicklung dorthin nimmt nun weiter Fahrt auf. Der bestehenden Reha-Klinik sollen drei weitere folgen. Die Patienten könnten dann Atem- und Meditationsübungen unter freiem Himmel machen - im Kur- und Heilwald. Einen solchen will das Ostseebad und der Kneippkurort Göhren etablieren. Die Kliniken sehen ihn als Bereicherung für ihre Therapien, weiß Kurdirektor Jörn Fenske.

Der Wald als Apotheke und Therapieraum. So könnte man das Projekt „Gesundheitspotenzial Kur- und Heilwald“ des Bäderverbandes Mecklenburg-Vorpommern umschreiben. Mit diesem soll der Masterplan des Landes zum Gesundheitsland Nr. 1 gestärkt werden. Es geht um die Entwicklung, Nutzung und Vermarktung der natürlichen Ressource Wald. Das Projekt ist bisher weltweit einmalig. „Und ein Exportschlager“, weiß Kurchef Jörn Fenske. National und international bestehe großes Interesse. Der Prototyp ist in Heringsdorf auf der Insel Usedom. Aufgrund medizinischer Gutachten und Feldstudien wurde dort im Jahr 2017 das Waldgebiet „Alte Welt“ als erster Kur- und Heilwald Europas zertifiziert, der damit offiziell ein Therapieelement bei der Behandlung von erkrankten Patienten ist.

Um in Göhren die gesundheitstouristische Entwicklung weiter voranzutreiben, haben die Gemeindevertreter auf ihrer Sitzung am Montag die Bildung einer „Arbeitsgruppe Südstrand“ beschlossen. Dieser gehören Bürgermeister Wolfgang Pester, die Gemeindevertreter Markus Pigard und Edwin Kopplin sowie Nikolaus Kleiner und Mario Lindner (beide Mitglieder des Tourismus- und Finanzausschusses) an. Im Fokus der Planungen steht die Anbindung des Südstrandes samt Kliniken an den Ort. Neue Wegebeziehungen, öffentliche Toiletten, DLRG-Rettungstürme und eine Promenade sollen entstehen. Aber: „Es wird kein zweiter Nordstrand“, betont Fenske. „Wir wollen hier das Thema Natur spielen.“ Dabei habe man auch die Barrierefreiheit im Blick. Mit der Promenade ist ein Holzsteg gemeint, dessen Bau und Verlauf geprüft werden müsse. Zudem gebe es in diesem Bereich etliche private Grundstücke.

Mecklenburg-Vorpommern ist aufgrund seines Landeswaldgesetzes in der Lage, Waldgebiete zum Kur- und Heilwald auszuweisen. Notwendig sind verschiedene Gutachten. Zuerst untersucht die Forst den Bestand, Entwicklungstendenzen und Fehlbildungen. Fällt das Ergebnis günstig aus, erfolge eine Prüfung unter medizinischen Aspekten von Wissenschaftlern der Uni Rostock, so Fenske.

Göhren setzt seit Jahren auf das Thema Gesundheit und wurde im Jahre 2007 als erste Gemeinde in MV Kneippkurort. Vom 27. bis 29. Mai ist das Ostseebad erstmalig Austragungsort für das Jahrestreffen des Verbandes Deutscher Kneippheilbäder und Kneippkurorte. „Es findet zum ersten Mal in Ostdeutschland und an der Küste statt“, sagt Jörn Fenske nicht ohne Stolz. 70 Orte – fast alle in Süddeutschland – sind im Verband vereint. Göhren gehört sogar zu den Premium-Class-Orten, weil die Mönchguter Gemeinde das Thema sehr gut umsetzte. Der einzige deutsche Kneippkurort, der zugleich Seebad ist, punktet mit Natur, Kneippgarten mit Meerblick sowie Kur- und Wellnessbehandlungen mit Rügener Kreide. Darüber und andere Inselschätze für die Gesundheit werde auch auf der Tagung informiert. In Göhren hat auch der Kneipp-Verein Insel Rügen seinen Sitz.

Gerit Herold

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