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Rügen Anna Schröder wurde der Kraftsport in die Wiege gelegt
Vorpommern Rügen Anna Schröder wurde der Kraftsport in die Wiege gelegt
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18:35 19.03.2019
Nachwuchskraftsportlerin Anna Schröder (rechts) trainiert mit ihrem Vater Ronny für die ihren ersten Wettkampf im Mai. Quelle: foto: Niklas Kunkel
Bergen

Anna Schröder kennt den Kraftraum schon, seit sie als kleines Kind im Babysafe saß und von ihrem Vater Ronny mit zum Training genommen wurde. Nachdem sie Jahrelang bei Wettkämpfen und beim Training der Kraftdreikämpfer des FSV Blau-Weiß Bergen zugesehen hat, hat sie im vergangenen Jahr selber Hand an die Eisen gelegt. „Ich kenne den Sport schon mein ganzes Leben. Ich war immer mit dabei“, erzählt die 15-Jährige.

Im Mai will sie bei den Landesmeisterschaften im Bankdrücken in Greifswald ihren ersten Wettkampf bestreiten. Dann tauscht sie erstmals die Plätze mit ihrem Trainer und Vater Ronny Schröder, der bei den Europameisterschaften vor kurzem den siebten Platz belegte. „Ich habe bei Wettkämpfen alles schonmal gesehen, aber ich bin wirklich aufgeregt, wie das wird, das erste Mal selber vorne zu stehen“, gesteht die Schülerin ihre Aufregung.

Dabei ist das Bankdrücken nicht ihre Lieblingsdisziplin aus dem Kraftdreikampf. „Am besten finde ich die Kniebeuge. Am Anfang hat es mir gar nicht gefallen, aber inzwischen ist es irgendwie mein Ding“, erzählt Schröder, die bei der Übung knapp 60 Kilogramm auf den Schultern liegen hat.

Mit Vorurteilen zu ihrem Sport geht sie locker um: „Viele denken, dass es ein Jungssport ist, aber mir macht es einfach super viel Spaß.“ Da stört es sie auch nicht, dass sie nur mit Männern die Hanteln stemmt: „Das macht mir nichts aus – ich kenne es ja gar nicht anders. Aber ich wäre schon froh, wenn mehr Mädchen dazu kommen würden.“

An ihrer Seite ist bei jedem Training Vater Ronny. Er achtet darauf, dass die Nachwuchssportlerin die Übungen richtig ausführt und nicht zu früh an die ganz großen Gewichte geht. „Die Technik ist am Anfang viel wichtiger, als das Gewicht alleine. Es ist wichtig, dass sie Gesund bleibt“, erklärt der Bundesligakraftsportler seine Trainingsmethode. Die Kombination aus Vater und Trainer klappt nicht immer, bei dem Duo gibt es aber keine Probleme. „Ich bin wirklich froh, dass mein Vater mein Trainer ist. Das klappt wirklich sehr gut“, bekräftigt die junge Kraftsportlerin. Dabei will der Senior verhindern, dass sie sich frühzeitig in einer Disziplin spezialisiert und die anderen beiden bei Wettkämpfen nur durchbringen will. „Sie soll ausgewogene Leistung im Bankdrücken, Kreuzheben und in der Kniebeuge schaffen. Das ist für den Körper am gesündesten und ausgewogene Athleten sind selten“, sagt der 39-Jährige.

Dazu passt auch, dass Anna Schröder schon vor zwölf Jahren mit dem Tanzen begonnen hat. Mit ihrer Showdance-Truppe tritt sie in diesem Jahr wieder beim Tanzturnier in Göhren an. „Ich wüsste nicht, für welche Sportart ich mich entscheiden würde, wenn ich es müsste“, erklärt sie. Deshalb will sie sich auch nicht festlegen, wie weit sie im Kraftdreikampf kommen möchte. Wenn die Leistungen reichen, würde sie gerne in die Fußstapfen ihres Vaters treten und in der Bundesliga und bei internationalen Wettkämpfen an den Start gehen.

Die Fußstapfen werden Anfang Juni noch etwas größer. Dann tritt Ronny Schröder mit seinem Trainingspartner Michael Pyritz bei den Weltmeisterschaften im Kraftdreikampf Classic an. An Titel denken die beiden dabei nicht. Für Pyritz ist es der erste internationale Wettkampf: „Das Schönste wäre eine neue persönliche Bestleistung. Ansonsten müssen wir uns keine Illusionen machen, was die Platzierungen angeht.“

Wann sie genau bei der 13-tägigen Weltmeisterschaften antreten, wissen sie noch nicht. Pyritz geht in der Klasse bis 105 Kilogramm an den Start, Schröder weicht seinem Teamkollegen aus und wechselt in die Gewichtsklasse unter 93 Kilogramm. „Wir hoffen, dass wir am gleichen Tag den Wettkampf haben und zusammen fahren können“, sagt Schröder. Mit An- und Abreise sind sie drei Tage unterwegs ins schwedische Helsingborg. Mit ihren Arbeitgebern haben sie schon geklärt, dass sie kurzfristig Urlaub nehmen können.

Neben der Zeit stellt die WM einen finanziellen Aufwand für die beiden Hobbysportler dar. Der Veranstalter legt fest, in welchem Hotel sie unterkommen müssen, hinzu kommen Fahrt und Verpflegung – alles muss aus eigener Tasche bezahlt werden. „Da kommen schnell 1000 Euro pro Person bei einem internationalen Wettkampf zusammen. Deshalb würden wir uns auch über einen Unterstützer und Sponsoren freuen. Jeder Cent zählt!“, erzählt Pyritz.

Bis dahin haben die beiden noch ein strammes Programm. Erst geht es zusammen mit Mannschaftskollege Harald Paul zu den deutschen Meisterschaften, direkt danach steht der zweite Wettkampftag in der Bundesliga an. „Im Training haben wir die Priorität aber auf die WM gesetzt. Das ist unser Saisonhighlight“, sagt Pyritz.

Niklas Kunkel

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