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Antrag genehmigt! Stralsund ist jetzt anerkannter Erholungsort

Stralsund Antrag genehmigt! Stralsund ist jetzt anerkannter Erholungsort

Damit steht Stralsund vor der Einführung einer Tourismusabgabe / Sozialministerin Birgit Hesse (SPD) übergibt nächsten Freitag den offiziellen Bescheid

Stralsund. Die Landesregierung hat der Hansestadt Stralsund den Titel als staatlich anerkannter Erholungsort verliehen. Dies teilte das für die Vergabe dieser Titel zuständige Sozialministerium auf Anfrage der OSTSEE-ZEITUNG mit. Bereits seit 1. August dürfe Stralsund die Bezeichnung tragen, sagte der Sprecher des Sozialministeriums, Christian Möller. Am nächsten Freitag wird Ministerin Birgit Hesse (SPD) den Anerkennungsbescheid samt einer hübschen Urkunde offiziell an die Stadt übergeben.

Damit hat die Hansestadt die Möglichkeit, künftig eine Kurtaxe für Touristen einzuführen und von Gastronomiebetrieben, Händlern sowie Vermietern, deren Umsatz durch die Urlauber steigt, eine Fremdenverkehrsabgabe zu verlangen.

Über die konkrete Umsetzung und die Höhe der zusätzlichen Gebühren müsste die Bürgerschaft entscheiden. Die Einnahmen sind aber bereits fest im Haushaltssicherungskonzept der Hansestadt eingeplant.

Demnach soll so pro Jahr eine Viertelmillion Euro zusätzlich in die klamme Stadtkasse fließen. Zurzeit beträgt der Schuldenstand Stralsunds insgesamt gut 90 Millionen Euro.

Dennoch dürfte das Thema in den politischen Gremien der Stadt Kontroversen auslösen. Die CDU-Stadtvertreterin Ann Christin von Allwörden hat kürzlich in der OZ vor einer vorschnellen Einführung zusätzlicher Tourismusabgaben gewarnt: „Es muss geklärt sein, was das für die Stadt bedeutet. Heike Carstensen von der SPD spricht sich für eine moderate Tourismusabgabe aus, die im Verhältnis dem entspricht, was auch die Stadt selbst in den Tourismus investiert. Carstensen: „Es darf keine Situation entstehen, in der sich die Stadt zurücklehnt und alle touristischen Investitionen aus den Abgaben bezahlt werden.“ Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Rostock hat sich schon Ende Juli vehement gegen eine Fremdenverkehrsabgabe in Stralsund ausgesprochen.

Landesweit ist Stralsund nun die größte Stadt, die fast zusammenhängend als anerkannter Erholungsort geführt wird. Zuvor hatte der Landestourismusverband der Hansestadt schon einen guten Erholungsfaktor attestiert. Einer Untersuchung zufolge hätten nur im Fall Stralsunds 70 Prozent der Befragten die Erholungsmöglichkeiten und 72 Prozent die gute Luft als Motiv für einen Besuch genannt. Wismar kam in dieser Disziplin nur auf 33 Prozent (die OZ berichtete). Im Landkreis Vorpommern-Rügen war bislang Ribnitz-Damgarten die größte Stadt, die eine Anerkennung als Erholungsort hat.

Allerdings muss sich die Stadtverwaltung auf Anordnung des Sozialministeriums an einen Sack voll Regeln halten, damit Stralsund den frisch gebackenen, aber stadtintern nicht ganz unumstrittenen Titel nicht wieder verliert. In dem Bescheid heißt es beispielsweise: „Die von der Hansestadt Stralsund mit der Fortschreibung des Verkehrskonzeptes für ihre Altstadt vorgesehenen Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung in der Innenstadt sind zur Entwicklung des Erholungsortscharakters umzusetzen.“ Dazu gehörte bislang auch die Einführung einer Tempo-20-Zone im Welterbe sowie die Sperrung der Wasserstraße, um die Altstadt vom Verkehr zu entlasten. Der Vorschlag war vor Kurzem vor allem am Widerstand der CDU gescheitert. Zusätzlich muss das Radwegenetz weiter ausgebaut werden.

Stralsund muss nun auch an allen Ortseingängen darauf hinweisen, welche Stadtteile zum Erholungsgebiet zählen und welche nicht. Zusätzlich werden die Übernachtungszahlen jedes Jahr von der Landesregierung geprüft.

Benjamin Fischer

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