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Rügen Arbeitslosigkeit halbiert, aber BBR noch nicht überflüssig
Vorpommern Rügen Arbeitslosigkeit halbiert, aber BBR noch nicht überflüssig
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14:10 26.11.2016
Seit einem Vierteljahrhundert fährt die BBR durch stürmische See, wie es dieses Foto vom Bau eines Modells der Wittower Fähre symbolisiert. FOTO: BBR

Nachdenkliche aber auch kritische Worte fand Geschäftsführer Mario Lindner anlässlich der Feierlichkeiten zum 25-jährigen Bestehen der Bildungs- und Beschäftigungsgesellschaft Rügen (BBR) am Freitag im Dörphus von Poseritz. Vor etwa 50 Personen, darunter mehrere Bürgermeister der Insel mahnte Lindner effektivere Hilfen bei der Bekämpfung der Langzeitarbeitslosigkeit an.

Zielgruppe der Förderprojekte der BBR seien überwiegend Menschen im Alter zwischen 40 bis 55 Jahren, die schon länger aus dem Beruf seien. Gesucht würden aber Fachkräfte. „Die bestehende Gesetzgebung ist derzeit dafür nicht zielführend und die Arbeitsmarktpolitik auf Bundesebene seit 2010 stark von Einschränkungen bei der Eingliederung betroffen“, bemängelt Lindner. Auch das Land leiste sich seit Jahren kein eigenes Arbeitsmarktprogramm. „Längerfristige Förderprogramme mit sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung sind für die persönliche Entwicklung aber besser als drei Monate Subvention“, so Lindner. „Zudem wird eine sozialpädagogische Betreuung nicht mehr finanziert.“

Die BBR wurde am 19. September 1991 gegründet und hatte in der ersten Hälfte ihrer Geschichte bis zum Jahr 2004 stolze 6840 sozialversicherungspflichtige Beschäftigte in 1153 Projekten. Lindner blickte zurück auf Abrissprojekte von nicht mehr benötigten landwirtschaftlichen Produktionsstätten, den Aufbau von 25 Jugendfreizeitzentren sowie der Museen von Göhren, Bergen und Sassnitz. Auch brachte die BBR die Rügener Holzmesse in Gang und eröffnete den Biolandhof Bisdamitz. Beide gibt es nicht mehr, aber erfolgreich blieb die „Molkerei Naturprodukt Rügen“ in Poseritz, deren Geschäftsführerin Silva Rahm-Präger sich gerührt mit einem Buchgeschenk für die Unterstützung bedankte.

„Mit bis zu 600 Beschäftigten hatte die BBR zeitweilig die Größe eines mittelständischen Unternehmens und war größter Arbeitgeber der Insel“, hob Landrat Ralf Drescher hervor und Jürgen Radloff Geschäftsführer der Agentur für Arbeit in Stralsund verdeutlichte: „Bis zum Jahr 2004 bewegte sich die Arbeitslosenquote auf Rügen in der Höhe von fast 19 Prozent, heute sind es noch gut acht Prozent.“ Das sei einerseits auf die Expansion des Tourismus, aber auch auf die demographische Entwicklung zurückzuführen, so Radloff.

Waren in der ersten Hälfte bis 2004 die Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen das wichtigste Instrument zum Abbau der Arbeitslosigkeit, sind es seither die „Arbeitsgelegenheiten“, besser als Ein-Euro-Job bekannt. Die BBR selber beschäftigt derzeit noch knapp 200 Menschen in ihren Projekten.

Uwe Driest

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