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Rügen Müther-Ausstellung fasziniert Besucher
Vorpommern Rügen Müther-Ausstellung fasziniert Besucher
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07:00 26.10.2018
Die Sonderausstellung über Ulrich Müther und dessen Werk mit Fotos, technischen Zeichnungen und 3D-Modellen ist noch bis 20. November täglich im Binzer Haus des Gastes zu sehen. Quelle: Gerit Herold
Binz

Ein Blick in das Gästebuch der Müther-Ausstellung im Binzer Haus des Gastes verrät: Ulrich Müthers Baukunst ist allgegenwärtig, unvergessen und fasziniert neu entdeckt. „Hatte von Müther nie gehört, bin sehr begeistert von der Ausstellung. Gruß aus Quedlinburg“, lautet ein Eintrag. Ein Paar aus Dresden schreibt: „Durch unsere traumhafte Hochzeit 2017 im Rettungsturm sind wir besonders mit den Bauwerken von Müther verbunden.“ Ein Leipziger betont: „Die Ausstellung zeigt, dass es eine Ostmoderne gab, die ästhetisch, visionär und mit Leichtigkeit bauen konnte, wenn man sie nur gelassen hat. Danke für’s Zusammentragen der Dokumente und für den Erhalt der Bauten Müthers“.

Andere Besucher vermerken: „Hervorragende Ausstellung und sehr notwendig. Ein Jammer, wie mit dem herausragenden Werk von Müther umgegangen wurde. Ich denke nur an den Abriss des Ahornblattes in Berlin, den wir nicht verhindern konnten.“ Und: „Es wird wieder wertgeschätzt! Auch die DDR hatte ihre ‚Pioniere‘, richtige Visionäre wie Müther.“ Es wurde Zeit für neuen Schwung“, findet das „Team Schalenbau 2016“ aus Vorder Bollhagen. Dort wurde vor zwei Jahren ein Haus mit einer Hyparschale a la Müther gebaut.

Die große Resonanz freut Holger Vonberg von der Kurverwaltung. Bis zu 90 Gäste am tag hätten die schau bisher besucht, unter anderen waren auch 60 Studenten der Folkwang Uni der Künste aus essen da. „Natürlich gab es auch Anregungen von den Besuchern, die sich intensiv mit dem Werk von Müther befasst haben. Die Hyparschale am Binzer Kreisverkehr solle von ihrer baulichen Umklammerung befreit werden. Eine Tafel am Rettungsturm wurde ebenso gewünscht wie ein Buch zur Ausstellung. Wir haben diese Anregungen gern aufgenommen“, informiert Vonberg.

Dem Visionär und Hyparschalenspezialisten Ulrich Müther (1934-2007) hatte die Kurverwaltung Binz vom 17. bis 21. September eine spezielle Themenwoche zum Jubiläum „700 Jahre Binz“ gewidmet. Ein Teil davon: Die Sonderausstellung, die noch bis zum 20. November gezeigt wird. Zu sehen sind Modelle aus dem Müther-Archiv der Hochschule Wismar und Fototafeln mit Bildern von Müthers Bauten. Die historischen Aufnahmen stammen von dem Binzer Fotografen Lutz Grünke. In dieser Schau wird unter anderem auch auf die Besonderheiten der Betonspritzverfahren eingegangen.

„Mit dem Mütherarchiv an der Wismarer Hochschule arbeiten wir eng zusammen“, so Vonberg. Studenten beschäftigen sich mit Umgang des Müther-Bauerbes und präsentierten auch in Binz ihre Ideen dazu unter dem Motto „Von leuchtenden Blüten bis zu klingenden Schalen“. Von den Konzepten zur Neugestaltung des Ulrich-Müther-Platzes unweit seines Rettungsturmes in Binz, mit dem das Ostseebad seinen berühmten Sohn würdigen möchte, wird bereits eines favorisiert: Vier transportable Schalen, die mit LED-Licht und ansteuerbaren Lautsprechern für einen akustischen Rundgang durch Müthers Werk ausgestattet werden.

Die ersten Müther-Themenwoche war aus Sicht der Kurverwaltung ein voller Erfolg. „Rund 250 Besucher wurden allein an jenen Nachmittagen gezählt, an denen es hieß: ’UFO offen“, so Vonberg. In dem Müther-Turm, der ehemaligen Rettungswache am Strand, gab es viele Fragen, so zur Entstehungsgeschichte, zur Schalendicke oder den Turm als Außenstelle des Binzer Standesamtes. Die Besucher informierten sich über die aufwendige Sanierung des Bauwerks durch die Wüstenrot Stiftung. Sowohl das offene Forum mit Studenten der Hochschule Wismar als auch der Filmabend mit Torsten Seegert, der die brandneue DVD „Ulrich Müther – der Landbaumeister von Rügen“, vorstellte, seien gut besucht gewesen. Und so steht die Fortsetzung der Müther-Woche im nächsten Herbst bereits fest im Programm: vom 23. bis 27. September.

Ein Wiedersehen mit Fotografien von Lutz Grünke gibt es übrigens schon im Dezember im Haus des Gastes. Dann startet eine Ausstellung mit Bildern von Lutz Grünke zum Extremwinter 1978/79 vor 40 Jahren, kündigt Holger Vonberg an.

Gerit Herold

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