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Rügen Auf Rügen sind die Wikinger los!
Vorpommern Rügen Auf Rügen sind die Wikinger los!
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00:00 31.07.2017
Garz

Es ist manchmal ein sehr schmerzhaftes Hobby, das Danny Kleinfeld seit acht Jahren in seiner Freizeit betreibt. Als nebenberuflicher Wikinger trägt der Wismarer den Namen „Raurik“ und fährt mit seinen Freunden vom Verein "Rokenrik Hus" zu diversen europäischen Wikinger-Treffen, um dort mit Schwert und Schild gegen andere Stammesbrüder bei Show-Kämpfen anzutreten. „Prellungen, Beulen und manchmal auch Platzwunden gehören bei solchen Vorführungen einfach dazu“, sagte der 40-jährige Hansestädter nach einem schweißtreibenden Kampf am Garzer Wall, wo sich am Wochenende hunderte Freizeit-Wikinger trafen. Bei diesen Nachstellungen von martialischen Schlachtszenen trägt der kräftig gebaute Wismarer eine 20 bis 30 Kilogramm schwere Ausrüstung mit sich herum. „Es macht trotz dieser Quälerei aber riesigen Spaß, und bei den Wettkämpfen geht es dennoch immer auch um Fairness beim Kampf von Mann gegen Mann“, so der gelernte Behindertenbetreuer.

Beim 12. Garzer Wikinger-Markt, den der Richtenberger Heiko Fritz organisiert, treffen sich jedes Jahr mehr Hobby-Wikinger in den Garzer Wallanlagen, um gemeinsam friedlich ihrer Leidenschaft zu frönen. „Die Wikinger-Vereine kommen inzwischen aus ganz Deutschland zu uns auf die Insel und nehmen lange Anfahrten in Kauf, wie beispielsweise unsere Freunde aus Baden-Württemberg“, so der 42-jährige Organisationschef. Aus Brandenburg und Berlin kamen die meisten Männer und Frauen in den Trachten der als rau und brutal geltenden nordischen Stämme, die sich ihre kriegerischen Götter Odin und Thor zum Vorbild nahmen, um ihre Expansionslüste zu stillen. Die hauptstädtischen Freizeit-Wikinger-Stämme hören auf so eindrucksvolle Namen wie „Fjoelwir“ oder „Freystatt“. Mit frecher Berliner Schnauze zogen die Berliner Wikinger-Verbände auch in den Kampf.

Trotz der immer wieder herab prasselnden Schauer pilgerten die Gäste des traditionellen Schlossfestes in Scharen auf die Granitz. „Das feuchte Wetter ist gar nicht mal so schlecht für uns, denn bei strahlender Sonne wären die Leute wohl eher an den Strand gegangen“, sagte Claudia Vollberg, die den Wegezoll in ihrem Kassenhäuschen eintrieb und seit Jahren bei der Organisation mithilft.

Inzwischen ist sie auch gut mit dem Wikinger-Stamm „Heimdalls Brüder“ befreundet. Die Wikinger-Brüder Heimdall kommen seit vielen Jahren aus Brandenburg in die Granitz, um hier aus Spaß allerlei Schrecken zu verbreiten. Das laute Gebrüll der raubeinigen Gebrüder hallte regelmäßig über das Schlossgelände, sehr zur Freude der Zuschauer, die sich davon nicht abhalten ließen, über den liebevoll gestalteten Handwerkermarkt zu schlendern.

Christian Rödel

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