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Binz Auf dem Sprung in das Berufsleben

An der Regionalen Schule Binz wird für jeden Schüler der individuell beste Ausbildungsplatz gesucht

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Carlo Schmidt (15) flankt sich beim Sporttest über den Stufenbarren.

Quelle: Fotos: Anne Ziebarth

Binz. Für viele der Schüler der neunten Klasse der Regionalen Schule in Binz ist die Berufswahl eine klare Sache. „Ich möchte gerne Krankenschwester werden“, sagt Anne Dittert-Settegast (15). Auch der 14-jährige Silas Handschug ist sich bereits sicher „Lehrer ist das Richtige für mich.“

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An der Regionalen Schule Binz wird für jeden Schüler der individuell beste Ausbildungsplatz gesucht

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An der Regionalen Schule fand in den letzten Tagen die Projektwoche zum Thema „Berufsorientierung“ statt. Im Rahmen von Workshops lernen die Schüler der neunten Klassen hier nicht nur, wie man sich richtig bewirbt, sondern berichten auch über ihre zweiwöchigen Praktika, die sie in Betrieben gemacht haben. Sowohl in den Klassenstufen 8, 9 und 10 stehen für die Jungen und Mädchen Praktika auf dem Programm, die Schüler sollen ausprobieren, was für sie das Richtige ist. „Ich war an der Universitätsklinik in Greifswald“, berichtet Anne. „Das hat mir sehr gut gefallen.“ Im vergangenen Jahr hat sie ihr Praktikum in einer Kindertagesstätte gemacht. „Ich war mir noch nicht sicher, ob ich Kinderkrankenschwester oder Krankenschwester werden möchte“, sagt sie. „Doch ich habe gemerkt, dass mir die Lautstärke von Kindern nicht so liegt. Auf der Orthopädiestation des Uniklinikums habe ich mich wohler gefühlt, obwohl die Arbeit recht hart war. “ Genau für solche Erkenntnisse ist das Praktikum gedacht. „Orientieren, vergleichen, entscheiden — das ist der Plan“, berichtet Jana Pätz, Lehrerin und Organisatorin der Projektwoche.

Die Vorbereitung auf den Einstieg ins Berufsleben bekommen die Schüler aber bereits in den vorhergehenden Jahren. „Wir haben den sogenannten AWT (Arbeit-Wirtschaft-Technik)-Unterricht ab Klasse sechs. Hier gehen wir auf Fragen zu Berufsbildern ein, unterrichten aber auch den Umgang mit Exel-Tabellen oder Grafikprogrammen“, erklärt Jana Pätz. „Das wird später in fast allen Berufen gebraucht.“ In mehreren Praktika wird dann geschaut, ob der im ATB ermittelte Wunschberuf und der Schüler tatsächlich zusammenpassen. Manchmal sei die Realität doch eine andere. „Zwei Mädchen wollten zum Beispiel unbedingt ein Praktikum auf dem Reiterhof machen“, berichtet Jana Pätz. „Danach ist den beiden klar geworden, das Pferdewirt wohl doch nicht ihr Traumberuf ist.“ Das Ziel, für alle unsere Schüler eine Ausbildungsstelle zu finden reiche nicht aus, meint Pätz. „Wir wollen mit den Schülern Berufe finden, die ihnen auch Spaß machen und die zu ihnen passen.“ Nur so könne auch erreicht werden, dass die Jungen und Mädchen die Ausbildung durchhalten.

Zahlen belegen, wie wenig Jugendliche ihre Ausbildung beenden: Rund 15 Prozent der Auszubildenden in Mecklenburg-Vorpommern brechen ihre Lehre ab. „Und die hängen dann quasi in der Luft und müssen sich um Beratungsangebote und eine Lehrstelle selber kümmern.“ An der Regionalen Schule in Binz sehen diese Zahlen anders aus. „In dem vergangenen Abschlussjahr hat nur einer von 18 Schulabgängern der 10. Klasse seine Ausbildung abgebrochen“, berichtet Pätz stolz. „Und in den jetzigen neunten Klassen wissen auch schon 24 von 29 Schülern, was sie für eine Ausbildung anfangen möchten. Fünf sind sich nicht sicher, da werden wir dranbleiben.“

In der Sporthalle der Schule findet während der Projektwoche ein sportlicher Aufnahmetest nach den Richtlinien der Polizei statt. Hier können sie sehen, ob sie dort überhaupt Chancen hätten. Ein Parcour ist zu durchlaufen, alle paar Meter warten Hindernisse auf die Läufer und Läuferinnen. Mal müssen sie über einen Kasten springen, dann über einen Stufenbarren klettern oder Vor- und Rückwärtsrollen hintereinander machen. Lars Brandt schafft den Test mit links. Der 15-Jährige hat aber auch allen Grund sich richtig anzustrengen — schließlich ist Polizist sein Wunschberuf. „Ich habe bereits ein Praktikum bei der Landes- und der Bundespolizei gemacht und finde den Beruf toll“, sagt er. „Dort möchte ich mich gerne bewerben.“

Ausbildungsmarkt

15 Prozent der Auszubildenden in Mecklenburg-Vorpommern brechen ihre Lehre ab (2014). 65,8 Prozent davon beenden bereits im ersten Ausbildungsjahr das Ausbildungsverhältnis. 1150 Ausbildungssuchende gab es im Berichtszeitraum 2014/15 im Landkreis. Die beliebtesten Ausbildungsberufe für Männer sind Verkäufer und Kfz-Mechatroniker. Bei den Frauen liegen Verkäuferin und Kauffrau ganz vorne. Die meisten Lehrstellen aber gibt es im Bereich der Gastronomie. Hier werden vor allem Köche, Hotel- und und Restaurantfachkräfte gebraucht.

Von Anne Ziebarth

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