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Auf der Jagd nach der Haselmaus

Putbus Auf der Jagd nach der Haselmaus

Großangelegte Suchaktion nach Vorkommen des scheuen Nagers auf Rügen gestartet / Alle können mitmachen

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Leon, Paula, Lukas, Tom und Anna und Steffen Sprenger vom Biosphärenreservat bei der Nussjagd/Haselmaus-Projekt.

Quelle: Maik Trettin

Putbus. Der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) und das Amt für das Biosphärenreservat Südost-Rügen haben die Jagdsaison eröffnet, und zwar eine ganz spezielle. Bei der Rügener Nussjagd geht es nicht darum, Tiere zu erlegen und den Wildbestand zu dezimieren, sondern die Spuren eines seltenen Vierbeiners zu finden: die der Haselmaus. Die ist in Mecklenburg-Vorpommern sehr selten; es gibt sie nur im äußersten Westen des Landes und auf Rügen. Wo genau sie auf der Insel zuhause ist, wollen die Wissenschaftler mit Hilfe der großen und kleinen Rüganer herausfinden.

Die werden gebeten, auf Haselnüsse mit den für die Haselmäuse typischen Fraßspuren zu achten und diese an die Biosphärenreservatsverwaltung oder den Nabu zu schicken.

Eine Haselmaus bekommen die wenigsten Menschen jemals in freier Wildbahn zu Gesicht. Zum einen ist der kleine Nager nachtaktiv und scheu, zum anderen gibt es durch das Verschwinden der natürlichen Lebensräume in vielen Gegenden immer weniger Exemplare oder gar keine Haselmausvorkommen mehr. „Mit der Haselmaus haben wir einen richtigen Schatz auf Rügen“, sagt Heike Grunewald, ehrenamtliche Mitarbeiterin beim Naturschutzbund. Gemeinsam mit den Kollegen vom Biosphärenreservat und dem Thüringer Haselmausexperten Sven Büchner hatte sie im vergangenen Jahr zur ersten „Rügener Nussjagd“

aufgerufen. Mit Kindern aus Kitas und Schulen in Putbus und Dreschvitz hatten sie die Gegenden durchstreift, die als Lebensräume für die seltenen Tiere in Frage kommen konnten. „Dabei haben wir drei neue Fundorte nachweisen können“, sagt die Projektleiterin.

In lichten Wäldern, Hecken oder Parkanlagen fühlt sich die Haselmaus zu Hause, die sich nicht ausschließlich von Haselnüssen, sondern auch von Blüten, Bucheckern, Him- oder Brombeeren ernährt. Da sich das Tier selbst kaum blicken lässt, kann man es oft nur anhand der Fraßspuren nachweisen. „Die Maus knabbert im Kreis“, weiß der zehnjährige Moritz, der ein Jahr lang mit seiner Klasse bei dem Projekt mitgearbeitet hat, genau. Man müsse sehr genau aufpassen, ergänzen seine Klassenkameraden aus der 4. Klasse der Grundschule „Boddenwind“ in Putbus. Auf den ersten Blick könne man die Nagespuren der Rötelmaus leicht mit denen der Haselmaus verwechseln. Der zehnjährige Justin aber ist sicher: Die Nuss, die er im heimischen Garten unter einem Haselstrauch fand, hatte zuvor eine Haselmaus bearbeitet.

Die Mädchen und Jungen aus Putbus und Dreschvitz haben kräftig mitgeholfen, damit sich die Nager auf Rügen wohlfühlen. Sie bauten beispielsweise Kästen, die den Haselmäusen als Sommerquartier dienen und pflanzten eine haselmausfreundliche Hecke aus den von den Tieren bevorzugten Pflanzen wie Himbeere, Brombeere, Eibe,. Eberesche, Weißdorn und natürlich Haselnuss. Die Früchte des letztgenannten Strauchs dienen den Tieren vor allem als Fettreserve für den Winterschlaf. Bevor sie sich in ihre Winterquartiere in Laubhaufen und zwischen Baumwurzeln zurückziehen, fressen sie sich an den Nüssen noch einmal so richtig satt. Dabei hinterlassen sie die bereits erwähnten markanten Spuren an den Nussschalen. „Die erkennt man jetzt besonders gut“, sagt Steffen Sprenger, Mitarbeiter in der Biosphärenreservatsverwaltung, der mit den Kindern im vergangenen Jahr auf Nussjagd war. Gegenwärtig reifen die Nüsse und fallen zu Boden, während das Gros der Blätter noch an den Büschen hängt.

Nach dem Laubabwurf sei die Suche nach den angenagten Nüssen praktisch unmöglich, weil diese auf dem Boden durch die Blätter verdeckt würden. Deshalb sei bis Mitte Oktober die beste Zeit, um Spuren der Haselmaus zu finden. Kindergruppen, Schulklassen, Familien oder einfach alle naturinteressierten Kinder sind aufgerufen, sich an der Suche zu beteiligen und an den Nabu beziehungsweise das Amt für das Biosphärenreservat zu schicken. Dort werden die eingesandten Nussschalen von Experten in Augenschein genommen, die den Einsendern mitteilen, ob es sich um Nagespuren einer Haselmaus oder doch eines anderen Tiers handelt. Letzteres sei eine ebenso wichtige Information für die Wissenschaftler wie ein positives Ergebnis. „Es ist auch wichtig für die Biologen zu erfahren, wo keine Spuren gefunden wurden“, sagt Heike Grunewald. Dann wisse man, dass dort vermutlich keine Haselmäuse leben. Bislang gibt es auf Rügen zum Beispiel keine Nachweise dieser seltenen Tiere auf Wittow oder Jasmund.

Rügener Nussjagd

Die Haselmaus hat einen nur daumenlangen Körper und einen ebenso langen Schwanz. Sie gehört zur Familie der Bilche und wird etwa vier Jahre alt. Das Revier, das sie nachts durchstreifen, hat maximal einen Radius von 200 Metern.

Der Nabu und das Amt für das Biosphärenreservat Südost-Rügen haben zur „Rügener Nussjagd“ eine Broschüre herausgegeben, die Informationen zur Lebensweise der Tiere enthält. Sie kann unter www.nabu-ruegen.de aus dem Internet heruntergeladen werden.

Der Jagdbericht und die Nussschalen sollten stoßsicher (in einem gepolsterten Umschlag oder dem Plastebehälter eines Überraschungseis) an das Amt für das Biosphärenreservat Südost-Rügen, z. Hd. Steffen Sprenger, Circus 1 in 18581 Putbus oder an den Nabu Kreisverband Rügen, Rugardstraße 9c in 18528 Bergen geschickt oder dort abgegeben werden.

Maik Trettin

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