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Rügen Auf die Campingplätze! Fertig, los!
Vorpommern Rügen Auf die Campingplätze! Fertig, los!
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00:07 11.04.2018
Volker Brauer, Robert Falley und Jens Brauer (v.l.) packen beim Aufbau auch mal selbst mit an. Quelle: Fotos: Wenke Büssow-Krämer

Den Startschuss in die Saison verpasst ein Camper nicht. Die Freunde des naturnahen Urlaubserlebnisses haben die Insel wieder erobert. „Die Dauercamper kommen zum Stichtag, um sich einzurichten“, bestätigt Jens Brauer, Betreiber des Naturcamping Rügen-Pritzwald. „In diesem Jahr haben sie sich darauf gefreut, dass wir sogar ein paar Tage früher geöffnet haben, um das Osterfest komplett mitzunehmen“, sagt der 58-Jährige.

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Für die Dauercamper hat die Saison am ersten des Monats begonnen. Selbst Schneefall konnte sie nicht aufhalten. Die Betreiber waren vorbereitet.

Die Campingplatzverantwortlichen bekommen die wachsenden Ansprüche der Urlauber zu spüren, auch wenn in Pritzwald die Uhren etwas langsamer zu ticken scheinen. Allein die Anreise ist schon ein Erlebnis. Die lange Anfahrt über verschlafene Straßen, einfache, aber befestigte Wege und mitten durch den Wald, bringt die Urlauber bereits auf dem Weg zur Halbinsel Zudar der Natur nahe.

Nach dem Eintreffen geht’s zur Anmeldung in einen kleinen Container. Zu den Gästen auf dem acht Hektar großen Gelände zählen dann über 100 Dauercamper, die teilweise seit 30 bis 40 Jahren herkommen.

„Zu uns kommen die Gäste, die die Natur wollen und kein Sterne-Camping“, sagt Betriebsleiter Erwin Jacobs. „Doch Camper sind heute keineswegs mehr die Leute aus einfachen Verhältnissen, sondern mit Geist und Licht, die bereit sind, auch mehr Geld auszugeben“, so Jens Brauer. Den Urlauber erwarten sanierte und bestens gepflegte Sanitäranlagen, ein kleiner Kiosk, der mit dem Nötigsten versorgt, Klettergerüst und Schaukel für die Kleinsten und ganz viel naturnaher Strand.

„Bei uns ist die Verweildauer der Wohnmobile hoch, weil der Platz so großzügig ist und dadurch einen höheren Komfort bietet. Bei uns stehen sie nicht Stoßstange an Stoßstange“, erklärt Jens Brauer, der diesen Platz 2017 übernommen hat. Dann packen die Platzverantwortlichen auch gerne mal mit an. „Wir helfen auch mal beim Schieben, schließlich steht auf dem Naturcamp auch gerne mal ein Baum im Weg“, so Erwin Jacobs. 330 Stellplätze stehen im Waldteil zur Verfügung. Südlich daneben kommen nochmal 120 dazu.

Ein benachbartes Gebäude, welches ein Restaurant beherbergte, steht seit Jahren leer. Hier könnte sich der Betreiber Ferienwohnungen vorstellen. Dieser Plan kann aber erst umgesetzt werden, wenn der B-Plan tatsächlich beschlossen ist. Doch der Fortschritt macht auch vor einem Naturcampingplatz keinen Halt. So wird angestrebt, in Zukunft alle Stellplätze direkt mit Strom-, Wasser- und Abwasseranschluss auszurüsten. Und: „Schon seit letztem Jahr haben wir WLAN“, sagt Jens Brauer. „Das ist für die älteren Besucher nicht wichtig, für die Jugend schon.“ Kinderanimation und Musik- oder andere Veranstaltungen wird man aber weiter vergebens auf der Halbinsel Zudar suchen.

Die Familien mit einem höheren Anspruch an Unterhaltung sind dann in Göhren gut aufgehoben. Über anderthalb Kilometer erstreckt sich dort das Regenbogencamp. Tägliche Kinderanimation von zehn bis 18 Uhr, eine eigene Show für und mit den Kindern, sowie wöchentlich mehrere Musikveranstaltungen im Amphitheater sollen keine Langeweile aufkommen lassen. Bis zu 3000 Menschen sind hier in der Saison anzutreffen. Neben Zelten und Wohnmobilen finden die Gäste hier auch in Ferienhäusern – die über die Ostertage bereits ausgebucht waren – eine Unterkunft.

Neu sind die Ferienhäuser für bis zu sechs Personen, mit einem abgetrennten Bereich für die Eltern. So können die im Urlaub auch mal ihre Privatsphäre genießen, während die Kinder es sich beispielsweise bei einem Spieleabend mit den Großeltern gemütlich machen. „Es gibt Plätze, die günstiger sind, aber dafür wird hier auch mehr geboten“, sagt Ressortmanager Ralf Germer. „Die Ansprüche ändern sich. Leichtigkeit und Unbedarftheit findet man nicht mehr.“

Im eigengeführten Restaurant wird daher nicht nur Currywurst angeboten. Auch Steak muss es dann mal sein. Neben reichlich Spiel-, Sport- und Einkaufsmöglichkeiten für die Familie, können die Eltern hier auch das Wellnesscenter für Kosmetik, Massagen, Sauna und ein kleines Schwimmbad nutzen.

„Campen ist nicht mehr das, was es mal war. Es ist zum Status geworden“, sagt Ralf Germer.

Wenke Büssow-Krämer

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