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Rügen Aus für Bastian Semm: 2018 hat Störtebeker neues Gesicht
Vorpommern Rügen Aus für Bastian Semm: 2018 hat Störtebeker neues Gesicht
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00:05 18.10.2017
Als Klaus Störtebeker (Bastian Semm, l.) und Goedeke Michels (Andreas Euler) 2013 das erste Mal aufeinander trafen, gingen sie noch äußerst ruppig miteinander um. Schon bald entwickelte sich eine enge Freundschaft – sowohl vor als auch hinter der Bühne. Quelle: Foto: J.u. Berndt
Ralswiek

Das war’s! Bastian Semm heuert ab. Der Schauspieler wird 2018 nicht mehr Klaus Störtebeker sein. Die Intendanz der Festspiele in Ralswiek hat sein Engagement nicht verlängert. „Nach 25 Jahren wird es Zeit, neue Wege zu gehen“, sagt Mitgeschäftsführerin Anna-Theresa Hick. „Wir haben den Wunsch nach Erneuerung, werden umfassend renovieren und umstrukturieren – das Imbissdorf, den Eingangsbereich, die Hinterbühne ... und das geht einher damit, dass wir mit Beginn der neuen Saga unseren Titelhelden mit einem neuen Gesicht präsentieren werden.“

Nach 25 Jahren wird es Zeit, neue Wege zu gehen. Wir haben den Wunsch nach einer Erneuerung.Anna-Theresa Hick, Mitgeschäftsführerin der Störtebeker Festspiele

Aber nicht nur Bastian Semm verlässt die Piratenkogge. Auch Goedeke-Michels-Darsteller Andreas Euler ist ab dem nächsten Jahr nicht mehr mit dabei. „Ich denke, dass es wichtig ist, dass diese zwei Hauptakteure zusammen in die neue Geschichte wachsen“, sagt Anna-Theresa Hick. „Sind beide neu, entsteht bei dem Duo eine ganz andere Dynamik, als wenn einer von ihnen schon seit Jahren dabei ist.“

Die Entscheidung, sich von Semm und Euler zu verabschieden, wurde den Schauspielern per Telefon mitgeteilt. Nach Informationen der OSTSEE-ZEITUNG aus Semms Kollegenkreis soll der Störtebeker-Darsteller sehr enttäuscht reagiert haben. „Ich habe erwartet, dass es so passiert“, sagt er hingegen gegenüber der OZ. „Der Zyklus war auf fünf Jahre beschränkt und die sind jetzt vorbei.“ Die halbe Dekade bei den Störtebeker Festspielen sei eine „super Zeit gewesen, die viel Spaß gemacht“ habe. „Ich bedanke mich bei allen, die mich die Jahre über unterstützten“, sagt Semm.

„Die Reaktionen des Publikums haben mich jeden Abend gerührt, solch ein Zuspruch ist für einen Schauspieler nicht selbstverständlich.“

Andreas Euler kenne zwar nicht die Gründe, warum es mit ihm als Goedeke Michels nicht weitergehe, betont aber, dass er mit der Familie Hick nicht im Bösen auseinandergehe. „Es ist gut so, wie es ist“, sagt der aus Bremen stammende Schauspieler, der mittlerweile seinen Lebensmittelpunkt nach Prora verlegt hat. „Ich habe im nächsten Jahr zahlreiche Projekte vor, die sich zum Teil mit meinem Engagement bei den Festspielen in Ralswiek überschnitten hätten.“ Dazu gehörten vor allem Filmproduktionen. Sein ambitioniertester Plan sei aber die Einrichtung eines Theaterschiffes auf Rügen.

„Damit will ich im nächsten Jahr, allerspätestens aber 2019 an den Start gehen.“ Außerdem werde er schon wie in diesem Jahr auch 2018 die Moderation beim Rügen International Filmfestival übernehmen und bleibe weiter als Hochzeits- und Trauerredner buchbar.

Dass Bastian Semm als Klaus Störtebeker nicht in das Rollenmuster gepasst haben könnte, will Anna-Theresa Hick nicht bestätigen. Zwar kenne sie die kritischen Stimmen, die den Darsteller immer etwas zu schmächtig und weich fanden, weist aber darauf hin, dass er auf der anderen Seite auch eine große Fanbasis besessen habe. Vor allem hätten junge Leute und da wiederum die Mädchen über Semms Haarlänge und seine Frisuren diskutiert oder darüber gestritten, welches Hemd ihm am besten stehen würde. „Kritik gibt es bei einem Wechsel immer“, sagt sie. „Norbert Braun legte den Grundstein und so hatte schon der Wechsel zu Sascha Gluth reichlich Gegenwind.“

Anna-Theresa Hick spricht von „sehr schönen Jahren“ mit Bastian Semm, nach einem Vierteljahrhundert könne man aber eben jenen Schnitt machen, der die Möglichkeit biete, zurückzuschauen und gleichzeitig etwas anderes in Angriff zu nehmen.

Neue Darsteller für die beiden Hauptrollen gebe es noch nicht. Die Castings sind derzeit in vollem Gange. Und Anna-Theresa Hick ist sich sicher, erneut zwei starke Persönlichkeiten zu finden.

Die Klaus-Störtebeker-Darsteller

Norbert Braun (1993-2001) war der erste Titelheld der Festspiele. Er prägte den raubeinigen Piraten mit blonder Mähne und kantigem Gesicht.

Sascha Gluth (2002-2012) spielte die Hauptrolle am längsten. Vergleichen lassen musste er sich mit Braun aber bis zum Schluss.

Bastian Semm (2013-2017) verkörperte einen neuen Typus: jugendlich, quirlig, gefühlsbetonter. Seine Kritiker waren zahlreich, die Fanbasis aber groß.

Jens-Uwe Berndt

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