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Rügen Der wilde Bruder des Knoblauch auf Rügen
Vorpommern Rügen Der wilde Bruder des Knoblauch auf Rügen
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07:15 15.04.2019
Nach ihrem Besuch des Marstalls begann Familie Wendenburg mit der Bärlauch-Ernte. Quelle: Uwe Driest
Putbus

Nach einem Besuch des Bärlauchmarkts am Wochenende im Marstall zu Putbus begann Familie Wendenburg aus Lübeck sogleich mit der eigenhändigen Bärlauch-Ernte. Die Familie besuchte die in Bergen wohnende Mutter und wollte das Wildgemüse sogleich zu Salat und Kräuterbutter verarbeiten. „So lernt auch mein Enkel etwas über die Natur“, meinte Oma Sabine. Mit dem Markt eröffneten die Organisatoren vom Amt für das Biosphärenreservat Südostrügen zugleich die „Bärlauchtage Putbus“.

„Wir haben schon vor vier Wochen Bärlauch im Schlosspark gepflückt“, sagte Rügens ehemaliger Dehoga-Vorsitzender Wilfried Rothkirch, der sich einen Rundgang über den Markt ebenfalls nicht entgehen ließ. Was die kundige Hand aus dem Lauch-Gewächs herstellen kann, demonstrierten unter anderen Wolfgang Darmer, Monika Golinsky, Klaus Kasper und Carmen Mengert vom Verein Rügener Köche, die Spaghetti mit Bärlauchpesto anboten. Dem Verein gehören rund 50 Mitglieder an, die in Restaurants, Hotels, in der Gemeinschaftsverpflegung tätig sind oder sich noch in der Ausbildung befinden.

Amelie Gleißner stammt aus Bayern, leistet derzeit ein Praktikum in der Biosphäre und probierte die Dinkelvollkornwaffeln von Anita Kolb aus Putbus. Die reichte ihre Herzen aus Dinkel-Schrot mit Bärlauch-Quark und in der veganen Version mit Bärlauch-Pesto. Auch Heike Ziemba von der Firma „Boddenland Eis“ aus Kemnitz stellte sich auf das Motto des Marktes ein. „Unsere Vision ist ’natürlich regional genießen’ und auf Wunsch stellen wir besondere Eissorten her, die es auch in einer laktosefreien Version gibt“. So setzte sie einem Grundmix kurzerhand eine Portion Bärlauch zu.

Eigens für den Markt rund um den Bärlauch der ehemaligen Residenzstadt kreierte Karin Günther aus Trinwillershagen Bärlauch-Schnaps und Bärlauch-Salz. Die Idee dazu hatte Theaterchef Peter Gestwa, dessen Partnerin Annette Brückner das Theater Café betreibt und das Salz in einer eigenen Präsentation am Freitag (16.30 Uhr, Theaterfoyer, im Anschluss findet das Klavierkonzert „Clara Schumann auf Rügen“ statt) vorstellen möchte.

Ich finde es toll, was hier kleinteilig und aus der Insel selber heraus entsteht“, zeigte sich Peter Schwarz, Direktor des Selliner Cliff-Hotel, begeistert. Neben allerlei kulinarischen und kulturellen Genüssen konnten große und kleine Besucher auch Interessantes über den Bärlauch lernen. So beim Quiz am Stand des Amts für das Biosphärenreservat Südostrügen. Der „wilde Bruder des Knoblauchs“ streckt schon im April seine Blattspitzen aus dem Boden, bildet wenig später Knospen, beginnt ab Mai zu blühen und zieht sich Ende Juni zurück. Die beste Zeit für ein schmackhaftes Bärlauchessen ist deshalb von März bis Mai. Ein Vorteil des Bärlauchs ist dabei der Umstand, dass das knoblauchartige Aroma zwar zu schmecken, aber nach dem Genuss nicht zu riechen ist.

Weil den Bärlauch der Bär auch frisst, schrieben die Germanen der Pflanze Bärenkräfte zu und benannten sie nach Meister Petz. Tatsächlich soll die Pflanze bei Bluthochdruck, hohen Cholesterinwerten, Arterienverkalkung, Verdauungsstörungen, Erkältung sowie Frühjahrsmüdigkeit helfen und zudem entgiftend wirken. Natürlich nur, wenn man ihn nicht mit dem unbekömmlichen Maiglöckchen oder der Herbstzeitlosen verwechselt. Der Bärlauch ist daran zu erkennen, dass jedes Blatt einen eigenen Stiel hat. Nach der Blüte verliert er Aromen und Heilkräfte, man kann ihn aber einfrieren. Soweit im Nordosten kam der Bärlauch ursprünglich gar nicht vor und wurde vermutlich erst von Zisterzienser-Mönchen des Klosters Eldena kultiviert, die als Einsiedler auf der Inseln Vilm lebten, wo sie sich einen Kräutergarten anlegten. Von dort gelangte die Pflanze später in den Schlosspark, wo sie in der Blütezeit ihren weißen Teppich bildet, in dem alles andere versinkt.

Wer Markt und Quiz verpasst hat, kann noch bis zum 21. April während mehrerer Führungen allerhand über das Gewächs lernen.

Bärlauchtage Putbus

Am heutigen Montag findet eine Kräuterwanderung für Kinder statt (10 Uhr, Grundschule),

Am Donnerstag wird ab 17 Uhr am Rosencafé bei Live-Musik gegrillt.

Am Freitag präsentieren das „Salzreich Trinwillershagen“ und das Theater Café ihr „Putbusser Bärlauch-Salz“ (16.30 Uhr, Theater),

Am Ostersonntag gibt es ein Ostereiersuchen für Kinder im bärlauchgrünen Schlosspark.

Eine Woche später (27. April um 17.30 Uhr) eröffnet eine Küchenparty unter dem Titel „Bärlauch meets Fish“ die Rügener Fischertage im Hotel Badehaus Goor.

Mit einem Markt im Marstall zu Putbus wurden die Tage am Wochenende eröffnet.

Uwe Driest

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