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Rügen Bau am Baaber Bahnhof steht weiter still
Vorpommern Rügen Bau am Baaber Bahnhof steht weiter still
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18:03 25.10.2018
Mit einer Image-Kampagne möchte die Gemeinde den Schandfleck verbergen. Quelle: Gerit Herold
Baabe

Wenn es die Handlung eines Western-Films wäre, würde vor dem geistigen Auge das Bild zweier Duellanten entstehen, die ihre Waffen zwar wieder in das Halfter steckten, den Patronengurt aber sicherheitshalber noch nicht ablegen. Im Konflikt um den Fortgang des Baus am Baaber Kleinbahnhof liegt die Zuständigkeit nun zwar überwiegend in der Hand des Landes, weder aber zog der Landkreis den Baustopp noch die Pressnitztalbahn ihre Klage zurück. So bietet das Gebäude weiterhin einen beklagenswerten Anblick, den Gemeinde und Kurverwaltung daher nun durch eine Sichtblende verdecken. Mit der Aktion möchte die Gemeinde zugleich um Verständnis werben. „Was lange währt, wird endlich gut. Wir machen Baabe schön. Rom wurde auch nicht an einem Tag erbaut“, ist darauf zu lesen. Die Idee stammt von Kurdirektorin Uta Donner. „Für das Ostseebad Baabe gibt die Baustelle kein gutes Bild ab. Wir sehnen den Tag herbei, an dem der Schandfleck verschwunden ist“, stöhnt Bürgermeister Hartwig Diwisch. Der schrieb gemeinsam mit seinen Kollegen des Amtsbereichs Mönchgut-Granitz schon einen Brief an die „Eisenbahn-Bau- und Betriebsgesellschaft Pressnitztalbahn mbH“, in welchem sie für einen raschen Baufortgang warben.

Bahn-Betreiber und Behörden verhandeln derzeit und wähnen sich auf gutem Weg. Dabei wird offenbar um jedes Detail der Zuständigkeit gerungen. „Baurechtliche Genehmigungen für Gebäude auf Bahngelände, die nicht für Eisenbahnzwecke genutzt werden, erteilt auch weiterhin der Landkreis“, erklärt Ministeriums-Sprecherin Renate Gundlach. Fahrkartenausgabe, Eisenbahnbetriebsraum und Bahnhofshalle aber, die dem Eisenbahnbetrieb dienen, bedürfen einer Planfeststellung nach Eisenbahngesetz und dafür ist das Ministerium zuständig. Im nächsten Schritt müsse also die Pressnitztalbahn einen Antrag auf Plangenehmigung stellen. „Wir begrüßen diese Lösung, die nun in Aussicht steht und freuen uns, dass auch in Baabe für die Reisenden des ’Rasenden Roland’ in absehbarer Zeit ein attraktives Empfangsgebäude mit Fahrkartenausgabe, wettergeschütztem Wartebereich und WC zur Verfügung stehen wird“, sagt dazu Verkehrsminister Christian Pegel (SPD). Der könnte sich zu früh gefreut haben.

„Es ist alles angeschoben, aber noch nicht in trocknen Tüchern“, sagt Matthias Kley von der Kleinbahn. „Für uns zählen Taten, wir möchten Eisenbahn fahren und unseren Gästen ein schönes Erlebnis bieten.“ Zunächst aber sei nun von den Behörden zu klären, welche Nutzung in wessen Zuständigkeit fällt. Beispiel: Ist eine Werkswohnung eine Eisenbahnnutzung?

Die Rügensche BäderBahn hatte das über 100 Jahre alte Bahnhofsgebäude mit Empfangsgebäude und Güterbahnhof nach 20-jährigem Leerstand erworben. Um daraus wieder ein Schmuckstück zu machen, will das Unternehmen rund 800 000 Euro investieren. Im Frühjahr 2016 wurde mit den Bauarbeiten begonnen. Doch wegen des Streits um Denkmalschutz und Zuständigkeiten ruhen die Arbeiten seit Sommer 2016 (die OZ berichtete).

Die technischen Voraussetzungen für die Sanierung hatte das Unternehmen bereits geschaffen und Baufirmen unter Vertrag genommen. „Wir hatten ja mit dem Bau bereits begonnen“, so Kley. Auch wenn es nun zu einer zügigen Genehmigung käme, würde es für die kommende Saison nichts mehr mit dem Bau werden. „Um zu Saisonbeginn fertig zu sein, müssten wir mit den Arbeiten im Herbst beginnen. Dafür ist es nun zu spät.“ Ohnehin sei Baabe nicht die einzige „Baustelle“ für sein Unternehmen. Auch bei der Verlängerung des Bahnsteigs in Sellin-Ost oder dem Bau eines Toilettenhauses in Göhren hakt es weiterhin. Und in Binz werden nach wie vor Fahrkarten aus einem Container heraus verkauft, weil beim Innenausbau Vorschriften der Arbeitsstättenverordnung missachtet worden sein sollen.

Uwe Driest

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