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Bau der Ortsumgehung Bergen startet 2019

Bergen Bau der Ortsumgehung Bergen startet 2019

Die Pläne für den neuen Trassenverlauf wurden auf einer Einwohnerversammlung vorgestellt

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Bürgerversammlung zur Ortsumgehung Bergen

Quelle: Uwe Driest

Bergen. Was bei der Vorstellung der Planungen für die Ortsumgehung Bergen Ende November im Rathaus noch nicht endgültig feststand (die OZ berichtete), nimmt nun weiter Gestalt an. Etwa 40 Zuhörer hatten sich am Dienstag zur Bürgerversammlung in der Altstadt-Grundschule eingefunden, um sich von Vertretern des Straßenbauamtes Stralsund auf den neuesten Stand bringen zu lassen. Die neue Straße wird zwar keine kreuzungsfreie Kraftverkehrsstraße sein, aber auf der grünen Wiese von Kubbelkow (Knoten West, K1) über Kaiseritz nach Karow verlaufen und dabei über den Knoten RÜG 15 (K 2) das Gewerbegebiet Tilzow anbinden. Insgesamt seien vier Kreisverkehre sowie acht Brücken und Unterführungen geplant, trug Thomas Freitag vom Straßenbauamt vor.

Vitale Alleebäume dürfen stehen bleiben

Für den Bau gleich zweier Brücken an der Querung der Bahnlinie – die Bahn bestand auf einem eigenen Bauwerk – müsse sogar der Bahnverkehr eingestellt werden, so Freitag. Die Brücke an der Querung nach Neklade wird gut fünf Meter hoch sein und die Unterführung am Knoten Mitte (K3), wo die L301 in Richtung Putbus quert, ebenso tief liegen.Im letzten Abschnitt ab dem Knoten Ost (K4) bei Kaiseritz quert die neue dann die alte Straße und verläuft fortan nördlich von jener. „Dort sind die Alleebäume so vital, dass wir uns entschlossen, sie stehen zu lassen und die Trassen von Bundesstraße und Radweg zu tauschen. Der alte Radweg wird zur Straße ausgebaut und Radler fahren künftig innerhalb der Allee“, so Freitag. „Von allen schlechten Lösungen ist die vorliegende Variante immerhin noch die etwas bessere“, würdigt Marlies Preller vom NABU die Bemühungen der Planer. Als Ausgleichsmaßnahme für den Bau der Trasse auf bisher nicht versiegelten landwirtschaftlichen Flächen will das Straßenbauamt den Karower Mühlbach renaturieren, der in den Kleinen Jasmunder Bodden mündet. Dessen Gewässerzustand ließe sehr zu wünschen übrig und soll durch flache und breitere Randstreifen so verbessert werden, dass auch Fische sich darin wieder wohl fühlen.

„Verlagerung zu mehr Öffentlichem Personennahverkehr nötig“

Die neue Trasse soll Bergen in der Saison um die Hälfte der bisher 12 300 Fahrzeuge entlasten, welche die Stadt im Jahresschnitt täglich passieren. Dieser rechnerische Wert brächte einer Tourismusregion mit beträchtlichen Spitzen nicht allzu viel, wenden Kritiker ein. In der Saison würde die Kapazität noch immer nicht ausreichen und in der verbleibenden Zeit sei die Straße überdimensioniert. „Wir würden einen Verlagerung hin zu mehr Öffentlichem Personennahverkehr brauchen“, findet auch Bergens Bauamtsleiter Rainer Starke. Ein Problem, das nur Politik und Tourismusbranche lösen könnten, halten Planer dagegen. Die detaillierten Planungen für die insgesamt 20 Millionen Euro teure Umgehung sollen noch in diesem Jahr beendet sein. Während des Planfeststellungsverfahrens im kommenden Jahr werden die Unterlagen öffentlich ausliegen. Ob der Belag der neuen Fahrbahn wohl aus Beton sein werde, interessierte Christiane Smerzinski. Die Tilzowerin sorgte sich um die Lärmbelastung in ihrem Ortsteil. Derzeit seien Lärmschutz-Experten unterwegs, „aber dass das lauter wird, ist uns klar“, so Freitag.

Uwe Driest

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