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Rügen Bauherr zahlt Kindern Taxi zur Schule
Vorpommern Rügen Bauherr zahlt Kindern Taxi zur Schule
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06:51 29.08.2018
In dieser Kurve klemmt der Busverkehr für die Bewohner von Klein und Groß Kubbelkow Quelle: Uwe Driest
Bergen

Weil die Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH (Deges) mit dem Ausbau der Straße in Klein Kubbelkow nicht weiterkommt, entfällt seit dem Frühjahr die Buslinie 33 für die Ortsteile Klein und Groß Kubbelkow sowie Teschenhagen. Die etwa hundert betroffenen Anwohner gucken seither vollends in die Röhre und für die Fahrt der betroffenen Kinder zur Schule zahlt die Deges ein Taxi. Für die Fahrt zur Schule wohlgemerkt – nicht etwa für die Rückfahrt. Bis dato. Nach Hinweisen der OSTSEE- ZEITUNG beauftragte die Deges nun die Verkehrsgesellschaft Vorpommern-Rügen (VVR) mit der Einrichtung eines Shuttle-Verkehrs ab dem Winterfahrplan Mitte Oktober.

„Zumindest um 13 und 15 Uhr müsste ein Taxi die Rückfahrt anbieten“, sagt Juliane Ertel. Die junge Mutter übernimmt seit Monaten den Fahrdienst für die eigenen drei Kinder und die einer weiteren Familie. „So fahre ich bis zu dreimal täglich nach Garz und zurück. Das kostet mich jeweils etwa eine Stunde.“Nachdem die Deges nun grünes Licht für die Übernahme der Konsten gab, will Ronald Keil von der VVR gemeinsam mit den betroffenen Eltern die Zeiten für die Fahrten abstimmen. Ein Schüler führe nach Dreschvitz, zwei weitere zum Gymnasium in Bergen und der Rest nach Garz, so Keil. Der Shuttle werde voraussichtlich aber nur die Haltestellen am Kiebitzmoor und in Sehlen anfahren können.

Grundstückseigentümer fordern Entschädigung

Die Ursache des Problems liegt im Planfeststellungsbeschluss für die B96n. Der sah ursprünglich vor, dass für den Ausbau der Gemeindestraße eine Allee auf dem Grundstück von Axel Diembeck weichen sollte. Dagegen legte der Eigentümer von Gutshaus und -park in Klein Kubbelkow Widerspruch ein. Weil die Deges dennoch mit der Fällung eines Baumes begann, erstattete er Anzeige (die OZ berichtete). Die Deges entschuldigte sich und setzte danach auf die Änderung des Plans, wonach sie gern eine auf der anderen Straßenseite liegende Scheune abgerissen hätte, die mit einer Hausecke in die Kurve ragt.

„Dafür wurde meinem Nachbarn lediglich angeboten, die Kosten des Abrisses zu übernehmen“, so Diembeck. Das war dem zu wenig. Die Einigung scheiterte. Jetzt möchte die Deges zum ursprünglichen Plan zurückkehren und erneute Verhandlungen mit Diembeck aufnehmen. „Der dafür notwendige Grunderwerb ist noch nicht abgeschlossen und Gegenstand des weiteren Verfahrens“, wie es Deges-Sprecher Lutz Günther ausdrückt.

Behörden verweisen aufeinander

Und das dürfte sich durchaus noch eine Weile hinziehen. Denn mit den 500 Euro, welche die Deges ihm seinerzeit für die Fällung seiner alten Kastanien angeboten habe, will sich Diembeck auch heute nicht begnügen. „Wir würden neue Bäume pflanzen wollen, die dann ein Stück von der Straße zurück stehen“. Das koste mehrere tausend Euro. Wenn also auch den Schulkindern in absehbarer Zeit geholfen wird, müssen alle anderen Anwohner nach wie vor sehen, wie sie zu Arbeit oder Arzt kommen. Das Ordnungsamt der Stadt Bergen müsse dafür Sorge tragen, dass die Anlieger die Straße befahrbar machen, heißt es aus dem Landratsamt. Mitnichten, der Ball läge vielmehr im Feld der Deges, schallt es von dort zurück.

„Was ist da schief gelaufen bei der Planung oder Umsetzung?“, fragen daher Anwohner in einem Hilferuf an den Bürgerbeauftragten des Landes.

Driest Uwe

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