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Rügen Baumeister verewigt sich 1455 in Kirche
Vorpommern Rügen Baumeister verewigt sich 1455 in Kirche
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14:58 10.11.2017
Die Malereien und Inschriften wurden am Gewölbe des Gotteshauses oberhalb hinter der Orgel entdeckt und freigelegt, die es seinerzeit noch nicht gab. Der Baumeister Nikolaus hat sich selbst an die Wand gemalt. Quelle: Peter Wagner
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Lancken-Granitz

Bei der Gewölbesanierung in der St. Andreas-Kirche in Lancken-Granitz sind die Restauratoren auf interessante Wandmalereien und Inschriften gestoßen. Das Besondere: Sie stammen vermutlich aus der Entstehungszeit des Gotteshauses 1455.„Es ist bedeutend, dass es solche alte Bauinschrift gibt. Darüber befindet sich eine Zeichnung eines Gesichtes mit Hut. Wahrscheinlich stellt sich Baumeister Nikolaus selbst dar“, erklärt Pastorin Christel Handt. Inschrift und Zeichnung befinden sich oberhalb hinter der Orgel, die es seinerzeit noch nicht gab. Für die lateinische Gewölbeinschrift gibt es inzwischen eine etwas lückenhafte Übersetzung durch die Greifswalder Wissenschaftlerin und Inschriften-Expertin Christine Magin. Sie lautet: „Im Jahr des Herrn 1455 am Tag vor (...) und ewige Jungfrau (...) wurde dieses Werk pflichtschuldig vollendet durch den Meister Nikolaus (...) und seinen Gehilfen.“

„Bei den ersten beiden Auslassungen mag eine Tagesangabe nach einem Marienfest gestanden haben. Die dritte Auslassung ist wahrscheinlich der Nachname des Meisters Nikolaus. Er hat sich selbst an die Wand gemalt, um in den Kirchenraum und die Menschen der folgenden Jahrhunderte zu schauen. Das war so üblich unter den Baumeistern jener Zeit“, weiß Pastorin Handt. Der Nachname des Meisters sei aber nicht rekonstruierbar. Die Malereien seien irgendwann übergestrichen worden. „Vielleicht sogar mehrfach bei verschiedenen Renovierungen. Weil es Fresko-Malereien sind, sind sie unter dem Überstrich erhalten geblieben“, so Handt.

Und nun überraschend wieder aufgetaucht bei den Sanierungsarbeiten. In der St. Andreas-Kirche wurde seit dem Frühjahr das Gewölbe im Kirchenschiff restauriert und die Fenster neu bleiverglast. Im Gewölbe wurde die Rissbildung gestoppt. Dabei haben sich dann die Fresko-Malereien ganz zufällig gezeigt. Die Kirchengemeinde habe zusammen mit dem Architekturbüro Kottke Architekten aus Stralsund, den Restauratoren Kerstin und Peter Wagner und dem Bausachverständigen beim Pommerschen Evangelischen Kirchenkreis, Wilfried Schleinitz, beschlossen, die Malereien zu sichern und sichtbar zu lassen. Bei den Fenstern wurden fehlende Scheiben ersetzt und die vorhandenen Scheiben neu bleiverglast. Eine automatische Querlüftung werde zukünftig Feuchtigkeitsbildung in der Kirche vorbeugen. „In einem weiteren Bauabschnitt im nächsten Jahr muss die Außenwandsanierung der Kirche zum Abschluss gebracht werden, damit das Feuchtigkeitsproblem im Fußbodenbereich der Nordwand und der Sakristei behoben wird“, blickt Pastorin Christel Handt voraus.

Die Abnahme des aktuellen Bauabschnittes ist erfolgt. Am Sonntag um 10.30 Uhr findet in der Kirche ein festlicher Gottesdienst statt. Alle sind dazu herzlich willkommen. Im Anschluss an den Gottesdienst gibt es Kaffee und Kuchen. In Binz und in Zirkow findet am Sonntag kein Gottesdienst statt.

Gerit Herold

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