Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Rügen Behinderte am Strand: An Dünen ist oft Schluss
Vorpommern Rügen Behinderte am Strand: An Dünen ist oft Schluss
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:00 29.08.2013
Bergen

Mit dem Rollstuhl bis an die Wasserkante? Der behinderte Helge Dobiasch (23), der seinen Urlaub regelmäßig in Binz verbringt, kann dort auf Hartgummimatten mit seiner motorisierten Fortbewegungshilfe bis fast ans Ufer fahren. Doch nicht alle Strände auf der Insel verfügen über behindertenfreundliche Zugänge.

„Das Thema Barrierefreiheit wird immer wichtiger für unsere Gäste und ist für alle künftigen Investitionen ein Muss“, sagt Kurdirektor Knut Schäfer. Momentan verfüge Binz über sechs behindertenfreundliche Wege zur Ostsee. „Wir planen, die zwei Strandzugänge an der Seebrücke im nächsten Jahr ebenfalls behindertenfreundlich zu gestalten“, sagt Schäfer.

Der Umbau weiterer zentraler Zugänge soll in den kommenden Jahren folgen. Ob mit Hartgummimatten oder einer Plattform zum Abstellen der Rollstühle sei bisher noch offen. Besucher, die bis ans Wasser fahren wollen, können im Haus des Gastes einen Strandrollstuhl bestellen.

Zwei solcher Gefährte will auch Göhrens Kurdirektor Jörn Fenske anschaffen. „Leider ist es ohne Hilfe noch nicht möglich, direkt bis ans Wasser zu kommen, so dass für Behinderte im Rollstuhl am Dünenfuß Schluss ist“, sagt Fenske. Abhilfe sei aber bereits in Planung. So sollen neben den zwei bestehenden barrierefreien Strandzugängen zwei weitere gebaut und mit Strandmatten bis zum Wasser verlängert und miteinander verbunden werden. „Als Kurort, der mit dem Thema Gesundheit umgeht, wollen wir den Strand für alle Urlaubsgäste erlebbar machen“, erklärt Fenske, der die Kosten für die neuen Zugänge auf 20 000 bis 25 000 Euro beziffert. Finanziert werden sollen diese über die Kurabgabe. „Die Genehmigungen haben wir, der Baubeginn ist entweder noch in diesem Jahr oder im Frühjahr des nächsten Jahres geplant, wenn es die Witterung zulässt“, sagt Fenske.

In Sellin kommen Rollstuhlfahrer zwar mit einem Aufzug an der Seebrücke und zwei barrierefreien Abgängen bis zum Strand, von dort geht es allerdings nicht weiter. „Bis zum Wasser zu kommen, ist für einen Rollstuhlfahrer alleine nicht machbar“, sagt Kurdirektorin Adriana Zawisza. „In der Kurverwaltung hatten wir noch keine Nachfragen, daher haben wir uns bisher darüber keine Gedanken gemacht, werden die Idee aber für die Zukunft aufnehmen.“

Ein kleines Grill-Camp mit Stühlen, Tischen, Gemüse und Fetakäse kann Helge Dobiasch bisher nur im größten Ostseebad der Insel genießen. Auch in seiner Heimat Kiel geht dies laut Angaben von Mutter Ulrike Dobiasch nicht so gut. Ein Grund für die Familie, regelmäßig nach Binz zurückzukommen.

„Für unsere speziellen Bedürfnisse ist es bei der Strandbar 28 optimal”, sagt Ulrike Dobiasch. „Es gibt wahrscheinlich noch Strandzugänge, die breiter sind. Aber hier kommen wir zusammen fast runter an die Wasserkante. Früher konnte ich mit Helge noch ins Wasser gehen. Das geht heute leider nicht mehr“, erklärt die Mutter. Helge kann fast nur noch seine Finger bewegen, weil er von Geburt an mit einer fortschreitenden Muskelerkrankung kämpft. Auf der Strandpromenade und auf den Matten kann der junge Mann dennoch bestimmen, wo es lang geht.

Stefanie Büssing und Kay Steinke

Direktkandidat bei der Bundestagswahl: Michael Adomeit will in Berlin dem kleinen Mann auf der Straße eine Stimme geben und baut auf aktivierte Nichtwähler.

29.08.2013

1. Welches Buch haben Sie zuletzt gelesen? „Blinkzeichen am Rügendamm“ von Hans-Jürgen Meyer. Der ehemalige Offizier wird oft auch als Retter von Rügen bezeichnet.

29.08.2013

Über fünf Meter zählt die Riesensonnenblume im Schrebergarten von Karl-Heinz Bonin.

29.08.2013