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Bei Betzel: Tanz, Jugendweihe und Hochzeiten

Nipmerow - Bei Betzel: Tanz, Jugendweihe und Hochzeiten

Alle erinnern sich an die Gaststätte, die heute mehr und mehr verfällt. Im Saal feierte ganz Nipmerow.

Nipmerow -. Unabhängig voneinander erzählen die Nipmerower im Alter von 50-plus von der „sagenhaften“ Gastwirtschaft, „am Ortseingang, hinter dem ehemaligen Abferkelstall, auf der rechten Seite“, „Betzels Gaststätte“. Große Familienfeiern wurden dort abgehalten und für die Nipmerower Jugend gab es nicht nur Kino, sondern auch glanzvolle Veranstaltungen. Der frühere Landwirt Ernst Utesch, der seine Frau Bärbel schon in der Schule kennenlernte, denkt gerne an die wilde Zeit zurück: „Da sind wir mindestens zehn Mal im Jahr tanzen gewesen.“ Jahrzehnte später hat das heute 50 Jahre verheiratete Paar dort Silberne Hochzeit gefeiert.

Heute bröckelt der Putz von der Fassade, der Eingang ist zugewachsen und die Kräuterschnaps-Werbung verblasst. Ein Grund, warum die Kneipe mit dem großen Saal so gut frequentiert war, lag auf der Hand: „Durch Umsiedlung und Flucht gab es viel mehr Kinder und Jugendliche“, weiß Bärbel Utesch. Sie war zu DDR-Zeiten Lehrerin in der Einklassen-Schule in Nipmerow, musste aber auch in der Schule in Lohme unterrichten. „Ich bin am Tag mehrmals zu Fuß die eineinhalb Kilometer rauf- und runtergelaufen, das hat mir nicht wehgetan“, freut sie sich.

Anschließend gab es das „private“ Programm auf dem heimischen Hof: „Rüben hacken, Heu ernten, Mittag kochen, Kinder versorgen.“ Auch sie erinnert sich liebend gerne an die alten Zeiten in „Betzels Gaststätte“. „Wir haben viel gearbeitet und sind viel ausgegangen, heute ist das Leben vergleichsweise langweilig, ganz besonders für die Jugend.“ Uteschs sind heute mit der verwitweten Brita Dürr befreundet und engagieren sich für die Dorfgemeinschaft. Hauptthemen: der Reiseverkehr zwischen Königsstuhl und Kap Arkona mitten durch den Ort, wo es keinen Bürgersteig gibt, und die Abwasserwagen, die wegen der noch nicht installierten Kanalisation die Straßen zusätzlich blockieren. Brita Dürr: „Zustände wie im Mittelalter.“ Frau Utesch fügt hinzu: „Früher haben wir immer, wenn ein Auto am Haus vorbeikam, einen langen Hals gemacht, heute bekäme man ein Schleudertrauma.“

Zumindest in puncto Kanalisation ist Abhilfe in Sicht. Noch 2013 soll das Dorf an die Kläranlage Ranzow angeschlossen werden, die zurzeit vergrößert wird. lr

OZ

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