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Beide Investoren bleiben im Rennen

Stralsun Beide Investoren bleiben im Rennen

Interessenten gehen nicht davon aus, dass das alte Pionierhaus erhalten werden kann und planen einen Neubau

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Der Pommersche Diakonieverein sieht auf dem Gelände des einstigen Pionierhauses vor, eine zweigeschossige Begegnungsstätte zu errichten. Der dahinterliegende Park soll dabei eine wesentliche Rolle als Erholungsgebiet spielen. Grafik: Planungsbüro Mittelbach

Stralsun. In die Debatte um die Zukunft des ehemaligen Pionierhauses kommt Bewegung. Jetzt sind neue Details zu den Investoren öffentlich geworden, die dort den Bau eines Fitnesscenters planen. Bereits bekannt ist, dass der Pommersche Diakonieverein investieren möchte, der zweite Interessent ist eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR), hinter der Gym Fitness World und Sanitätshaus Schumann stehen. Beide Investoren planen für die künftige Nutzung des Geländes den Abriss des Ackerbürgerhauses. Das geschichtsträchtige Haus, das im 19. Jahrhundert der erste richtige Bürgergarten in Stralsund war, wurde in den vergangenen Jahren dem Verfall preisgegeben. Mittlerweile befindet es sich in einem derart desolaten Zustand, dass an eine Rettung nicht mehr zu denken ist. Doch wie sieht es mit konkreten Planungen und Konzepten aus? Die liegen bisher nur vom Planungsbüro Mittelbach im Auftrag des Pommerschen Diakonievereins vor. „Wir wollen ein Wohn- und Servicehaus mit Begegnungscharakter bauen“, sagt Diakonie-Vereinschef Michael Bartels. Eine wesentliche Rolle wird dabei der Park spielen, in dem unter anderem auch der älteste Baum Stralsunds steht.

„Wir können den Entwurf des Planungsbüros Mittelbach nur befürworten“, sagt Dieter Bartels, Vorsitzender des Bürgerkomitees „Rettet die Altstadt“, das sich in die aktuelle Diskussion einklinkt. „Zum einen wird der bestehende Klinkerbau in der Gerhart-Hauptmann-Straße mit einbezogen, zum anderen wird bewusst die Historie der Bürgerressource aufgegriffen.“ Doch Dieter Bartels lässt keinen Zweifel daran, dass es für die Stadt eine gute Chance ist, dass es zwei Interessenten gibt. „Am Ende ist es wichtig, dass der Vorschlag mit dem besseren Inhalt den Zuschlag bekommt. Die Stadt muss aber auch dringend Druck machen, bei der Beseitigung dieses Schandflecks.“

Der zweite Investor hat seine detaillierten Planungen noch nicht vorgelegt. „Wir haben aber eine genehmigte Bauvoranfrage und ein Baumgutachten vorgelegt. Und wir wissen, was im Park erhalten werden kann“, sagt Aegidius van Ackeren, der von der GbR beauftragte Architekt aus Stralsund.

Gym-Fitness-Geschäftsführer Udo Waitschies betont gegenüber der OZ: „Wir arbeiten seit über zwei Jahren an diesem Projekt, haben Gutachten erstellt und waren beim Landesamt für Denkmalpflege. All diese Hürden, die zur genehmigten Bauvoranfrage führten, haben wir gemeistert. Nun geht es um die Finanzierung dieses Millionen-Projektes. Also: Wir sind weiterhin im Rennen.“

Auf die Frage, welche Rolle CDU-Mann Lastovka in dem Projekt spielt, erklärt Waitschies: „Wir arbeiten mit ihm als Geschäftspartner zusammen, und als solcher hat er uns geholfen. Investoren für den geplanten Neubau am Knieperdamm sind aber Fitnessstudio und Sanitätshaus.“

Sobald alle von der Stadt angeforderten Unterlagen vollständig vorliegen, wird die Verwaltung einen Verkaufsvorschlag erarbeiten und den Gremien der Bürgerschaft zur Beratung vorlegen. „Dies wird voraussichtlich erst in der zweiten Jahreshälfte sein“, sagt Rathaussprecher Peter Koslik.

Vom Ackerbürgerhaus zum Schülerfreizeitzentrum

1811 ließ Ratsherr Langenmarck ein Ackerbürgerhaus auf dem Grundstück am heutigen Knieperdamm mit Stall und Bienenhaus errichten.

Nach einem Besitzerwechsel ersteigerte die Bürger-Ressource-Gesellschaft das Grundstück für rund 21000 Reichstaler.

Damit begannen rege Bauarbeiten. Zunächst erfolgte der Bau des Fachwerkanbaus am Ostgiebel des Hauses mit der aufwändig verzierten Holzverkleidung. Dort befand sich auch der Ausschank für das Gartenlokal. Außerdem wurden etappenweise ein Pavillon, ein großer Saal, eine Damenveranda und eine Kegelbahn angebaut.

Nach dem Zweiten Weltkrieg diente das Gebäude am Knieperdamm von 1947 an als Gewerkschaftshaus und nach 1970 als Pionierhaus.

Nach der Wende wurden einige Räume als Schülerfreizeitzentrum genutzt.

Miriam Weber und Ines Sommer

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