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Beim künftigen Kinder- und Jugendbeirat wird viel gespielt

Bergen Beim künftigen Kinder- und Jugendbeirat wird viel gespielt

22 Kinder und Jugendliche aus Bergener Schulen trafen sich, um erste Gedanken zu einem eigenen Beirat zu machen. Dabei wurde geredet, gespielt und gegessen.

Bergen. Bei seinem ersten Treffen hat der mögliche Kinder- und Jugendbeirat von Bergen zwar eine Gründung verpasst, aber erste Inhalte besprochen. Kinder- und Jugendliche waren vom Arbeitskreis für Jugend und Soziales ins Rathaus eingeladen worden, um ein erstes Gefühl dafür zu bekommen, wie ein Jugendbeirat funktionieren könnte. Der Tag bestand aus Spielen, Diskussionsrunden und Pausen mit reichhaltigem Essen. Zur Gründung des Beirats kam es trotz fünfstündiger Veranstaltung mit Aktivitäten und Ideenaustausch allerdings nicht.

 

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Es kann und soll nicht sein, dass sich ein Großteil der Bevölkerung nicht politisch einbringen darf.Martin Krüger, Mitorganisator

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Junge Leute sollen Interessen, Meinungen oder Wünsche äußern.Katharina Bluhm, Mitarbeiterin der Beteiligungswerkstatt

Mit einem Kennenlernspiel, das zur Auflockerung dienen sollte, war es losgegangen. Die Kinder und Jugendlichen im Alter von sieben bis 16 Jahren gaben Auskunft über ihren Wohnort oder ihr Alter und stellten sich namentlich vor.

Katharina Bluhm, die in der Beteiligungswerkstatt vom Jugendring Rügen arbeitet, informierte die anwesenden 22 potenziellen Beiratsmitglieder über das Ziel: „In diesem Beirat geht es darum, dass ihr eure Interessen, Meinungen oder auch Wünsche äußern könnt.“ Sie erklärte, dass man in dem Gremium jungen Leuten ermöglichen will, sich an der hiesigen Politik zu beteiligen.

Bürgermeisterin Anja Ratzke (parteilos) sicherte ihre vollste Unterstützung zu: „Der Kinder- und Jugendbeirat soll für die jungen Leute attraktiv werden. Das wird aber nur gelingen, wenn ihre Anliegen ernst genommen werden.“ Ratzke hatte sich bereits im Bürgermeisterwahlkampf 2015 für die Beteiligung der Jugend an Bergens Politik ausgesprochen und die Gründung eines entsprechenden Beirats in ihr Wahlprogramm mit aufgenommen (die OZ berichtete).

„Es wäre schön, wenn die Lehrer es zu ihrem Anliegen machen würden, bei den Schüler für diesen Beirat zu werben“, sagte Mitorganisator Martin Krüger.

In einer ersten Pause gab es Süßigkeiten, Obst und Getränke. Danach kam es zur Bildung von zwei Workshops mit einer Unterteilung zwischen Grundschülern und höheren Klassenstufen. Bevor die eigentliche Ideensammlung begann, stellten sich der Jugendbeirat Sassnitz und das Kinder- und Jugendparlament Wismar vor.

Der Jugendbeirat Sassnitz ist ein eigenständiger Verein, der Schülern vor allem Freizeitaktivitäten bieten möchte. Um städtische Belange und politische Anliegen kümmere man sich nicht, hieß es.

Dagegen setzt sich das Kinder- und Jugendparlament (KiJuPa) der Hansestadt Wismar dafür ein, dass die Meinungen, Interessen und Wünsche der Jugend in Wismar in politischen und fachlichen Gremien der Stadt vorgestellt werden. Das „Parlament“ stehe allen Kindern und Jugendlichen offen, die etwas zur Stadtpolitik beitragen wollen.

Als die Bergener schließlich selbst anfingen, Ideen zusammenzutragen, wurde klar: Alle haben ein sehr großes Interesse an solch einem Beirat. Zum einen wollen sie mehr Mitspracherecht in den Schulen, zum anderen haben sie zahlreiche Wünsche und Forderungen an die Stadt Bergen.

Ganz oben auf der Liste steht eine „buntere Stadt“. Schulen und Wohnblöcke seien „stinkend grau“, beschrieb ein Schüler der fünften Klasse. Über die Umsetzung herrschte allerdings noch Unklarheit. Auch besteht der Wunsch nach mehr Veranstaltungen der Schulen in Zusammenarbeit mit der Stadt. Das könnten beispielsweise Projektwochen bzw. -tage in den Ferien sein.

Die Schüler wollen aber nicht nur, dass etwas passiert, sie wollen mitmachen. Darüber waren sich alle einig. Es wurde die Idee vorgestellt, Wände in der Stadt oder an den Schulen nach Herzenslust zu bemalen oder zu besprühen. Auch über Vereine wie eine Basketball AG wurde diskutiert. Hierbei fanden die Schüler schon erste Ansätze einer Lösung und Umsetzung.

Nach einer Mittagspause war das „Chaosspiel“ an der Reihe, um das Rathaus besser kennenzulernen. Aufgabe war es, verschiedene Karten zu finden, die überall im Rathaus versteckt worden waren. Auch mussten die jungen Leute Fragen rund um das jeweilige Thema beantworten.

Am Ende des Tages wurden alle Ideen zusammengetragen, zu einer offiziellen Gründung kam es bisher aber nicht. Festgelegt wurde nur, dass jedes Kind und jeder Jugendliche mitmachen darf, der in Bergen wohnt oder eine der hiesigen Schulen besucht. Eine genaue Altersbegrenzung erfolgte nicht. Offenbar wird sich der Bergener Beirat eher an dem Sassnitzer Beispiel orientieren.

Einen Termin für eine mögliche Gründung gibt es bisher nicht. Auch ein nächstes Treffen ist noch nicht ins Auge gefasst worden.

Interessenten können sich beim Jugendring in Bergen, dem jeweiligen Schulsozialarbeiter, im Nachbarschaftszentrum Rothensee oder im Medien- und Informationszentrum am Markt melden.

Hannah Luise Kastner

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