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Bergen will dem Raddas-Gründer wieder ein Denkmal setzen

Bergen Bergen will dem Raddas-Gründer wieder ein Denkmal setzen

Ein schlichter Granitstein auf dem noch vorhandenen Sockel soll an den früheren Bürgermeister Daniel Wagner erinnern, der den Waldpark anlegen ließ.

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Entwurf für das Denkmal mit neuem Granitstein. Entwurf: Jörg Korkhaus

Bergen. Einerseits sind die Bergener ihrem Raddas gerade erst mit Motorsägen kräftig zu Leibe gerückt, andererseits wollen sie dem Begründer des Stadtwaldes jetzt ein Denkmal setzen:

Wie einst soll ein Stein auf einer Anhöhe unweit des Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasiums an Daniel Wilhelm Wagner erinnern.

Der war zwar nur zwei Jahre — nämlich von 1844 bis 1846 — Bürgermeister in der Stadt im Herzen der Insel. Doch schon zuvor arbeitete er hier als Kämmerer. Vermutlich hat er in dieser Funktion veranlasst, dass die hügeligen Flächen aufgeforstet wurden. „Davor“, sagt Jörg Korkhaus, „waren dort nur Wiesen oder so genanntes Unland.“ Der Fraktionsvorsitzende des Bündnisses für Rügen hat sich — wie andere Stadtvertreter auch — seit Jahren dafür stark gemacht, dass der Raddas-Begründer nicht gänzlich in Vergessenheit gerät. Denn kaum etwas erinnert derzeit noch an Wagner. Von dem ihm gewidmeten Denkmal steht nur noch der Sockel, das so genannte Postament. Wo der „Rest“ geblieben ist, also der eigentliche Aufsatz, ist ungewiss. Ebenso dürftig ist die Faktenlage zur Person Wagner.

Außer seinen Geburtsdaten und den wichtigsten Ämtern, die er in der Stadt einst bekleidete, weiß man heute kaum noch etwas über sein Leben. „Die Nachforschungen waren bislang nicht sehr ergiebig“, sagt denn auch Jörg Korkhaus. Wagners Name taucht unter anderem in einem Buch zur „Geschichte der Stadt Bergen auf Rügen“ aus dem Jahre 1913 auf. Der damalige Pastor Emil Steurich hatte darin sämtliche bisherigen Bürgermeister der Stadt Bergen namentlich aufgelistet. Wagners Name ist darin mit einem Sternchen versehen, das auf den Zusatz am Seitenende hinweist. „Daniel Wagner hat die Raddasanlagen geschaffen, ihm ist von der dankbaren Bürgerschaft ein schlichtes Denkmal im Raddas errichtet“, heißt es zur Erklärung.

„Genau so ein schlichtes Denkmal zu errichten, war Ziel der Initiative mehrerer Stadtvertreter“, sagt Jörg Korkhaus. Matthies Knuth hatte dem Gremium einen gleichlautenden Vorschlag 2011 vorgelegt, fand später aber nicht die notwendige Mehrheit. Dem schloss sich eine immer wieder aufflammende Debatte an, in der über den Umfang der Arbeiten, die Art und Weise der Gestaltung des Denkmals, die Inschriften und die Finanzierung diskutiert wurde. Vergangenes Jahr scheiterte die Wiedererrichtung des Gedenksteins an der Finanzierung. Nachdem Jörg Korkhaus mittlerweile den Bergener Steinmetzmeister Christian Krüger für das Projekt begeistern und ihm auch einen eigenen ersten Entwurf vorlegen konnte, sagte der seine Unterstützung zu. Aus dem schwedischen Halmstad soll ein grau-rötlicher, 70 Zentimeter hoher und 53 Zentimeter breiter Granitstein angefordert werden. Die Farbe, sagt Korkhaus, passe gut zu den Buchen, aus denen der Raddas größtenteils besteht. „Zum Gedenken — Bürgermeister Daniel Wilhelm Wagner — *1780 †1855“ soll auf der einen Seite zu lesen sein, „Begründer des Waldparkes Raddas“ auf der anderen.

Rund 1700 Euro wird die Stadt dafür zahlen. Ein unschlagbarer Preis, weiß auch Bergens Bürgermeisterin Andrea Köster. Sie sollte nach dem Willen der Stadtvertretung noch eine Ausschreibung für diese Arbeit starten. „Praktisch ist das gar nicht machbar“, sagt sie. Zum einen sei der Stein schon ausgesucht, zum anderen komme der unschlagbare Preis nur durch die Beteiligung des Steinmetzmeisters zustande. Mit dem sind Jörg Korkhaus und die Stadtverwaltung derzeit regelmäßig in Kontakt, um das weitere Vorgehen zu besprechen. In den nächsten Monaten soll das Tauziehen ein Ende haben und der Stein aufgestellt werden.

Und vielleicht hat sich bis zur Einweihung auch noch eine Fotografie vom Original-Denkmal angefunden. Möglicherweise, hofft Korkhaus, haben sich auch einmal Schüler des nahegelegenen Gymnasiums davor ablichten lassen. Für Hinweise zur Geschichte des Wagner-Steins ist man in der Stadt jederzeit dankbar.

 



Maik Trettin

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Bergen
Ein Blick durch die Baumkronen des Bergener Stadtwaldes Raddas.

Ein Granitstein wird in Bergen auf Rügen an den früheren Bürgermeister Daniel Wagner erinnern, der den Stadtwald anlegen ließ.

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