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Rügen Bergenerin siegt bei Pop-Wettbewerb
Vorpommern Rügen Bergenerin siegt bei Pop-Wettbewerb
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08:29 31.12.2018
Ev Beier bei ihrem Auftritt während des 36. Rock- und Pop-Preises in Siegen. Quelle: Wolfgang Janssen
Bergen/Köln

Probiert und gewonnen. Auf diese knappe Formel ist der Erfolg von Sängerin Ev Beier reduzierbar: Die 35-Jährige siegte Mitte Dezember beim 36. Deutschen Rock- und Pop-Preis in der Kategorie „Beste Elektro-Interpretin“ mit dem Song „Love Is A Bird“ kam mit dem dazugehörigen Musikvideo auf den dritten Platz. Was das mit der Insel Rügen zu tun hat, wo die Musikerin doch in Troisdorf bei Köln lebt? Ev Beier wurde in Bergen geboren und war bis zu ihrem 23. Lebensjahr Insulanerin.

Man kennt sie hier. Nicht nur weil sie in der Rugard-Schule lernte. Sondern auch ihres Namens wegen, der sich zwar wie das exaltierte Kürzel eine Künstlers liest, aber tatsächlich auf der Geburtsurkunde steht. „Meine Eltern haben bei Eva einfach das ,a’ weggelassen“, heißt es bei ihr ganz unaufgeregt, wenn sie nach der Besonderheit gefragt wird. Und am Ende hat Beier diesen eigenartigen Vornamen doch noch für ihre Ambitionen als Sängerin nutzen können: Sie nennt ihr Elektronik-Projekt Evects.

Ev Beiers Weg zu diesem bisherigen künstlerischen Höhepunkt klingt nicht unbedingt in jeder Nuance leicht. Keyboardunterricht war da und der Drang, Gedichte zu schreiben. Dann gab es den Aufenthalt als Au pair in den USA, wo sie auch Gitarre spielen lernte. Und sie nahm in den Staaten ihr erstes eigenes Lied auf: „As True As A Bird“. Die Rückkehr nach Deutschland, speziell nach Köln klingt dann schon eher mit Kummer behaftet, wenn sie davon spricht, dass sie dort sehr allein war. Auch mit der Liebe habe es nicht recht klappen wollen. „Da war die Musik mein einziger Halt.“ In diese Zeit fällt auch das schreiben des Liedes „Shadow Behind You“, dass sie ihrer verstorbenen Oma widmete und das sie beim Pop- und Rockpreis live auf der Bühne aufführte.

Ev Beier ist ein – wie man heute häufig sagt – Allrounder. Sie komponiert, textet, spielt mehrere Instrumente und betätigte sich schließlich auch als Produzentin ihres Videos. Darin wird symbolhaft die Geschichte eines Mädchens erzählt, dass in den Sumpf von Drogen und schnellem Sex gezogen wird. Sie habe sehr lange daran gewerkelt, alles selbst finanziert. Und herausgekommen ist ein Kurzfilm, der vielleicht manchmal zu sehr den Zeigefinger in die Höhe hebt, prinzipiell aber sehr ambitioniert herüberkommt. „Ich bin auf dieses Video sehr stolz“, sagt Beier. „Und es war eine wirklich tolle Erfahrung, das alles selbst zu machen.“

Das neue Jahr soll die Ex-Rüganerin auf künstlerischer Ebene ein genzes Stück weiterbringen. Das wünscht sie sich zumindest. Dann will sie sich neben der Musik auf die Vermarktung ihres Kinderbuches „Harold, der Clown-Schneemann“ konzentrieren. „Ich würde daraus auch unheimlich gern ein Theaterstück machen“, sagt sie. Das alles wird dann aber vermutlich nicht mehr in Eigenregie funktionieren, soll es nicht wieder Jahre bis zur Realisierung dauern. Und so sieht sie sich derzeit zumindest schon mal nach einem geeigneten Verlag um.

Eine CD hat Ev Beier noch nicht produziert. Dass das alles nicht so leicht ist, wurde ihr nicht erst seit ihrem Erfolg beim Wettbewerb bewusst. Vor allem kostet so etwas eine Menge Geld. Aber die junge Frau bleibt zuversichtlich, denn sie fühlt für sich, den richtigen Weg gegangen zu sein. Und den möchte sie beim besten Willen auch nicht wieder verlassen.

Jens-Uwe Berndt

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