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Rügen „Ich möchte Menschen zum Lachen und zum Weinen bringen“
Vorpommern Rügen „Ich möchte Menschen zum Lachen und zum Weinen bringen“
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09:01 29.11.2018
Bernd Stelter tritt am 30.11.2018 im Marstall von Putbus auf. Quelle: Manfred Esser
Putbus

Bernd Stelter und sein Kabuff-Orchester treten am Freitag (20 Uhr) im Marstall von Putbus auf. Die OZ sprach mit dem Künstler über seine Liebe zur Musik, zum Meer und seinen Eltern.

Ihr aktuelles Programm trägt den Titel „Wer Lieder singt, braucht keinen Therapeuten“. Stehen Sie deswegen auf der Bühne?

Nicht nur deswegen. Es gibt eine Reihe weiterer positiver Nebeneffekte und schon beim Schreiben von Liedern verarbeitet man ja Erlebnisse. Es ist ein wenig wie Tagebuch-Schreiben. Mit einem Lied kann ich in drei Minuten eine Geschichte erzählen. Das ist mit einem Prosa-Text nicht möglich.

In welche Kategorie zwischen Schenkelklopfer und Ursachenforscher würden Sie sich einordnen?

Ich bin so dick, dass ich in keine Schublade passe. Ich bin weder Comedian – das würde mir nicht reichen - noch Kabarettist, weil mich Tagespolitik nicht interessiert, noch Entertainer, weil ich nicht tanzen kann. Das habe ich zwar versucht, aber es hat einfach nicht geklappt.

Sie gelten als detailverliebte Bühnengröße, die das Leben aufsaugt und in ihren Stoffen verarbeitet.

Na ja, ich schaue sehr genau hin und versuche, meine Beobachtungen authentisch zu verarbeiten.

Wobei Ihr aktuelles Programm aber den Schwerpunkt auf die Musik legt?

Ja, ich bin auf mein neues Album besonders stolz, weil meine alte Seite als Liedermacher wieder zur Geltung kommt. Gewöhnlich bestehen meine Programme aus 70 Prozent Text und 30 Prozent Liedern. Beim aktuellen Programm in Putbus ist es umgekehrt. Das bereitet mir große Freude.

Sie sagten einmal, die Deutschen seien zu miesepetrig". Sind Sie immer noch dieser Auffassung?

Die Deutschen neigen dazu, vor dem Computer zu sitzen oder sich irgendwelche Soaps oder Kettensägenmassaker reinzuziehen, statt sich lieber miteinander oder ihrem Umfeld zu befassen. Wenn man auf Rügen wohnt, hat man jederzeit die Chance, sich raus in die Natur zu begeben. Das kann man zwar überall, aber nicht überall ist es so schön wie auf Rügen.

Sie sind Nordrhein-Westfale. Wie kommt Ihr Humor im Norden, sagen wir mal in MV an?

Das passt prima, da muss ich nichts übersetzen. Von uns Westfalen heißt es ja, wir gingen zum Lachen in den Keller. Das ist zwar nicht so, aber anders als der Rheinländer können wir gut damit leben, dass der Karneval auch irgendwann wieder vorbei ist.

Wie haben Sie den Mauerfall erlebt?

Ich stand gerade auf der Bühne für einen Auftritt zum 50. Geburtstag des inzwischen verstorbenen Regisseurs Ulrich Schamoni, als plötzlich jemand neben mir auf die Bühne sprang und rief, ’die Mauer ist auf’. Daraufhin verließ das Publikum geschlossen den Saal. In jener Nacht tanzte ich – ausnahmsweise – auf der Mauer.

Steht Ihr Lied „Ich will am Meer sein“ auch für eine Sehnsucht, die Sie sich mit dem Auftritt auf Rügen erfüllen und waren Sie schon einmal auf der Insel?

Nein, auf Rügen bin ich zum ersten Mal, aber um es kennenzulernen, reise ich einen Tag vorher mit meiner Frau an. Wir übernachten in Putbus und wollen uns gern etwas über die Insel treiben lassen. Dafür packen wir auch extra dicke Kleidung ein. Ich war früher oft mit meinen Eltern zum Camping-Urlaub an der Nordsee, die für uns besser erreichbar war. Das Meer lässt mich und meine Sorgen kleiner erscheinen.

Das enge Verhältnis zu Ihren Eltern und deren Tod verarbeiten Sie ebenfalls in einem Lied. Steht das für Ihre nachdenkliche Seite?

Ja, ich habe lange gebraucht, bis ich das Lied schreiben und noch länger, bis ich es singen konnte. Ich halte es mit Rudi Carell, der einmal sagte, „Es ist schön, Menschen zum Lachen zu bringen, aber toll ist es, Sie zum Lachen und zum Weinen zu bringen“. Lachen ist eben nur eine von vielen Emotionen, die Menschen haben können.

Bei Ihren Auftritten in Quizshows stiften Sie die Gewinne meistens für die „Bornheimer Bürgerstiftung“ Wie kam es dazu?

In meiner Heimatstadt gab es damals zwei Stellen für Sozialarbeiter, aber kein Geld für Projekte. Deswegen habe ich mit dem Gewinn eines Kabarett-Wettbewerbs die Stiftung gegründet. Jetzt können wir jedes Jahr zwei oder drei Projekte mit den Jugendlichen durchführen.

Was ist Ihr nächstes Projekt?

Der Titel meines Programms für das kommende Jahr lautet „Hurra, ab Montag ist wieder Wochenende“. Darin befasse ich mich mit all den Typen, die immer nur fürs Wochenende leben, statt im Hier und Jetzt.

Uwe Driest

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