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Rügen Bestatter spielt Klavier am Grab
Vorpommern Rügen Bestatter spielt Klavier am Grab
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06:46 25.04.2018
Jim Bruchalla (r.) eröffnet in Bergen ein Bestattungshaus. Quelle: Jens-Uwe Berndt
Bergen

Jim Bruchalla hat sein Bestattungsunternehmen in der Bahnhofstraße noch gar nicht eröffnet, da gibt es schon das erste Theater. „Ich bin zwar in die Räume von Maik Fahrentholz gezogen, der hier bis vor kurzem noch als Bestatter tätig war, er hat mit meinem Unternehmen aber absolut nichts zu tun“, sagt Bruchalla. Fahrentholz sei in die Insolvenz gegangen und habe sich aus der Branche zurückgezogen. Obendrein soll es bei Fahrenholtz Unregelmäßigkeiten beim Umgang mit ihm anvertrauten Geldern von Kunden gegeben haben, die jetzt zum Teil ausgerechnet bei Bruchalla auf der Matte stünden. „Und nein: Herr Fahrenholtz ist nicht der neue Geschäftsführer meines Betriebes.“ Auch dazu gebe es Gerüchte, die ihm bei der Vorbereitung seiner Eröffnung am kommenden Sonnabend bereits zugesetzt hätten. Und es kommt noch verrückter: „Sogar Andreas Euler wurde schon als Geschäftsführer meines Hauses ausgerufen.“Für den ehemaligen Darsteller von Goedeke Michels bei den Störtebeker Festspielen hatte sich das Gerücht bereits als geschäftsschädigend erweisen. „Ich bin auch als Trauerredner auf der Insel unterwegs“, sagt Euler. „Und weil andere Bestattungshäuser mich als angeblichen Geschäftsführer von Jims Betrieb als Konkurrenz sahen, sind mir Aufträge durch die Lappen gegangen.“

Erster Auftrag von Wolfgang Lippert

Bruchalla, der sich Inhaber nennt und überhaupt keinen Geschäftsführer angestellt hat, taufte sein Bestattungshaus „Inselstille“. Inklusive ihm und seiner Mutter arbeiten acht Leute in dem Unternehmen. Und das hatte sogar schon seinen ersten Auftrag, obwohl es – wie gesagt – noch gar nicht eröffnet hat. „Wir haben die Beerdigung von Wolfgang Lipperts Schwiegermutter, Marion Römer, in Fürstenwalde betreut“, sagt Bruchalla. „Dort waren 400 Trauergäste. Ich habe über eine Stunde am Klavier gespielt, ehe alle in die Kapelle gezogen waren.“Das ist eine der absoluten Besonderheiten des neuen Bestattungshauses: Jim Bruchalla am Klavier. Der inselbekannte Musiker spiele alles, was sich die Hinterbliebenen wünschten, sagt er. „Es kann auch am Flügel sein, alles wird möglich gemacht. Meinetwegen auch direkt am Grab.“

Mit dem Tod des Vaters fing alles an

Der Weg zum eigenen Bestattungshaus begann für Jim Bruchalla bereits 2015, als er seinen Vater verlor. Damals habe er Maik Fahrenholtz bei der Ausrichtung der Beerdigung unterstützt. Auch, weil Bruchalla das so gewollt habe. „Ich habe meinen Vater eingebettet, eingekleidet, die Beisetzung begleitet“, sagt der junge Musiker. „Später habe ich hier dann öfter mal mit angepackt.“ Dabei sei Bruchalla bewusst geworden, dass ihm die Arbeit als Bestatter gut von der Hand ging. Und als Fahrenholtz Schluss machte, ergriff der 24-Jährige die Chance für ein neues Standbein.Am 28. April wird das Haus „Inselstille“ eröffnet. Richtig mit Schnittchen und Präsentation der Angebote, wie Bruchalla sagt. Dazu gehörten nicht nur typische Bestattungsformen, sondern ebenso die Diamantbestattung. „Dabei wird aus der Asche des Toten ein Diamant hergestellt, der zum Beispiel als Schmuckstück an einer Halskette getragen oder in einen Fingerring eingefasst werden kann“, erläutert der Bestatter. „Natürlich ist das alles wesentlich teurer, als übliche Verfahren. Und es dauert auch ziemlich lange, ungefähr ein Vierteljahr.“ Jim Bruchalla tritt nicht nur mit einer recht großen Mannschaft an, sondern kann auch gleich einen Fuhrpark mit fünf Fahrzeugen präsentieren. „Ich möchte, dass wir für alle Eventualitäten gewappnet sind“, sagt er. Er fühle mit, wenn andere trauerten. Darum will er ihnen die schweren Stunden des Abschiednehmens erleichtern.

Berndt Jens-Uwe

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