Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Rügen Besucherplattform am Burgwall Arkona geplant
Vorpommern Rügen Besucherplattform am Burgwall Arkona geplant
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
07:34 19.04.2017
In der Nähe des Peilturms am Kap Arkona soll eine Besucherplattform entstehen. Quelle: Mario Frost

Eine Besucherplattform am Burgwall und ein Neubau in der Nähe der Leuchttürme sollen das Kap Arkona auf Rügen künftig für Besucher attraktiver machen. Im Moment werden diese Vorhaben nach Angaben von Bürgermeisterin Iris Möbius (CDU) auf ihre Umsetzbarkeit geprüft. Die Gemeinde Putgarten plant bereits seit längerem eine bauliche Neuordnung des Gesamtbereichs Kap Arkona (die OZ berichtete). Der mit mehr als 700 000 Besuchern im Jahr vor allem bei Tagestouristen beliebte Ort müsse ansprechender werden, die verschiedenen Attraktionen den Besuchern besser zugänglich gemacht werden. Im Rahmen eines Ideenwettbewerbs wurden Architekturstudenten eingeladen, ihre Visionen vom Kap in Entwürfen darzulegen.

Besucherplattform mit archäologischem Museum und Informations-Gebäude neben den Leuchttürmen geplant

Jetzt nehmen die Projektpläne Gestalt an. Eine Besucherplattform soll am Peilturm entstehen. Von hier aus könnten die Gäste einen die noch vorhandenen Reste der Slawenburg am Kap Arkona und die Ausgrabungen am Burgwall überblicken und auf Meer schauen. Neben der Plattform soll eine kleineres Museum von rund 200 Quadratmetern entstehen, in dem die zahlreichen Funde gezeigt werden können, die hier in den vergangenen Jahren bei Rettungsgrabungen gefunden wurden. Ein weiteres Gebäude mit zwei Ebenen soll in Höhe des ehemaligen Hotels/Parkplatz neben den Leuchttürmen am Kap entstehen. Dort könnten dann Informationen über die anderen Themen die mit dem Kap Arkona verbunden sind – etwa Schifffahrt, romantische Malerei und Dichtung, Küstendynamik, Naturschutz und Marinegeschichte ihren Platz finden. Das Projekt „nachhaltiges und zukunftsorientiertes Konzept für Putgarten-Kap Arkona- Vitt“ ist unter der Leitung von Peter Dietrich in der kommunalen Tourismusgesellschaft Kap Arkona angesiedelt. Beratung erfolgte unter anderem durch Professor Pahl von der Universität Leipzig.

Gründung einer gemeinnützigen GbR zur Finanzierung und Umsetzung beschlossen

Die Kosten von mehreren Millionen Euro für die Umsetzung eines solchen Projektes sind für die Gemeinde allein nicht zu stemmen. „Wir haben in der Gemeindevetretung die Gründung einer gemeinnützigen GbR beschlossen“, informiert Möbius. „Die Gesellschafter werden sich mit Stammkapital beteiligen. Fehlende Mittel könnten über einen Kredit aufgenommen werden.“ Neben den Gesellschaftern, zu denen auch die Gemeinde zählt, sollen auch Fachleute aus den unterschiedlichen Bereichen wie Archäologie in der gemeinnützigen Gesellschaft beteiligt werden. Auch Fördermittel könnten für das Projekt der Umgestaltung gewonnen werden. „Wir strecken unsere Fühler in alle Richtungen aus“, so Dietrich. „Auch Stiftungsmittel oder eine Bundesförderung kommen in Frage.“ Die Umsetzung und finale Planung des Konzeptes soll transparent erfolgen. „Wir wollen die ganze Gemeinde mit einbeziehen und auf mehreren Diskussions- und Informationsveranstaltungen über die Planungen sprechen“, berichtet Peter Dietrich. „Wir werden in vielen Bereichen erstmal einen Überblick über die rechtliche Lage geben. Wie der rechtliche Status der Wege und Straßen ist, zum Beispiel. Anhand dieser Informationen können wir dann sehen, was überhaupt möglich ist.“

Auch Verkehrskonzept der Gemeinde soll neu geplant werden

Mit in die Planung soll auch ein neues Verkehrskonzept für das Gebiet. Die Situation ist gerade im Sommer angespannt, weil viele Urlauber den Hinweis auf den letzten Parkplatz vor dem Kap in Putgarten nicht ernst nehmen und in den für den Kraftfahrzeugverkehr gesperrten Orte Putgarten und Vitt sowie zu den Leuchttürmen fahren. Urlauber, die dort wohnen, dürfen allerdings passieren. „Dieses Problem beschäftigt uns bereits seit Jahren“, sagt Möbius. „Wir hoffen mit dem neuen Verkehrswegekonzept endlich eine Lösung zu finden.“ Für eine mögliche Bebauung der Fläche am Peilturm ist auf jeden Fall ein neuer Bebauungsplan erforderlich. „Im Bereich des alten Hotels gibt es aktuell bereits zwei Baufelder. Es geht bei der vereinfachten Änderung des B-Plans zunächst um den Bau der Besucherplattform und des Ausstellungsgebäudes und das Verkehrskonzeptes“, beschreibt Dietrich. Wann die Gebäude stehen, ist noch nicht klar. Man wolle Schritt für Schritt vorgehen. Im Juni 2018 steht für die Gemeinde Putgarten ein großes Jubiläum an. Dann jährt sich der Überfall auf die Slawenburg und der Beginn der Christianisierung Rügens zum 850. Mal. „Bis dahin können wir eine archäologische Ausstellung präsentieren“, ist sich Dietrich sicher. „Ob fest oder mobil, wird sich zeigen.“

Anne Friederike Ziebarth

Mehr zum Thema

In Deutschland gibt es weit mehr als 100 Regionen, die sich Schweiz nennen. Der Urlauber denkt an Berge und sorgenfreie Idylle. Die Tourismusvermarkter der deutschen Mittelgebirge greifen das Attribut dankbar auf - auch wenn der Vergleich oft gewagt ist.

18.04.2017

Der Frühling lockt ins Freie. Gut, dass Dänemark einen neuen Fjord-Wanderweg anbieten kann. Meditationswandern ist ein Thema bei den Yoga-Tagen in Tirol. Diese und weitere Informationen für Urlauber gibt es hier im Überblick.

18.04.2017

Nordkorea steht für Überwachung, Abschottung und Unterdrückung. Auf der anderen Seite öffnet sich das Land für Touristen - doch eine Reise ist nur unter strengen Auflagen möglich.

18.04.2017

Ideen für das neue Besucherzentrum am Kap werden derzeit geprüft. Eine Änderung des Bebauungsplanes ist nötig.

19.04.2017

Waschen, Föhnen, Schneiden: Simone Koppe verschönert in ihrem Salon „Mopsagil“ in Sassnitz die tierischen Lieblinge

19.04.2017

Trotz Anfragen der Stralsunder Organisatoren haben sich Gemeinde und Kurbetrieb gegenüber der DLRG offiziell noch nicht geäußert

18.04.2017
Anzeige