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Packende Duelle am Selliner Strand

Sellin Packende Duelle am Selliner Strand

Meisterschaft im Beachpolo wird an der Seebrücke in Sellin auf der Insel Rügen ausgetragen.

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Auch am Montag wird noch Polo in Sellin gespielt.

Quelle: Anne Ziebarth

Sellin. Galoppierende Pferde wirbeln den Sand auf, spanische Rufe hallen über das Feld, lauter Jubel des Publikums kündet von einem Tor. Keine Frage: Es ist wieder Polo-Zeit am Strand von Sellin. Längst hat die Poloveranstaltung ihren festen Platz im Veranstaltungskalender Rügens gefunden, das zeigen bereits die Besucher, die zu Hunderten der Einladung zur 8. Beachpolo-Meisterschaft gefolgt waren und sich die actionreichen Spiele ansahen.

DCX-Bild

Meisterschaft im Beachpolo wird an der Seebrücke in Sellin auf der Insel Rügen ausgetragen.

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Unternehmen übernehmen Patenschaften für Teams

Auf der VIP-Tribühne trifft sich dann auch das Who ist who der Bäderküste zum Büffett. Nicht nur Bürgermeister Reinhard Liedtke, Titelsponsor Ulrich Busch vom Hotel Prora Solitaire und Kurdirektorin Adriana Zawisza sind zur Eröffnung gekommen, einige Rügener Firmen haben auch Patenschaften für Poloteams übernommen. So etwa das Modehaus Dohrmann und der Fenster- und Türenspezialist Lantz. „Wir haben unser Team um Patrick Maleitzke vor Jahren kennengelernt“, erzählt ein gut gelaunter Ulf Dohrmann. „Seitdem sind wir uns treu.“ Moderatorin Bianca Karsten nickt bekräftigend. „Und das Team Dohrmann/Lantz bringt auch immer die lautesten Fans mit, die richtig Stimmung machen.“ Das mussten die Anhänger bei ihrem Eröffnungsspiel gleich beweisen, denn es ging gegen keinen geringeren als das Team von Sebago und der Baltic Bau des Binzer Unternehmers Jürgen Breuer mit den Spielern Torsten Geithner und Comanche Gallardo. Im Revierderby hatte das Polo-Team Dohrmanns mit den Spielern Patrick Maleitzke und Enno Grams zum Schluss die besseren Karten. „Ach, man muss das sportlich nehmen“, sagte Breuer nach dem Spiel. „Das Team ist einfach auch ein harter Gegner. Befreundet sind Ulf und ich ja trotzdem.“ „Genau. Wegen dieses Zausels bin ich doch überhaupt hier“, ergänzte Dohrmann und ärmelte sich bei Breuer unter. „Der hat nämlich damals die Idee für Polo in Sellin auf den Weg gebracht.“ Mit einem strahlenden Lachen saß auch Heide-Rose Grams aus Hannover auf der Terrasse. „Ich bin gigantisch stolz auf meinen Sohn Enno“, meinte sie. „Und es ist immer wieder schön, hierher zu kommen. Die Polo-Family ist entspannt und lässig, nicht so ernst wie beim sonstigen Reitsport.“

Polo-Pferde: wendig, gelassen und schnell

Während die Zuschauer das Geschehen von der Seebrücke und der Tribühne aus verfolgten, ging es für die Polopferde nach den Spielen schnell wieder zu den mitgereisten Pflegern in die mobile Stallanlage am Strand. Die körperliche Belastung der Pferde beim Polo ist hoch, es erfordert viel Training um die zumeist in Argentinien gezüchteten Pferde auf den Einsatz vorzubereiten. „Polopferde müssen wendig, nervenstark und schnell sein. Schließlich müssen sie schnell losspurten, aber auch blitzartig stoppen können“, erklärt Polospielerin Isabel Sobetzki. „Dafür ist der Einsatz aber auch kurz.“ Pro Spiel beim Beach Polo darf ein Pferd in maximal zwei Chukkas, das sind Einzelspiele innerhalb einer Partie, eingesetzt werden – das entspricht einer Spielzeit von elf Minuten, häufig auch weniger. Trotzdem bedarf es einiges an Spezialausrüstung: Die Fesseln der Pferde werden bandagiert und der Schweif eingebunden, damit kein Poloschläger darin hängenbleibt. Eine Art Stoßzügel verhindert, dass die Pferde den Kopf nach hinten werfen können und ermöglicht dem Polospieler so eine bessere Kontrolle über das Tier.

Polospieler müssen topfit sein

Auch für die Reiter ist Polo eine anstrengende Angelegenheit. „Ein guter Polospieler steht die ganze Zeit in den Steigbügeln, man braucht Kondition“, sagt der 21-jährige Julian Wegert. „Dazu kommt hier, dass das Schlagen des Balles aus dem Sand wesenlich mehr Kraft erfordert als auf dem Rasen.“ Mit seinem Teampartner und Vorjahressieger Joaquim Copello aus Argentinien trainiert Julian mehrmals in der Woche. Die Kommunikation läuft – wie bei fast allen Poloteams – in einer Mischung aus Englisch, Spanisch und Deutsch. „Wir verstehen uns“, sagt Wegert und lacht seinem Partner Joaquim Copella zu. Der sitzt auf einem Stohballen und wickelt sorgfältig Bandagen um seine Unterschenkel. „Dazu kommen dann sogar noch dreilagige Lederstiefel“, ergänzt Wegert. „Sonst gibt es Blessuren beim ,Abreiten’. So nennt man das direkte Aufeinandertreffen zweier Reiter auf dem Spielfeld.“ Blaue Flecke und Rempeleien gehören beim Polo eben auch dazu. Isabel Sobetzki schreckt das nicht. „Mir ist es wichtig, dass es ein Teamsport ist“, sagt die 21-Jährige. „Und ich brauche das Tempo, das Adrenalin. Normaler Reitsport wäre mir, glaube ich, zu langweilig.“

Montag starten die Finals ab 12 Uhr am Strand der Selliner Seebrücke. Der Eintrittt ist frei.

Anne Friederike Ziebarth

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